Wissen Hauswirtschaft Impressum Sitemap Suche Kontakt
Wissen rund um die Hauswirtschaft
Lupe Suche

Sie befinden sich hier: Startseite > Ernährung > Lebensmittel­kennzeichnung

Lebensmittel­kennzeichnung

Bei vielen Lebensmitteln können wir nicht mit dem bloßen Auge erkennen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Deshalb ist es erforderlich, Informationen zu dem Produkt und seinen Inhaltsstoffen anzugeben. Besonders wichtig sind die Angaben für Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten oder -allergien. Für diese Menschen kann der Verzehr bestimmter Lebensmittel Krankheiten auslösen oder sogar lebensbedrohlich sein.
Welche Angaben auf Fertigpackungen stehen müssen, regelte die im August 1984 in Kraft getretene Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Sie verlassen die Internetseite Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung – LMKV). Die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 (Sie verlassen die Internetseite Lebensmittel­informations­verordnung – LMIV) vereinheitlicht nun die Kennzeichnung von Lebensmitteln europaweit und löst ab dem 13. Dezember 2014 die nationalen Verordnungen ab. Am 28.11.2014 beschloss der Bundesrat die vorläufige Lebensmittelinformations-Ergänzungsverordnung – VorlLMIEV. Sie enthält ergänzende nationale Bestimmungen z. B. zur Art und Weise der Pflichtkennzeichnung von Stoffen oder Erzeugnissen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen. Anders als die Lebensmittel­informations­verordnung (LMIV) erlaubt die VorlLMIEV unter bestimmten Voraussetzungen eine mündliche Auskunft über die 14 Hauptallergene bei loser Ware. (Sie verlassen die Internetseite Vorläufige Verordnung zur Ergänzung unionsrechtlicher Vorschriften betreffend die Information der Verbraucher über die Art und Weise der Kennzeichnung von Stoffen oder Erzeugnissen, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen, bei unverpackten Lebensmitteln)

Die Sie verlassen die Internetseite Zusatzstoff-Zulassungsverordnung – ZzulV führt die zugelassenen Zusatzstoffe wie beispielsweise Farbstoffe, Süßungsmittel, Konservierungsstoffe, Verdickungsmittel und Säuerungsmittel auf. Paragraf 9 regelt die Kenntlichmachung dieser Zusatzstoffe.

Pflichtangaben auf Lebensmittel­verpackungen

Bezeichnung des Lebensmittels,
Zutatenliste (Inhaltsstoffe),
die Menge bestimmter Zutaten oder Zutatenklassen,
Inhaltsstoffe, die Allergien oder Lebensmittel­unverträglich­keiten hervorrufen können,
Nährwertinformationen,
Nettofüllmenge,
Mindesthaltbarkeitsdatum oder Verbrauchsdatum,
gegebenenfalls besondere Anweisungen für die Aufbewahrung und/oder Verwendung,
Name oder Firma und Adresse des Herstellers,
Ursprungsland oder Herkunftsort,
Chargen- oder Losnummer (bis auf wenige Ausnahmen)
eine Gebrauchsanleitung, wenn der Käufer ohne sie das Lebensmittel nicht angemessen verwenden kann,
bei Getränken mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent muss der vorhandene Alkoholgehalt in Vol.-% angegeben werden.

Die Pflichtangaben auf einem Etikett müssen eine bestimmte Mindestgröße haben und zwar richtet sich diese nach der Höhe des kleinen Buchstabens "x". Um die Lesbarkeit der Angaben zu gewährleisten, darf die sogenannte "x-Höhe" nicht kleiner als 1,2 mm sein. Bei einer Verpackung, die kleiner als 80 cm² ist, muss die "x-Höhe" mindestens 0,9 mm betragen.

