Datenschutzerklärung
Waschmaschine
Wissen rund um die Hauswirtschaft
Lupe Suche

Kontakt

Impressum

Sitemap

Suche

Themen


Lernen

Service
Besuchen Sie uns bei Facebook Besuchen Sie uns bei Twitter

Sie befinden sich hier: Startseite > Hygiene

Hygiene

Hygiene (gr. hygieinos gesund, heilsam) ist das Fundament der Lebensmittelsicherheit und des Schutzes der Gesundheit. Laut Pschyrembel handelt es sich um "vorbeugende Maßnahmen für die Gesunderhaltung einzelner Menschen und von Gruppen, um körperliche Erkrankungen und geistige, seelische und soziale Störungen fernzuhalten (...)" (Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 256. Auflage, 1990).

In den Jahren 2005 bis 2015 verantwortete das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) den Bericht zu den lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen. Seit dem Jahr 2015 übernimmt das Bundesamt für Verbraucherschutz (BLV) gemeinsam mit dem Robert Koch-Institut (RKI) die Veröffentlichung des nationalen Jahresberichtes. Die Gestaltung des Berichtes hat sich deshalb etwas geändert. Für das Jahr 2019 wurden Informationen zu 402 lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen an die beiden Institutionen übermittelt. Von den gemeldeten Krankheitsausbrüchen wurden 33 mit hoher Wahrscheinlichkeit (hoher Evidenz) durch Lebensmittel verursacht. Wobei pro Krankheitsausbruch unterschiedlich viele Erkrankungsfälle auftreten können. Die häufigste Ursache für einen lebensmittelbedingten Kranhausausbruch waren mit 13 Krankheitsausbrüchen und 262 Fällen → Salmonella species. Dabei standen die meisten Infektionen im Zusammenhang mit dem Verzehr von Eiern bzw. Eierzeugnissen. Der zweithäufigste Auslöser waren → Campylobacter species (4|33), die im Jahr 2018 mit zehn Krankheitsausbrüchen (26 %) den höchsten Anteil der gemeldeten Krankheitsausbrüche hatte. Ebenfalls vier Krankheitsausbrüche wurden durch Histamin und → Noroviren verursacht. Jeweils zwei Krankheitsausbrüche ließen sich auf → Bacillus cereus, → Clostridium perfringens und → Staphylococcus aureus zurückführen. Damit standen 2019 deutlich weniger Krankheitsausbrüche im Zusammenhang mit Bacillus cereus als 2018, wo noch acht Ausbrüche mit 313 Fällen gemeldet wurden. Jeweils ein Krankheitsausbruch ließ sich auf → Listeria monocytogenes und Hepatitis-A-Viren zurückführen.

Als Ursache für die Krankheitsausbrüche lassen sich verschiedene Lebensmittel identifizieren. Anders als im Jahr 2018 wurden die meisten Ausbrüche durch „Eier und Eierzeugnisse“ oder durch „Zusammengesetzte Lebensmittel und zubereitete Speisen“ verursacht. Damit sank der Anteil (4|33) der Lebensmittelkategorie „Milch“ deutlich. 2018 war „Milch“ mit zehn von 38 Ausbrüchen noch die die häufigste Ursache lebensmittelbedingter Krankheitsausbrüche. Andere übertragende Lebensmittel waren „Schweinefleisch / Schweinefleischerzeugnisse“ (4|33), „Fleisch und Fleischerzeugnisse“ sowie „Fisch und Fischerzeugnisse“ mit jeweils drei von 33 Krankheitsausbrüchen. Für jeweils zwei von 33 Krankheitsausbrüchen waren „Büffetspeisen“ und „Andere Lebensmittel“ verantwortlich. „Backwaren“, „Früchte, Beeren und Erzeugnisse“ einschließlich der Säfte und „Gemüse und Gemüseerzeugnisse“ einschließlich der Säfte standen im Zusammenhang mit jeweils einem Krankheitsausbruch [1, 2].

Gesetze und Verordnungen

Damit die Sicherheit unserer Lebensmittel gewährleistet werden kann, wurden eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen erlassen:

Sie verlassen die Internetseite Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch – LFGB),

Sie verlassen die Internetseite Infektionsschutzgesetz vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 5 des Gesetzes vom 19. Juni 2020 (BGBl. I S. 1385) geändert worden ist. (→ Informationen zu den Änderungen vom 28.7.2011),

Sie verlassen die Internetseite Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln (Lebensmittelhygiene-Verordnung – LMHV). Neugefasst durch Bek. v. 21.6.2016; geändert durch Art. 2 V v. 3.1.2018,

Sie verlassen die Internetseite Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung – Tier-LMHV vom 08.08.2007). Neugefasst durch Bek. v. 18.4.2018; geändert durch Art. 2 V v. 19.6.2020.

Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EG) Nr. 178/2002 (zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur Errichtung der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfahren zur Lebensmittelsicherheit),

Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 über Lebensmittelhygiene. Die Richtlinie 93/43/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über Lebensmittelhygiene wird aufgehoben, ab dem Datum, mit dem die Verordnung 852/2004 in Kraft trat.

Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EG) NR. 853/2004 des europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EG) Nr. 854/2004 des europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 mit besonderen Verfahrensvorschriften für die amtliche Überwachung von zum menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs.

Ergänzend kommt die

Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 der Kommission vom 15. November 2005 über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel hinzu.

Der Reformprozess des Hygienerechts zielt auf eine Angleichung des Lebensmittelrechts zwischen den EU-Staaten und eine Stärkung der Eigenverantwortung der Lebensmittelunternehmer. Auch ist das Bewusstsein dafür gewachsen, dass nicht nur das Endprodukt wichtig ist, sondern auch der Weg dahin ("from farm to fork").
"Um Lebensmittelsicherheit gewährleisten zu können, müssen alle Aspekte der Lebensmittelherstellungskette als Kontinuum betrachtet werden, und zwar von - einschließlich - der Primärproduktion und der Futtermittelproduktion bis hin - einschließlich - zum Verkauf bzw. zur Abgabe der Lebensmittel an den Verbraucher, da jedes Glied dieser Kette eine potenzielle Auswirkung auf die Lebensmittelsicherheit haben kann." (Quelle: Verordnung [EG] 178/2002 aus den Erwägungsgründen [12])

Veröffentlichungspflicht gemäß § 40 Absatz 1 a (LFGB)

Am 1. September 2012 trat eine Änderung des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) in Kraft; künftig werden bei einem hinreichenden Verdacht Verbraucherinnen und Verbraucher umfassend informiert, wenn:

Gesetzlich festgelegte Grenzwerte, Höchstgehalte oder Höchstmengen bei Lebens- und Futtermitteln überschritten werden sowie bei gravierenden Verstößen gegen Hygienevorschriften, Vorschriften, die dem Schutz der Gesundheit oder dem Schutz der Verbraucher vor Täuschung dienen und bei denen ein Bußgeld von mindestens 350 € zu erwarten ist.

In welcher Form die Bundesländer und Städte die Informationen veröffentlichen, ist unterschiedlich:

Öffentliche Warnungen und Informationen verschiedene Bundesländer oder des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL): Sie verlassen die Internetseite https://www.lebensmittelwarnung.de/

Baden-Württemberg: Sie verlassen die Internetseite https://verbraucherinfo.ua-bw.de/
Berlin: Sie verlassen die Internetseite https://www.berlin.de/
Bremen: Sie verlassen die Internetseite https://www.lmtvet.bremen.de/ (vorläufig eingestellt)
Hamburg: Sie verlassen die Internetseite https://www.hamburg.de/
Mecklenburg-Vorpommern: Sie verlassen die Internetseite https://www.lallf.de/service/
Nordrhein-Westfalen: Sie verlassen die Internetseite https://www.lanuv.nrw.de/ Informationen über nicht sichere Lebensmittel, Futtermittel, Bedarfsgegenstände und kosmetische Mittel.
Rheinland-Pfalz: Sie verlassen die Internetseite https://lua.rlp.de/
Saarland: Sie verlassen die Internetseite https://www.saarland.de/
Sachsen: Sie verlassen die Internetseite https://www.verbraucherschutz.sachsen.de/

Hinweis zu Gesundheitsthemen

Die Beiträge von hauswirtschaft.info dienen der allgemeinen Weiterbildung. Sie können und sollen in keinem Falle die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung ersetzen. Bei gesundheitlichen Beschwerden fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Themen

DIN-Normen Lebensmittelhygiene Gefahren für Lebensmittel HACCP Konzept
Lebensmittelhygiene Personalhygiene Reinigung und Desinfektion

Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Berichtigung der Verordnung (EG) Nr. 854/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. April 2004 mit besonderen Verfahrensvorschriften für die amtliche Überwachung von zum menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen tierischen Ursprungs.
Sie verlassen die Internetseite Bundeseinheitliches System zur Erfassung von Daten zu Lebensmitteln, die bei Krankheitsausbrüchen beteiligt sind (BELA).
Sie verlassen die Internetseite Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Informationen zum neuartigen Coronavirus / COVID-19 mit wichtigen Hygiene- und Verhaltensregeln und -empfehlungen zur Vorbeugung von Infektionen.

Quellen

Sie verlassen die Internetseite Dr. Sieglinde Stähle: Aktuelles zum Lebensmittelrecht, Teil 1 - Lebensmittelhygiene, 2009
[1] Sie verlassen die Internetseite Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (Hrsg.) (2020): Gemeinsamer nationaler Bericht des BVL und RKI zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland 2019. Zugriff 05.11.2020
[2] Sie verlassen die Internetseite Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) (Hrsg.) (2019): Gemeinsamer nationaler Bericht des BVL und RKI zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen in Deutschland 2018. Zugriff 05.11.2020
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch, 256. Auflage, 1990

Ausführliche Quellenangaben