Wissen Hauswirtschaft Impressum Sitemap Suche Kontakt
Wissen rund um die Hauswirtschaft
Lupe Suche

Sie befinden sich hier: Startseite > Ernährung > Herd

Herd

In diesem Kapitel lesen Sie etwas über den Aufbau und die Funktion von Herden.

Punkt Bauformen
Punkt Kochplatten
Punkt Glaskeramik-Kochfeld
Punkt Einstellbereiche für verschiedene Garverfahren
Punkt Induktionskochfeld
Punkt Backofen
Punkt Reinigung des Backofens

Herde dienen zum → Garen von Lebensmitteln. Die Energiequelle kann Strom oder Gas sein, wobei in Privathaushalten der Elektroherd weiter verbreitet ist. Die Standardbreite eines Herdes für den Privathaushalt ist 60 cm, es werden aber auch Geräte mit einer Breite von 50 cm oder 90 cm angeboten.

Elektroherd

Ein Elektroherd (Standherd) besteht aus:

Punkt Kochfeld (Herdmulde) mit Kochplatten, Glaskeramik-Kochfeld oder Induktionskochfeld,
Punkt Schalterblende
Punkt Backofen
Punkt Geschirrwagen
Punkt Sockel

Elektroherd

Abbildung 1: freistehender Elektroherd

Der gesamte Herdkörper besteht in der Regel aus emailliertem Stahlblech oder Edelstahl, in den oben die Herdmulde integriert ist. Heutzutage werden in Elektroherden größtenteils Glaskeramik-Kochfelder (Abbildung 2) oder Induktionskochfelder eingebaut, Kochplatten sind äußerst selten geworden.

Glaskeramik-Kochfeld

Abbildung 2: Glaskeramik-Kochfeld

Für die Regelung der Kochplatten oder Kochfelder sind heute noch Drehschalter üblich, die bei einigen Modellen versenkbar sind. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit die Temperatur mit einem abnehmbaren magnetischen Bedienknebel (TwistPad) auf dem Glaskeramikfeld zu ändern. Im Kochfeld eingebaute Sensoren registrieren die Richtungsänderung beim Drehen und nehmen die Einstellungen vor. Bei Entfernen des Bedienhebels schalten sich die Kochfelder automatisch aus.
Für Backöfen gibt es neben Drehschaltern auch Touch-Bedienung. Die Bedienelemente sind in der Regel in der Schalterblende angeordnet, ebenso wie die Kontrolllampe und unter Umständen eine Schaltuhr/Timer.

Der Backofen wird klassisch mit einer klappbaren Backofentür verschlossen, die sich bei einigen Herden abmontieren lässt, was die Reinigung deutlich vereinfacht. Das Backblech/-gitter liegt auf Führungen im Backinnenraum. Bei anderen Modellen kann ein Backwagen herausgezogen und bequem von oben beschickt werden (Abbildung 3). Hier sind die Backbleche oder Backgitter in der Tür eingehackt (Abbildung 4). Eine dritte Variante sind Teleskopauszüge, bei der die Backbleche/-gitter auf Schienen aufliegen, die ganz oder teilweise herausziehbar sind.

Elektroherd mit Backwagen

Abbildung 3: Elektroherd mit Backwagen

Unter dem Backofen befindet sich bei Standgeräten in der Regel ein Geschirrwagen, in dem Pfannen, Deckel oder anderes Zubehör Platz finden können.

Eingehackte Backbleche

Abbildung 4: in die Tür eingehackte Backbleche

Baumformen

Herde gibt es als Standgeräte, die freistehend aufgestellt werden können. Bei ihnen sind die Herdmulde mit dem Kochfeld und der Backofen zusammen in einem Gerät. Bei Einbaugeräten wird das Kochfeld üblicherweise in die Arbeitsplatte integriert. Dazu kann darunter ein Einbauherd oder in Sichthöhe an anderer Stelle ein Einbaubackofen eingebaut werden.

Kochplatten

Herkömmlich hatten Herde drei bis vier Kochplatten. Die Kochplatte besteht aus einem Plattenkörper aus Grauguss, in dessen Unterseite gewendelte Heizdrähte in eine keramische Masse eingebettet sind (Abbildung 5). Die vertiefte Plattenmitte wird nicht beheizt.

Kochplatte

Abbildung 5: Schema einer Kochplatte

Durch die Heizdrähte wird die Kochplatte erhitzt und die Wärme auf das Kochgeschirr wie Töpfe und Pfannen übertragen. Das Aufheizen einer Kochplatte dauert relativ lange, weshalb Blitzkochplatten mit einer höheren Leistung (und höherem Stromverbrauch) und einer kürzeren Aufheizzeit entwickelt wurden.
Beim Kochen sollte der Topf genau auf die Kochplatte passen. Bei zu kleinen Töpfen geht die Wärme aus den Randbereichen der Kochplatte ungenutzt verloren, während bei zu großen Töpfen die Leistung der Platte nicht ausreicht und sich das Erhitzen unnötig verzögert (Abbildung 6).