Freiwillige Angaben

Inhaltsstoffe, die in Spuren im Produkt enthalten sein können, "kann Spuren von... enthalten",
Label, (Güte-)Siegel und Hinweise von privaten Prüfinstituten
GDA-Kennzeichnung.
Lebensmittelkennzeichnung

1) Markenname
2) Bezeichnung des Lebensmittels
3) Zutatenverzeichnis (Inhaltsstoffe)
4) Nährwertinformationen
5) Nettofüllmenge
6) Chargen- oder Losnummer
7) Herstellerinformationen
8) Mindesthaltbarkeitsdatum
9) Anweisungen für Aufbewahrung

Erläuterung der Begriffe

Bezeichnung des Lebensmittels

Die Bezeichnung des Lebensmittels muss ein Produkt eindeutig beschreiben, sodass der Verbraucher weiß, um welches Lebensmittel es sich handelt und es von anderen Produkten unterscheiden kann. Beispiele für eine solche Bezeichnung sind Vollmilchschokolade, Frischkäse oder Spaghetti.

Zutatenverzeichnis

Bei den Zutaten werden die Inhaltsstoffe aufgelistet und zwar in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils. Hat natürliches Mineralwasser den größten Anteil an einer Limonade, so steht dieses an erster Stelle. Eine primäre Zutat ist diejenige, die über 50 % des Lebensmittels ausmacht oder mit der Bezeichnung eines Lebensmittels in Verbindung gebracht wird. Die Menge einer Zutat muss aufgeführt werden, wenn sie z. B. auf einer Abbildung oder mit Worten hervorgehoben ist, in der Bezeichnung eines Lebensmittels genannt wird oder das Lebensmittel in besonderer Weise charakterisiert (QUID-Angaben). Bei Konfitüren, Gelees und Marmeladen muss der Fruchtanteil angegeben sein; beispielsweise 50 g Frucht je 100 g. Durch die Mengenangaben soll der Verbraucher in die Lage versetzt werden, die Produkte miteinander zu vergleichen.

QUID-Angaben

Die QUID-Angaben (Quantitative Ingredient Declaration) sind Mengenangaben auf verpackten Lebensmitteln. Der Mengenanteil einer Zutat muss Prozent angegeben werden, wenn diese Zutat in der Bezeichnung des Lebensmittels vorkommt oder durch eine Abbildung auf dem Etikett oder in Worten auf der Verpackung hervorgehoben wird. Die Kennzeichnung kann nach der Bezeichnung des Lebensmittels oder in der Zutatenliste erfolgen.
Beispiel für die Mengenangaben nach der Bezeichnung:

Marzipanstollen mit 10 % Marzipanfüllung.
Butter Spritzgebäck mit 32 % Butter

Beispiel für die Mengenangaben in der Zutatenliste:

Beerenmüsli
Zutaten: 62 % Hafervollkornflocken, 21 % Beerenmischung (Sultaninen, blaue Weinbeeren getrocknet, Erdbeeren gefriergetrocknet, Himbeeren gefriergetrocknet, rote Johannisbeeren gefriergetrocknet), Gerstenvollkornflakes (→ Kennzeichnung von Allergenen), Apfelstücke getrocknet, Buchweizen, Sonnenblumenkerne.
Buttergebäck
Zutaten: Weizenmehl, 27 % Butterreinfett, Zucker, Vollei (→ Kennzeichnung von Allergenen), Speisesalz.

Ersatzzutaten angeben

In einigen Lebensmitteln wird eine bestimmte Zutat erwartet, wie beispielsweise Käse auf einer Pizza. Wird eine solche Zutat, wie der Käse, ausgetauscht, muss angegeben werden, welche Zutat oder welcher Bestandteil diese teilweise oder vollständig ersetzt. Beispiel: Bei Gebrauch von Analogkäse (Sie verlassen die Internetseite Kunstkäse) muss aufgeführt sein, dass statt der Milchbestandteile pflanzliche Fette verwendet wurden. Die Kennzeichnung erfolgt in unmittelbarer Nähe zum Produktnamen. Die Schriftgröße muss mindestens 75 % des Produktnamens betragen, darf aber nicht kleiner als die für die Pflichtangaben vorgeschriebene Mindestgröße sein.

