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Honig

Honig ist ein von Bienen erzeugtes Naturprodukt. Arbeitsbienen (Apis mellifera) sammeln aus Blüten aufgesaugten Nektar und andere an lebenden Pflanzenteilen vorkommende Säfte, verarbeiten sie in ihrem Honigmagen und scheiden ihn in die Waben ab, wo er gesammelt wird und später der Ernährung junger Bienen und als Wintervorrat dient. Frischer Honig ist ein klarer zähflüssiger Sirup, der sich erst mit der Zeit eintrübt und schließlich zu einer mehr oder weniger flüssigen Masse erstarrt.

Honigglas

Durchschnittlich besteht Blütenhonig zu etwa 75 % aus Kohlenhydraten, insbesondere Fruktose (36-42 %), Glukose (26-40 %) und Saccharose (1,7-3,0 %) sowie 18,6 % Wasser. Dazu kommen Proteine (0,38 %) und Mineralien wie beispielsweise Kalium (45 mg/100 g), Kalzium (6,0 mg/100 g), Kupfer (90 μg/100 g) und Zink (350 μg/100 g) plus geringe Mengen an → Vitamin K, → Vitamin B1, → Vitamin B2, → Vitamin B6, Nicotinamid, → Pantothensäure und → Vitamin C [6].
Im Gegensatz zu Haushaltszucker hat Honig verschiedene Aromen. Die Aromastoffe stammen von den Ausgangsprodukten, z. B. verschiedene Blütennektare oder Honigtau.

Honigarten

Es werden verschiedene Honigarten unterschieden, je nach Herkunft des Honigs, Art der Gewinnung und Verwendungszweck.

Herkunft

Blüten- oder Nektarhonig

Dieser Honig stammt vollständig oder überwiegend aus Blütennektar.

Spezielle Honigsorten: Je nach Blütenart, von denen der größte Teil des Nektars gesammelt wurde und die das Aroma des Honigs bestimmen, werden verschiedene Honigsorten unterschieden (Beispiele): Akazienhonig, Heidehonig, Kleehonig, Lindenhonig, Rapshonig, Tannenhonig, Waldhonig.

Honigtauhonig

Der Honig stammt von Sekreten, die von an Pflanzen lebenden Insekten oder von Sekreten, die von der Pflanze selbst abgegeben werden. Honigtau ist ein zuckerhaltiger Saft, der von vielen Blattläusen, Schildläusen und Blattflöhen ausgeschieden wird.

Gewinnung

Waben- oder Scheibenhonig

Der Honig wird in ganzen oder in geteilten Waben in den Handel gebracht.

Tropfhonig (veraltet Leckhonig)

Hier wird der Honig durch Austropfen aus den Waben gewonnen.

Schleuderhonig

Der Honig wird durch Zentrifugieren aus den Waben geschleudert.

Presshonig

Hier wird der Honig kalt (Presshonig) oder mit geringer Erwärmung - bis 45 °C - (Seimhonig) ausgepresst.

Verwendungszweck

Backhonig wird für industrielle Zwecke oder für die spätere Weiterverarbeitung produziert.

Anforderungen

Laut Sie verlassen die Internetseite Honigverordnung (HonigV) dürfen Honig keine weiteren Stoffe zugefügt werden. Es dürfen aber auch keine honigeigenen Stoffe entzogen werden, es sei denn, es ist beim Entfernen der honigfremden Stoffe unvermeidbar. In den speziellen Anforderungen der Honigverordnung werden die Gewichtsanteile der Inhaltsstoffe bestimmt, die im Honig enthalten sein dürfen.
Demnach darf Honig allgemein max. 20 % Wasser enthalten. Beim Zuckergehalt wird zwischen verschiedenen Honigsorten unterschieden: Blütenhonig muss mindestens einen Fruktose- und Glukosegehalt von 60 g pro 100 g Honig aufweisen, während bei Honigtauhonig allein oder mit Blütenhonig gemischt der Fruktose- und Glukosegehalt mindestens 45 g/100 g Honig betragen muss. Der Saccharosegehalt darf allgemein höchstens bei 5 g pro 100 g liegen. Wobei einige Honigsorten einen deutlich höheren Gehalt an Saccharose haben dürfen, wie beispielsweise Honig von Robinien, Luzerne und Süßklee (max. 10 g/100 g) oder Lavendelhonig mit höchstens 15 g pro 100 g.

