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Sicherheitsdatenblatt

Sicherheitsdatenblätter (engl. Material Safety Data Sheets [MSDS]) enthalten Angaben und Sicherheitshinweise zum Umgang mit gefährlichen Substanzen.
Mit dem 1. Juni 2015 hat sich bei den Sicherheitsdatenblättern einiges geändert. Es ist nun die Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 des europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2006 mit dem Anhang II in der Fassung der Verordnung (EU) Nr. 2015/830 vom 28. Mai 2015 gültig. Die Anforderungen an ein Sicherheitsdatenblatt sind in Artikel 31 und Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 beschrieben.
Ebenso ist seit dem 1. Juni 2015 die CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) auch für Gemische verbindlich anzuwenden. CLP steht für Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures und hat das Ziel die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen europaweit zu vereinheitlichen. Grundlage der CLP-Verordnung ist das GHS (Globally Harmonised System of Classification and Labelling of Chemicals) der Vereinten Nationen (UN), das erstmals im Jahr 2003 erschien und weltweit gültige Kriterien für die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien enthält (Sie verlassen die Internetseite http://www.unece.org/trans/danger/publi/ghs/ghs_welcome_e.html). Die sechste überarbeitete Auflage soll 2015 erscheinen. Sie wird u. a. eine neue Gefährdungsklasse für desensibilisierte explosive Stoffe umfassen und zusätzliche Informationen enthalten, die in die Sicherheitsdatenblätter aufgenommen werden sollen.
Mit der CLP-Verordnung wurden neue Gefahrenpiktogramme eingeführt. Diese sind nicht mehr orange, sondern besitzen eine weiße Hintergrundfarbe mit rotem Rand (Sie verlassen die Internetseite Neue Gefahrenpiktogramme, REACH Compliance GmbH).

Praktische Umsetzung

Reinigungs- und Waschmittel sind meist als Gefahrenstoff eingestuft. Für diese Mittel müssen im Betrieb ein Sicherheitsdatenblatt und eine → Betriebsanweisung vorhanden sein. Nicht jeder Lieferant sendet ein Sicherheitsdatenblatt mit der Lieferung mit. Viele Hersteller bieten sie auf ihren Internetseiten zum Download an. Ist das ebenfalls nicht möglich muss man an den Hersteller schreiben und um die Zusendung eines Sicherheitsdatenblattes bitten.

Rubriken Sicherheitesdatenblatt

Gemäß Artikel 31 und Anhang II der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 enthält das Sicherheitsdatenblatt folgende Angaben:

Punkt Bezeichnung des Stoffes bzw. des Gemischs und des Unternehmens,
Punkt Mögliche Gefahren,
Punkt Zusammensetzung/Angaben zu Bestandteilen
Punkt Erste-Hilfe-Maßnahmen,
Punkt Maßnahmen zur Brandbekämpfung,
Punkt Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung,
Punkt Handhabung und Lagerung,
Punkt Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstung,
Punkt Physikalische und chemische Eigenschaften,
Punkt Stabilität und Reaktivität,
Punkt toxikologische Angaben,
Punkt Umweltbezogene Angaben,
Punkt Hinweise zur Entsorgung,
Punkt Angaben zum Transport,
Punkt Rechtsvorschriften: Hier stehen beispielsweise die Angaben zur Wassergefährdungsklasse.
Punkt Sonstige Angaben: Hier stehen die H-Sätze (Hazard Statements) und die P-Sätze (Precautionary Statements). Sie ersetzen die bisher gebräuchlichen R-Sätze (Risiko) und S-Sätze (Sicherheit/Schutzmaßnahmen).

Betriebsanweisung

Die Betriebsanweisung (gemäß Sie verlassen die Internetseite § 14 GefStoffV) enthält alle wichtigen Informationen übersichtlich auf einem Blatt zusammengestellt und muss am Einsatzort den Mitarbeitern zugänglich sein. Hier stehen folgende Angaben:

Punkt Gefahrenstoffbezeichnung,
Punkt Gefahren für Mensch und Umwelt,
Punkt Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln,
Punkt Verhalten im Gefahrfall,
Punkt Erste Hilfe,
Punkt Sachgerechte Entsorgung.

Beispiel für eine Betriebsanweisung

Abbildung 1: Beispiel für eine Betriebsanweisung (zum Vergrößern klicken Sie bitte auf das Bild)

Die Angaben für Gefahrenstoffe können den Sicherheitsdatenblättern der Hersteller entnommen werden. Für Maschinen oder persönliche Schutzausrüstungen findet man die benötigten Informationen in den Gebrauchsanweisungen oder Handbüchern der Hersteller und in dem berufsgenossenschaftlichen Vorschriften- und Regelwerk. Die Abschnitte können mit Symbolen, Gebots-, Verbots- und Warnzeichen ergänzt werden. Durch die Piktogramme wird die schnelle Erfassung der Informationen erleichtert. Die Betriebsanweisung muss aktualisiert werden, wenn sich die Arbeitsbedingungen maßgeblich verändern.

Safe Use Icons

Die Sie verlassen die Internetseite International Association for Soaps, Detergents and Maintenance Products (A.I.S.E) hat die "Safe Use Icons" herausgebracht. Die Piktogramme auf Verpackungen geben Hinweise für den richtigen Umgang mit Wasch- und Reinigungsmitteln, machen aber auch auf mögliche Gefahren aufmerksam. Die kleinen Bilder ermöglichen es, dass die Hinweise europaweit verstanden werden. Erläuterungen in den unterschiedlichen Sprachen gibt es auf der Internetseite von Sie verlassen die Internetseite Cleanright.

Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Informationen zum Sicherheitsdatenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Sie verlassen die Internetseite Vom Sicherheitsdatenblatt zur Betriebsanweisung (PDF-Datei, 851 KB) Holger Kück (KUECK Industries Ltd.)
Sie verlassen die Internetseite Muster-Betriebsanweisungen der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Sie verlassen die Internetseite Gefahrstoffe: GHS/CLP-Verordnung – was ist neu? Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
Sie verlassen die Internetseite DGUV Information 211-010, Sicherheit durch Betriebsanweisungen. Erscheinungsdatum: 2012.12

Quellen

Sie verlassen die Internetseite Betriebsanweisungen der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Sie verlassen die Internetseite Artikel 31 der REACH-Verordnung (Stand: 31.12.2008). Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Sie verlassen die Internetseite Die Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in der EU. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Sie verlassen die Internetseite Sicherheitsdatenblatt. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Sie verlassen die Internetseite REACH - was ist das? Informationsportal des Umweltbundesamtes
Sie verlassen die Internetseite Einführende Leitlinien zur CLP-Verordnung. Europäische Chemikalienagentur
M. Christine Klöber: GHS/CLP und REACh. Zeitschrift fundus - Fachmagazin Hauswirtschaft, 2/2015, S. 20-24

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  11.07.2016