Zusammengefügte Fisch- oder Fleischerzeugnisse

Sind Fleischerzeugnisse, Fleischzubereitungen und Fischereierzeugnisse aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt, dann müssen diese mit dem Hinweis "aus Fleischstücken zusammengefügt" und "aus Fischstücken zusammengefügt" gekennzeichnet sein, wenn sonst der Eindruck erweckt werden könnte, dass es sich um ein gewachsenes Stück Fleisch oder Fisch handelt.

Allergenkennzeichnung

Menschen mit einer Lebensmittelunverträglichkeit oder Lebensmittelallergie müssen erkennen können, ob eventuell Inhaltsstoffe im Lebensmittel enthalten sind, die sie nicht vertragen. Besonders wichtig ist dies bei Inhaltsstoffen, die als Verunreinigung im Herstellungsprozess in das Lebensmittel gelangen, mit deren Vorhandensein aber nicht zu rechnen ist. Inhaltstsoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, müssen auf der Zutatenliste aufgeführt sein. Dabei hat sich der Gesetzgeber auf die 14 häufigsten Auslöser von Allergien und Unverträglichkeiten beschränkt.

Zu den kennzeichnungspflichtigen Inhaltsstoffen gehören:

Milch und Milch­erzeugnisse (einschließlich Laktose) Lupinen und daraus gewon­nene Erzeug­nisse
Krebstiere (z. B. Krabben, Hummer, Flusskrebs) und daraus gewon­nene Erzeug­nisse Weichtiere (Mollusken z. B. Schnecken, Mies­muscheln, Austern, Venus­muscheln, Tintenfische) und daraus gewon­nene Erzeugnisse
Eier und Eierzeug­nisse Sellerie und daraus gewon­nene Erzeugnisse
Fisch und Fisch­erzeugnisse Senf und daraus gewon­nene Erzeug­nisse
Erdnüsse und daraus gewon­nene Erzeug­nisse Sesamsamen und daraus gewon­nene Erzeug­nisse
Soja und daraus gewon­nene Erzeug­nisse Schalenfrüchte (Baumnüsse, umgangs­sprachlich "Nüsse") wie Mandeln, Haselnüsse, Walnüsse, Kaschunüsse, Pecan­nüsse, Paranüsse, Pistazien, Macadamia­nüsse (Queens­landnüsse) sowie daraus gewon­nene Erzeug­nisse.
Gluten­haltiges Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder Hybrid­stämme davon, sowie daraus hergestellte Erzeug­nisse. Schwefel­dioxid und Sulfite (ab einer Kon­zen­tration von 10 mg/kg oder 10 mg/l)

Laut der EU-Verordnung Nr. 1169/2011 - besser bekannt als Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) - müssen die Inhaltsstoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen können, auf Verpackungen optisch hervorgehoben werden. Die Hervorhebung ist beispielsweise durch die Schriftart, den Schriftstil (fett, unterstrichen, kursiv) oder eine Hintergrundfarbe möglich. Bei zusammengesetzten Worten kann der Bestandteil, der eine Allergie oder Unverträglichkeit auslöst hervorgehoben werden (z. B. Sojaschrot), oder auch die gesamte Bezeichnung des betreffenden Lebensmittels (z. B. Sojaschrot). Seit dem 13. Dezember 2014 müssen auch auf unverpackten Lebensmitteln die 14 häufigsten Allergene gekennzeichnet sein → Beispiel für die Kennzeichnung auf einem Speiseplan. Weitere Informationen Sie verlassen die Internetseite Europäische Richtlinie zur Allergenkennzeichnung, aid-Infodienst.

Alt Neu
Zutaten
Wasser, Karotten, Zwiebeln, Rote Linsen (4,5 %) → Kartoffeln, Blumenkohl, Lauch, Erbsen, Maismehl, Weizenmehl, Salz, Sahne, Hefe-Extrakt, konzentriertes Tomatenmark, Knoblauch, Zucker, Selleriesamen, Pflanzenöl (Sonnenblumen), weißer Pfeffer, Petersilie.
Zutaten
Wasser, Karotten, Zwiebeln, Rote Linsen (4,5 %) →Kartoffeln, Blumenkohl, Lauch, Erbsen, Maismehl, Weizenmehl, Salz, Sahne, Hefe-Extrakt, konzentriertes Tomatenmark, Knoblauch, Zucker, Selleriesamen, Pflanzenöl (Sonnenblumen), weißer Pfeffer, Petersilie.