Für die Kochplatten passende Töpfe

Abbildung 6: Kochplatten mit unterschiedlichen Topfgrößen

Glaskeramik-Kochfeld

Beim Glaskeramik-Kochfeld (Ceranfeld) liegen die Heizkörper unter einer Platte aus Glaskeramik.

Heizkörper eines Ceranfeldes

Abbildung 7: durchscheinender Heizkörper

Der weiße Kreis auf dem Ceranfeld markiert die Kochzone. Beim Anschalten erhitzt der Heizkörper durch Wärmestrahlung den weiß umrandeten Bereich des Kochfeldes. Die Hitze wird auf das Kochgeschirr übertragen und so die Lebensmittel im Inneren erhitzt. Auch bei Glaskeramik-Kochfeldern muss der Durchmesser des Topfbodens zur Kochzone passen. Sowohl bei den Kochplatten als auch beim Glaskeramik-Kochfeld bleibt nach dem Ausschalten die Kochstelle noch eine Zeit lang heiß, mit der Nachwärme können Gerichte nachgegart werden. Durch rechtzeitiges Herunterschalten lässt sich Energie sparen.
Vorteil eines Glaskeramik-Kochfeldes:

Punkt leichte Reinigung
Punkt schöne Optik
Punkt kürzere Aufheizzeit der Kochstelle

Regelung der Temperatur

Beim Ankochen heizt die Kochplatte / Kochstelle mit maximaler Leistung. Nach dem Herunterschalten wird die Platte im Intervall beheizt (Abbildung 8), besonders gut ist diese Intervallschaltung beim Ceranfeld zu beobachten, wo das Aufleuchten des Heizkörpers die Heizphasen kennzeichnet (Abbildung 7). Je höher die Heizstufe eingestellt ist, desto kürzer sind die Pausen zwischen den Heizphasen und umso höher die durchschnittliche Leistung. Die Drehschalter können in 3, 9 oder 12 Stufen unterteilt sein.

Energiezufuhr während des Kochens

Abbildung 8: Energiezufuhr während des Kochens

Einstellbereiche für verschiedene → Garverfahren

Gar­ver­fahren Ein­stell­bereich bei Dreh­schaltern
  3 Stufen 9 Stufen 12 Stufen
ankochen
blanchieren
3 9 12
anbraten
andünsten
karamellisieren
2 1/2 6-8 9-11
braten 2 5-7 8-10
fortkochen
dämpfen
dünsten
schmoren
1 3-4 4-6
quellen
garziehen
schmelzen
1/2 1-2 1-3
Nachwärme 0 0 0

Induktionskochfeld

Rein äußerlich unterscheidet sich ein Induktionskochfeld nicht von einem Glaskeramik-Kochfeld. Unter der Glaskeramik-Oberfläche befinden sich jedoch Magnetspulen. Ein Induktionsherd erhitzt das Kochgeschirr nicht mit Wärmestrahlung, sondern erzeugt ein Magnetfeld, das die Wärme direkt im magnetisierbaren Kochgeschirr erzeugt. Ein Sensor zur Topferkennung sorgt dafür, dass nur die Magnetspule eingeschaltet wird, über der ein Topf steht. Wird der Topf hochgehoben, schaltet sich nach einiger Zeit die Induktionsplatte automatisch ab. Die Glaskeramik-Platte heizt sich durch die Magnetspule kaum auf, fühlbare Wärme wird ausschließlich vom Topf auf die Glaskeramik übertragen.
Je nach Modell kann die Leistung des Induktionsfeldes stufenlos oder in Stufen eingestellt werden. Die Anzahl der Leistungsstufen und deren Unterteilung variieren stark. Als Bedienelemente gibt es Dreh- oder Druckschalter, aber auch Touch-Bedienung.
Vorteile eines Induktionskochfeldes sind:

Punkt leichte Reinigung,
Punkt schöne Optik,
Punkt sehr schnelles Ankochen,
Punkt keine Nachwärme nach dem Ausschalten.