Deutscher Imkerbund

Der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) hat für „Echten Deutschen Honig“ eigene Qualitätsstandards formuliert. So darf bis Honig allgemein einen Wassergehalt von höchstens 18 % aufweisen. Darüber hinaus gibt es Bestimmungen zur Enzymaktivität und dem Gehalt an Sie verlassen die Internetseite Hydroxymethylfurfural [7], einem Stoff, der sich bei Erwärmung von Lebensmitteln durch die Zersetzung von Kohlenhydraten bildet. Ein hoher Gehalt weist darauf hin, dass der Honig längere Zeit gelagert oder erhitzt wurde [8].

Energie

Der Energiegehalt von Honig kann nur für einzelne Honigsorten angegeben werden, da die Gewichtsanteile der verschiedenen Zuckersorten je nach Honig schwanken. Honig wird wegen seines Aromas meist sparsamer verwendet als Haushaltszucker.

Durchschnittlicher Brennwert von Blütenhonig: 100 g = 302 kcal = 1282 kJ [6].

Kennzeichnung der Herkunftsländer

Laut der derzeit gültigen Sie verlassen die Internetseite Honigverordnung darf, statt das Ursprungsland oder die verschiedenen Ursprungsländer einzeln aufzuführen, auch der Hinweis „Mischung von Honig aus EU-Ländern“, „Mischung von Honig aus Nicht-EU-Ländern“ oder „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ angegeben werden.
Am 4. Mai 2024 trat die sogenannte „Frühstücksrichtlinie“ in Kraft. Richtig heißt sie: Sie verlassen die InternetseiteRichtlinie (EU) 2024/1438 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Mai 2024 zur Änderung der Richtlinien des Rates 2001/110/EG über Honig, 2001/112/EG über Fruchtsäfte und bestimmte gleichartige Erzeugnisse für die menschliche Ernährung, 2001/113/EG über Konfitüren, Gelees, Marmeladen und Maronenkrem für die menschliche Ernährung und 2001/114/EG über bestimmte Sorten eingedickter Milch und Trockenmilch für die menschliche Ernährung“. Aufgrund dieser EU-Richtlinie wird die Honigverordnung dahin gehend geändert, dass ab dem 14. Juni 2026 bei Honig das Ursprungsland, bzw. die Ursprungsländer, in denen der Honig erzeugt wurde, in absteigender Reihenfolge zusammen mit dem entsprechenden Gewichtsanteil in Prozent auf der Verpackung aufgeführt werden müssen [9, 10].

Gesundheit

Honig hat dieselben Auswirkungen auf die Zahngesundheit wie Zucker, es ist deshalb kein alternatives Süßungsmittel für Kinder.
Es gibt immer mal wieder Berichte über Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln in Honig. So hat das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im Jahr 2019 insgesamt 40 Honigproben analysiert. In 28 Proben wurden Rückstände gefunden, davon überschritt jedoch keine einzige die zulässigen Höchstgehalte [1]. Eine weitere Untersuchung wurde im November 2025 von den Untersuchungsämtern Baden-Württemberg veröffentlicht. Für diesen Bericht wurden 187 Honigproben untersucht, die aus 29 verschiedenen Staaten stammten, darunter China, Spanien, Deutschland und Bulgarien. In allen Honigproben fanden sich mindestens fünf Stoffe. Insgesamt wurden 135 verschiedene Stoffe nachgewiesen. Da die ermittelten Gehalte an Pestiziden überwiegend weit unter den geltenden Höchstmengen lagen, kommt die Untersuchung zum Schluss, dass Honig weiterhin bedenkenlos genossen werden kann. Es wird allerdings angemerkt, dass Honig auch weiterhin im Rahmen der Lebensmittelüberwachung untersucht werden sollte [2].

Eine Studie aus dem Jahr 2006 beschrieb, dass in Honig Sporen von → Clostridium botulinum gefunden wurden [3]. Die im Darm auskeimenden Bakterien produzieren Neurotoxine, die bei Kindern die Krankheit Botulismus auslösen können. Fälle von Säuglingsbotulismus werden weltweit seit 1976 beschrieben, allerdings kamen 90 % der Berichte aus den USA [3].
Noch im Jahr 2024 warnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. davor, Kindern unter einem Jahr Honig zu essen zu geben, weil die Gefahr besteht, dass sich Säuglinge mit Botulismus infizieren. Von dieser Warnung ausgenommen sind mit Honig gesüßte Säuglingsfertignahrung, Breie und Kekse. Bei diesen Produkten sorgen die Hersteller dafür, dass Clostridium botulinum bei der Fertigung abgetötet wird [4]. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt sich der Warnung an [5]. Aufgrund der Gefahr für Säuglinge, an Säuglingsbotulismus zu erkranken, steht auf dem Etikett von Honig häufig ein Warnhinweis oder ist ein entsprechendes Logo abgebildet.