Eine freiwillige Angabe ist der Hinweis "Kann Spuren von...enthalten". Mit ihm werden solche Stoffe bezeichnet, bei denen nicht auszuschließen ist, dass sie bei der Herstellung in das Produkt gelangten.

Zusatzstoffe

Zusatzstoffe sind nur in geringen Mengen in Lebensmitteln vorhanden und stehen aus dem Grund meist am Ende der Zutatenliste. Es kann sich hierbei um Säuerungsmittel, Geschmacksverstärker oder Geliermittel handeln, um nur einige zu nennen. Da die chemischen Bezeichnungen der Zusatzstoffe oft sehr lang sind, hat man ihnen sogenannte E-Nummern zugeordnet. Beispielsweise hat Saccharin die Nummer E 954, Cyclamat die Nummer E 952 und Ascorbinsäure (Vitamin C) die Nummer E 300. Derzeit sind über 300 Substanzen als Zusatzstoffe zugelassen.

Zusatzstoffe können folgenden Klassen zugeordnet werden:

Anti­oxi­dations­mittel Pack­gase
Back­triebmittel Säuerungs­mittel
Emulgatoren Säure­regu­latoren
Farb­stoffe Schaum­mittel
Festigungs­mittel Schaum­verhüter
Feuchthalte­mittel Schmelz­salze
Füll­stoffe Sta­bili­satoren
Gelier­mittel Süßung­smittel
Ge­schmacks­verstärker Träger­stoffe
Komplex­bildner Treib­gase
Kon­ser­vierungs­stoffe Trenn­mittel
Mehl­behandlungs­mittel Über­zug­mittel
Modifizierte Stärken Verdickungs­mittel

Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, wie lange das Lebensmittel bei den angegebenen Lagerungsbedingungen in seiner Beschaffenheit erhalten bleibt und genießbar ist. Ermittelt wird das Mindesthaltbarkeitsdatum durch den Hersteller und beruht auf Testergebnissen und Erfahrungswerten. Nicht selten ist das Lebensmittel aber auch über das angegebene Datum hinaus noch genießbar. Beispielsweise wird bei Honig oftmals das darauffolgende Jahr als Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben. Durch seinen hohen Zuckergehalt ist Honig aber meist deutlich länger genießbar. Nach dem Ablauf des Datums ist die "Garantie" des Herstellers aber abgelaufen und der Verbraucher muss selbst überprüfen, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird angeben mit den Worten "mindestens haltbar bis...", es folgt das Datum mit Tag, Monat und Jahr. Abhängig von der Dauer der Haltbarkeit können Datumsbestandteile entfallen. Bei Produkten mit einer Haltbarkeit von bis zu 3 Monaten wird das Haltbarkeitsdatum mit Tag und Monat aufgeschrieben, während bei einer Haltbarkeit von über drei Monaten der Monat und das Jahr anzugeben sind. Bei sehr lange haltbaren Produkten, wie z. B. Konserven, die sich länger als 18 Monate lagern lassen, reicht die Angabe des Jahres, z. B. mindestens haltbar bis Ende 2017.

Verbrauchsdatum

Bei leicht verderblichen Waren wird ein sogenanntes Verbrauchsdatum angegeben. Das ist beispielsweise bei Hackfleisch, rohem Fleisch, rohen Würsten oder Geflügel der Fall. Diese Lebensmittel sollten nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr gegessen werden, da der Verzehr gesundheitsschädlich sein kann. Die Lebensmittel dürfen nach Ablauf des Verbrauchsdatums nicht mehr verkauft werden.