Das Kochen mit einem Induktionsherd benötigt Eingewöhnungszeit und es kann nur magnetisierbares Kochgeschirr verwendet werden. Für Induktionsfelder einsetzbare Töpfen oder Pfannen sind oft mit einem Spiral-Symbol markiert. Durch die fehlende Nachwärme muss auch beim Quellen (z. B. Reis) die Platte dauerhaft angeschaltet bleiben. Je nachdem über wie viele Leistungsstufen das Gerät verfügt, kann es schwierig sein, die passende Einstellung zum Fortkochen zu finden und einige Induktionsfelder bringen beim Kochen ein Brummen hervor, das auf die Nerven gehen kann.
Das Sie verlassen die Internetseite Bundesamt für Strahlenschutz rät, beim Kochen mit einem Induktionsherd einen Mindestabstand von 5 bis 10 cm zur Vorderkante des Herdes einzuhalten. Patienten mit einem Herzschrittmacher sollten sich bei ihrem Arzt nach möglichen Störbeeinflussungen informieren, da die entstehenden Streufelder die Gerätefunktion beeinflussen könnten.

Backofen

Die klassischen Beheizungsarten bei Backöfen sind Ober- und Unterhitze, backen mit Umluft und die Kombination aus beidem. Die Temperatur lässt sich zwischen 50 °C und 275 °C einstellen, in einigen Fällen auch zwischen 40 °C und 275 °C.

Ober- und Unterhitze im Backofen

Abbildung 9: Ober- und Unterhitze im Backofen

Bei der Ober- und Unterhitze wird das Gargut mit Wärmestrahlung von oben und unten beheizt (Abbildung 9). Bei dieser Beheizungsart kann nur auf einer Ebene gebacken werden. Beim Backen mit Umluft jedoch wird die Wärme mithilfe eines oder mehrerer Ventilatoren aktiv umgewälzt. Die Wärme wird in diesem Fall über die strömende Luft übertragen. Bei dieser Beheizungsart kann auf mehreren Ebenen gegart werden. Als Faustregel gilt, dass die Temperatur mit Umluft 20 °C niedriger eingestellt werden muss, als beim Backen mit Ober- und Unterhitze. Neben diesen Beheizungsarten gibt es noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten (Auswahl):

Grillen → Garverfahren
Grillen mit Umluft
Unterhitze
Oberhitze
Heißluft (3D, 4D, MultiFlow 360˚)
Klimagaren mit erhöhter Luftfeuchtigkeit
Auftauen
Niedertemperaturgaren
Intensivbacken / Pizzastufe (Kombination aus Unterhitze und Umluft)
Dampfgaren
Sabbatschaltung → Speisevorschriften Judentum
Teller wärmen
Warmhalten
Gratinieren
Dörren
diverse Automatikprogramme

Reinigung des Backofens

Die Reinigung des Innenraumes kann mit Muskelkraft, → Reinigungsmittel, → Schwamm und Wasser durchgeführt werden. Da diese Arbeit die wenigsten Menschen begeistert, haben Hersteller einige Methoden entwickelt, die die Reinigung vereinfachen:

Pyrolytische Selbstreinigung: Hier wird der Backofen während des Reinigungsvorgangs auf ca. 500 °C erhitzt. Durch die Hitze werden die Back- und Bratrückstände verbrannt. Zurück bleibt Staub, der leicht mit einem feuchten Tuch entfernt werden kann.

Katalytisches Verfahren: Bei diesem Verfahren ist der Innenraum des Backofens mit einer Spezialemail ausgekleidet, die besonders rau und porös ist. In die Oberfläche sind Metalloxide als Katalysator eingelagert, die dafür sorgen, dass Fettspritzer zusammen mit Hitze und Luftsauerstoff oxidieren und in Wasser und Kohlendioxid zerfallen.

Reinigung mit Wasserdampf (AquaClean): In diesem Fall wird Wasser in ein Backblech gegossen. Das Wasser verdampft und löst den Schmutz aus dem Backinnenraum.

Nano-beschichteter Glastüren: Durch die Nano-beschichtete Glastür, so verspricht der Hersteller, setzt sich weniger Schmutz an der Innenseite der Glastür fest, sie wird schmutzresistent.


Mit WhatsApp teilen Logo

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Induktionskochfeld – Aufbau – Funktion – Vorteile, Smeg Blog
Sie verlassen die Internetseite Backofen-Reinigungssysteme, HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V.
Sie verlassen die Internetseite Induktionsherd, Bundesamt für Strahlenschutz
Stiftung Warentest: Feuer unterm Topf. test 2/2015
HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. (Hrsg.): Das Blaue Kochbuch. Das elektrische Kochen. 2011
Dr. Edith Schenk: Gerätekunde und Maschinenkunde des Haushalts. 1988
Gerätefunktionen der Hersteller Miele, Neff, AEG, Bosch, Gorenje, Amica und Beko wurden einbezogen.

Ausführliche Quellenangaben


Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  15.05.2016