Honigglas mit Warnhinweis

Abbildung 1: Warnhinweis auf einem Honigglas

Veganer „Honig“

Es gibt verschiedene vegane Produkte, die als Honigalternativen gehandelt werden. Zutaten sind beispielsweise Wasser mit Zucker, dem verschiedene Extrakte wie Löwenzahn-Extrakt, Gänseblümchen-Extrakt oder auch Tannen-Extrakt hinzugegeben werden. Andere Produkte bestehen aus Reissirup mit natürlichen Aromen, Salz und dem Säuerungsmittel Apfelsäure.

Ebenfalls als Honigalternative geeignet sind: Agavendicksaft, Rübenkraut oder auch Ahornsirup sowie Apfelkraut und Birnendicksaft. Sie sind von Natur aus vegan und geben Gerichten einen angenehmen Geschmack [11, 12, 13, 14].


Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Leitsätze für Honig. Zugriff am 21.04.2026
Sie verlassen die Internetseite Honigverordnung (HonigV). Zugriff am 21.04.2026

Quellen

[1] Sie verlassen die Internetseite Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Hrsg.) (2019): Pflanzenschutzmittelrückstände in Honig? Zugriff am 15.05.2026
[2] Sie verlassen die Internetseite Untersuchungsämter Baden-Württemberg (2025): Ergebnisse der Untersuchung von Honigproben aus aller Welt auf ein umfangreiches Spektrum von Pestiziden und anderen Stoffen. Zugriff am 15.05.2026
[3] Sie verlassen die Internetseite van der Vorst MM, Jamal W, Rotimi VO, Moosa A.: Infant botulism due to consumption of contaminated commercially prepared honey. First report from the Arabian Gulf States, Med Princ Pract. 2006;15(6):456-8
[4] Sie verlassen die Internetseite Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e. V. (Hrsg.) (2024): Honig – für Babys manchmal eine Gefahr. Zugriff am 15.05.2026
[5] Sie verlassen die Internetseite Bundesinstitut für Risikobewertung (Hrsg.) (2025): Fragen und Antworten ─ Selten, aber vermeidbar: Fragen und Antworten zum Botulismus. Zugriff am 15.05.2026
[6] Souci, S.W. / Fachmann, W. / Kraut, H.: Food Composition and Nutrition Tables - Die Zusammensetzung der Lebensmittel, Nährwert-Tabellen - La composition des aliments Tableaux des valeurs nutritives. 2024
[7] Sie verlassen die Internetseite Deutscher Imkerbund e. V. (Hrsg.): Echter Deutscher Honig – geprüfte Qualität. Zugriff am 15.05.2026
[8] Sie verlassen die Internetseite Wikipedia-Eintrag: Hydroxymethylfurfural. Zugriff am 09.10.2020 um 12:22 Uhr
[9] Sie verlassen die Internetseite Verbraucherzentrale Sachsen (Hrsg) (2024): EU beschließt neue „Frückstücksrichtlinie“. Zugriff am 02.12.2025
[10] Sie verlassen die Internetseite Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (Hrsg.) (2025): Zweite Verordnung zur Änderung der Honigverordnung und anderer lebensmittelrechtlicher Vorschriften. Zugriff am 02.12.2025
[11] Sie verlassen die Internetseite PETA Deutschland e. V. (Hrsg.) (2022): Veganer Honig: Die 16 besten pflanzlichen Alternativen. Zugriff am 17.05.2026
[12] Sie verlassen die Internetseite Vegablum GmbH: Wonig. Zugriff am 17.05.2026
[13] Sie verlassen die Internetseite Frunix GmbH: HONIX-Brotaufstrich, fructosearm. Zugriff am 17.05.2026
[14] Sie verlassen die Internetseite Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. (vzbv) (2023): Vegane Honig-Alternativen: Oft nur teurer Sirup. Zugriff am 17.05.2026
Sie verlassen die Internetseite Honigverordnung vom 16. Januar 2004 (BGBl. I S. 92), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 25. November 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 289) geändert worden ist.
Prof. Dr. A. Beythien und Ernst Dreßler (HG ), Mercks Warenlexikon. 1920
Prof. Dr. Georg Schwedt: Zuckersüße Chemie, Kohlenhydrate & Co, 2010
Urania Tierreich in sechs Bänden: Insekten, 1989

Ausführliche Quellenangaben