Chargen-/Losnummer

Durch die Chargen- oder Losnummer lässt sich das Produkt einer bestimmten Warenpartie zuordnen. Das ist besonders wichtig für Rückrufaktionen. Tritt bei einem Produkt ein Mangel auf, oder geht von ihm eine gesundheitliche Gefahr aus, können mithilfe der Chargen- oder Losnummer Produkte der gleichen Serie herausgefunden werden und es müssen nicht alle Erzeugnisse zurückgerufen werden.

Identitätskennzeichen

IdentitätskennezeichnungLebensmittel tierischen Ursprungs wie Milch oder Fleischerzeugnisse müssen mit einer Identitätskennzeichnung versehen sein. Diese besteht aus verschiedenen Buchstaben und Zahlen, mit deren Hilfe ermittelt werden kann, welcher Betrieb das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat. Eine Liste der Abkürzungen finden Sie auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Sie verlassen die Internetseite Das Identitäts- und Genusstauglichkeitskennzeichen.

Nährwertinformationen

Um die Nährwerte eines Lebensmittels vergleichen zu können, werden beim überwiegenden Teil der Lebensmittelverpackungen die Nährwertangaben angegeben. Trägt eine Verpackung gesundheits- oder nährwertbezogene Angaben, wie beispielsweise Vitamine oder Mineralstoffe, dann ist die Kennzeichnung der Nährwerte Pflicht. Die Nährwertangaben erfolgen in Form einer Tabelle und sind bezogen auf 100 g bzw. 100 ml des betreffenden Lebensmittels. Neben dem Energiegehalt (kJ/kcal) ist die Angabe der sechs Nährstoffe Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und → Salz verpflichtend. Sind Vitamine oder andere Nährstoffe auf der Verpackung besonders hervorgehoben, dann müssen diese ebenfalls genannt werden, wie z. B. der Vitamin-C-Gehalt bei Orangensaft. Die verpflichtende Nährwertdeklaration kann durch freiwillige Nährwertangaben wie Ballaststoffe, Stärke, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren etc. ergänzt werden. Nach Ablauf der Übergangsfrist am 13. Dezember 2016 müssen in der Europäischen Union in der Regel alle verpackten Lebensmittel eine Nährwerttabelle aufweisen.

Die folgende Tabelle zeigt ein Beispiel für die Nährwertangaben:

Nährwertangaben je 100 g
Brennwert 1477 kJ/353 kcal
Fett 4,4 g
davon gesättigte Fettsäuren 1,3 g
Kohlenhydrate 62,0 g
davon Zucker 19,8 g
Eiweiß 9,5 g
Salz 0,12 g

Eine → Ampelkennzeichnung, wie im Vereinigten Königreich üblich, ist nicht vorgesehen.

GDA-Kennzeichnung als freiwillige Angabe

Der Guideline Daily Amount (üblicherweise mit "empfohlener Tageszufuhr" übersetzt) besteht aus Richtwerten für die tägliche Aufnahme von Energie und insbesondere solcher Nährstoffe, die sich bei übermäßigem Verzehr nachteilig auf die Gesundheit auswirken könnten. Die folgende Tabelle listet die verschiedenen GDAs auf:

  Frauen (1) Männer (1) Kinder
(5-10 Jahre) (2)
Energie 2000 kcal 2500 kcal 1800 kcal
Eiweiß 50 g 60 g 24 g
Kohlenhydrate 270 g 340 g 220 g
Gesamtzucker 90 g 110 g 85 g
Fett 70 g 80 g 70 g
gesättigte Fettsäuren 20 g 30 g 20 g
Ballaststoffe 25 g 25 g 15 g
Salz 6 g 6 g 4 g

Quelle: (1) Deutsche Gesellschaft für Ernährung
(2) Guideline Daily Amounts, Food and Drink Federation (FDF)

Die GDA-Angaben werden auf die Menge von 100 Gramm oder 100 Millilitern bezogen, freiwillig sind die Angaben pro Portionsgröße. Neben dem eigentlichen Nährwertgehalt in Gramm wird auch der prozentuale Anteil am Richtwert für die empfohlene Tageszufuhr (GDA-Wert) ausgezeichnet.

Beispiel:

GDA-Angaben

Zu bedenken ist, dass die empfohlenen Mengen je nach körperlicher Aktivität, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht variieren können.

Herkunftsangaben

Die Bezeichnung der Herkunft ist schon heute bei Lebensmitteln wie nativem Olivenöl, Honig, Rindfleisch und ab dem 1.4.2015 auch für verpacktes frisches, gekühltes oder gefrorenes Fleisch vom Schwein, Schaf oder Ziege und Hausgeflügel vorgeschrieben. Ebenso werden bei Eiern, Obst und Gemüse die Herkunftsländer angegeben. Bei vorverpacktem und unverarbeitetem Fisch ist das Fanggebiet zu nennen. Das Ursprungsland oder der Herkunftsort muss auch dann angegeben werden:

Wenn das Etikett oder die beigefügten Informationen sonst den Eindruck erwecken könnten, dass das Lebensmittel aus einer anderen Region stammt.
Kommt die Hauptzutat aus einer anderen Region, als dem Ort/Land das auf dem Lebensmittel angegeben ist, so muss das Ursprungsland oder der Herkunftsort der Hauptzutat gesondert angegeben werden.

Geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U., engl. PDO)

Die geschützte Ursprungsbezeichnung ist ein EU-Qualitätssiegel, das besagt, dass ein Produkt nach einem anerkannten Verfahren in einem bestimmten geografischen Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt wurde. Beispiele sind der Allgäuer Bergkäse, der Altenburger Ziegenkäse und der Odenwälder Frühstückskäse.

Geschützte geografische Angabe (g.g.A., engl. PGI)

Bei diesen Produkten fand eine Herstellungsstufe (Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung) in einem bestimmten Herkunftsgebiet statt. Beispiel sind Nürnberger Rostbratwürste, Thüringer Leberwurst und Aachener Printen.

Regionalfenster

Beispiel Regionalfenster
Beispiel für das Regionalfenster, Quelle: BMELV

Das Regionalfenster ist eine freiwillige Kennzeichnung und wird im Januar 2014 bundesweit eingeführt. Das blaue, quadratische Label informiert darüber, woher die landwirtschaftlichen Zutaten eines Produktes stammen und wo sie verarbeitet wurden. Die Herkunftsregion der Rohware lässt sich auf dem Label nachlesen. Als Region kommt beispielsweise ein Landkreis oder das Bundesland infrage. Ebenso besteht die Möglichkeit einen Radius in Kilometern, um eine Stadt anzugeben, auch darf, wie bei der Eifel, eine Region Staats- oder Ländergrenzen überschreiten.
Für die Angaben gelten folgende Regeln: Macht die erste Hauptzutat mehr als die Hälfte des Gesamtproduktgewichtes aus, muss diese vollständig aus der beschriebenen Region stammen. Macht sie weniger als 50 % des Gesamtgewichtes aus, so müssen alle weiteren Zutaten ebenfalls zu 100 % aus dieser Region stammen, bis die Summe der Zutaten 51 % des Produktgewichtes erreicht. Würde eine Geflügelwurst beispielsweise aus 75 % Hähnchenfleisch bestehen, so muss das gesamte Hähnchenfleisch aus der benannten Region stammen. Bei einer Wurst aus 47 % Schweine- und 35 % Rindfleisch müssen beide Fleischsorten zu 100 % aus der angegebenen Herkunftsregion kommen.

Rechtsvorschriften

Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel und zur Änderung der Verordnungen (EG) Nr. 1924/2006 und (EG) Nr. 1925/2006 des Europäischen Parlaments und des Rates und zur Aufhebung der Richtlinie 87/250/EWG der Kommission, der Richtlinie 90/496/EWG des Rates, der Richtlinie 1999/10/EG der Kommission, der Richtlinie 2000/13/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, der Richtlinien 2002/67/EG und 2008/5/EG der Kommission und der Verordnung (EG) Nr. 608/2004 der Kommission (Lebensmittelinformationsverordnung [LMIV]: Sie verlassen die Internetseite http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2011:304:0018:0063:DE:PDF).
Grundlage für die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist die "Richtlinie 2000/13/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 20. März 2000 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Etikettierung und Aufmachung von Lebensmitteln sowie die Werbung hierfür" (Sie verlassen die Internetseite http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CONSLEG:2000L0013:20090807:DE:PDF).
Verordnung über nährwertbezogene Angaben bei Lebensmitteln und die Nährwertkennzeichnung von Lebensmitteln (Artikel 1 der Verordnung zur Neuordnung der Nährwertkennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel) (Sie verlassen die Internetseite Nährwert- Kennzeichnungsverordnung - NKV) vom 25.11.1994. Zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 1.10.2009 I 3221
Sie verlassen die Internetseite Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV) vom 23. Juni 1993. Zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 25.7.2013 I 2722
Sie verlassen die Internetseite EU-weit einheitliche Lebensmittel-Kennzeichnung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

mit WhatsApp teilen Logo

Die Themen

Ampelkennzeichnung Preisauszeichnung

Punkt Ampelkennzeichnung
Punkt Preisauszeichnung

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite EU-Lebensmittel-Informationsverordnung: wichtige Änderungen im Überblick. Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände - Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
Sie verlassen die Internetseite Allergen-Kennzeichnung. Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände - Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)
Sie verlassen die Internetseite Information statt Kennzeichnung: Kompaktes Wissen zur Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). GS1 Germany GmbH
Sie verlassen die Internetseite Verordnung über die Kennzeichnung von Lebensmitteln (Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung - LMKV)
Sie verlassen die Internetseite EU-Verordnung Nr. 1169/2011 ( Lebensmittelinformationsverordnung - LMIV)
Sie verlassen die Internetseite Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken (Zusatzstoff-Zulassungsverordnung - ZZulV)
Sie verlassen die Internetseite DGE-Stellungnahme zur Anwendung von "Guideline Daily Amounts" (GDA) in der freiwilligen Kennzeichnung von Lebensmitteln
Sie verlassen die Internetseite Guideline Daily Amounts, Food and Drink Federation (FDF), UK
Sie verlassen die Internetseite Wikipedia zur Herkunftsbezeichnung, aufgerufen am 21.11.2013 um 17:44 Uhr
Sie verlassen die Internetseite Regionalfenster. Regionalfenster e.V.
Sie verlassen die Internetseite Kennzeichnung von Fleisch: Herkunftsangabe künftig Pflicht. Europäische Kommission, 06.12.2013
Sie verlassen die Internetseite EU-28 stimmen Herkunftskennzeichnung bei Fleisch zu. Neue Regelung tritt im April 2015 in Kraft, 09.12.2013
Sie verlassen die Internetseite Hülsenfrüchte, Ölsamen, Schalenobst (Nüsse), Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Sie verlassen die Internetseite Europäische Richtlinie zur Allergenkennzeichnung, aid-Infodienst
Sie verlassen die Internetseite Minus Allergen – Plus Konzept, Hügli Nahrungsmittel GmbH
Sie verlassen die Internetseite Advice on food allergen labelling. Food Standards Agency November 2013
Sie verlassen die Internetseite Fragen und Antworten zur Anwendung der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel. Stand 31. Januar 2013
Sie verlassen die Internetseite Lebensmittel-Kennzeichnung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Sie verlassen die Internetseite Infografik: Die wichtigsten Neuerungen der Lebensmittelinformations-Verordnung. Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Sie verlassen die Internetseite Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände - Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv): Mengenkennzeichnung (QUID, Quantitative Ingredient Declaration). Zugriff am 23.3.2016
Josef Loderbauer: Das Verkaufsbuch Bäckerei und Konditorei in Lernfeldern. 2015
Lebensmittelkennzeichnung verstehen. Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.. Januar 2013
Zehn Fragen und Antworten zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.. 2012

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  29.09.2016