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Pantothensäure (Vitamin B5)

Pantothensäure gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen und ist auch als Vitamin B5 bekannt. Isoliert wurde es erstmals 1938 aus Leberzellen, nachdem es 1931 als ein essenzieller Wuchsstoff für Hefen entdeckt wurde. 1940 gelang es, Pantothensäure zu synthetisieren.

Wirkung

Pantothensäure ist Bestandteil von Koenzym A (CoA) und dem Acyl-Carrier-Protein. Koenzym A (CoA) ist an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt, insbesondere dem Kohlenhydrat- und Fettsäure-Stoffwechsel. Es spielt zusätzlich eine Rolle bei der Bildung von Hormonen und Cholesterol und ist ebenso wie → Biotin für das Wachstum notwendig. Zusammen mit den B-Vitaminen → Folat/Folsäure, → Biotin und → Niacin wird Pantothensäure für eine gesunde Haut, Haare und Nägel benötigt.
Die Liste der Krankheiten, bei denen Pantothensäure eine positive Wirkung haben soll, ist lang. Unter anderem soll es bei Hautproblemen, Allergien, Alkoholismus, Depressionen, Haarausfall und Herzproblemen helfen. Es werden zusätzliche Studien benötigt, um beurteilen zu können, ob Pantothensäure tatsächlich diese und andere Krankheiten positiv beeinflusst.

Resorption und Verteilung im Körper

Mit der Nahrung wird Pantothensäure größtenteils in Form von Koenzym A aufgenommen, von dem im Darm die Pantothensäure abgespalten wird. Die Pantothensäure wird im Dünndarm aufgenommen (resorbiert). Es ist unbekannt, ob, ähnlich wie beim Biotin, der Körper in der Lage ist, Pantothensäure selbst aufzubauen. Im Blut wird Pantothensäure an Plasmaproteine gebunden zu den Zellen transportiert und innerhalb der Zellen in Koenzym A umgewandelt. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Leber, Niere, Herz, Gehirn und Hoden.

Vorkommen

Wie die Verteilung im Körper vermuten lässt, sind beim Fleisch gerade Innereien, insbesondere Leber und Herz reich an Pantothensäure. Aber in nahezu allen anderen Lebensmitteln ist das Vitamin ebenfalls enthalten, wobei es in den meisten Fällen in gebundener Form als Koenzym A vorliegt. Gute Quellen für Pantothensäure sind außerdem: Avocado, Brokkoli, Kartoffeln, Fisch insbesondere Hering und Getreide. Da in Getreideprodukten die meisten Vitamine im Randbereich vorliegen, sind Vollkornprodukte vitaminreicher als stark ausgemahlenes Mehl (→ Weizen).

Gehalt an Pantothensäure von einigen Lebensmitteln

Lebens­mittel Pan­tothen­säure in mg pro 100 g
Rinder­leber 8,0
Hering 7,4
Champig­nons (Zucht) (1) 2,1
Ei (1) 1,54
Vollkorn­weizen 1,2
Hafer­flocken 1,1
Avocado 1,0
Blumen­kohl (1) 1,0
Tomaten 1,0
Camembert 1,0
Edamer 0,8
Brokkoli 0,6
Reis (ungeschält) 0,4
Mager­milch­joghurt (1) 0,35
Kartoffeln 0,3
Weizen­mehl Type 405 0,2
Apfel 0,1

Quelle: K.-H. Bässler, I. Golly, D. Loew, K. Pietrzik: Vitamin Lexikon, 2002
(1) Quelle: I. Elmadfa, D. Fritsche: Unsere Lebensmittel, 2005

Bedarf

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Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr

Säuglinge
0 – unter 4 Monate: 2 mg/Tag
4 – unter 12 Monate: 3 mg/Tag

Kinder
vom 1. – 6. Lebensjahr: 4 mg/Tag
vom 7. – 12. Lebensjahr: 5 mg/Tag
vom 13. – 14. Lebensjahr: 6 mg/Tag

Jugendliche und Erwachsene
vom 15. – 64. Lebensjahr: 6 mg/Tag
65 Jahre und Älter: 6 mg/Tag
Schwangere Frau: 6 mg/Tag
Stillende Frau: 6 mg/Tag

USAFood and Nutrition Board, Institute of Medicin

In den USA werden anders als in Deutschland ab dem 14ten Lebensjahr 5 mg Pantothensäure täglich empfohlen (Adequate Intake, AI). In der Schwangerschaft erhöht sich der Wert auf 6 mg und während der Stillzeit sogar auf 7 mg täglich. Die AI-Werte für Kinder sind entsprechend geringer:

0 – 6 Monate: 1,7 mg/Tag
7 – 12 Monate: 1,8 mg/Tag
1 – 3 Jahre: 2 mg/Tag
4 – 8 Jahre: 3 mg/Tag
9 – 13 Jahre: 4 mg/Tag

Stabilität

Am höchsten ist die Stabilität der Pantothensäure in neutralen Lösungen. Das Vitamin wird sowohl in alkalischen wie auch in sauren Lösungen insbesondere durch Hitzeeinwirkung zerstört. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) geht von einem Kochverlust von bis zu 30 % aus.

Mangelerscheinungen (Hypovitaminose)

Mangelerscheinungen sind selten, da eine ausgewogene Mischkost ausreichend Pantothensäure enthält. Auch ist es schwer, einen Mangel alleine auf die Pantothensäure zurückzuführen, oftmals fehlen auch andere B-Vitamine, wie beispielsweise Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2 (Riboflavin) und Niacin. In Tierexperimenten wurden durch eine pantothensäurefreie Ernährung unter anderem die folgenden Mangelerscheinungen ermittelt: Wachstumshemmung, Rückbildung (Degeneration) von Nervenbahnen, Störung der Fortpflanzung. Beim Menschen treten Mangelerscheinungen erst nach einem längeren Zeitraum von 3 bis 4 Monaten auf. Informationen darüber, wie sich ein Vitaminmangel beim Menschen auswirkt, konnten im Zweiten Weltkrieg gewonnen werden: dazu zählen Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche sowie Schlafstörungen und entzündliche Veränderungen der Haut (Dermatitis). Außerdem kann das Burning-Feet-Syndrom auftreten, bei dem es zu brennenden Schmerzen an den Fußsohlen und Zehen kommt.

Hypervitaminose

Bisher sind keine negativen Folgen einer erhöhten Pantothensäure-Zufuhr bekannt, weder über die Nahrung noch mit Medikamenten.

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite BMBF-Leitprojekt Vernetztes Studium - Chemie: Vitamin B2: Pantothensäure, 29. September 2003
Sie verlassen die Internetseite Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK): Pantothensäure, Letzte Änderung: August 2014
Sie verlassen die Internetseite Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, D-A-CH-Referenzwerte der DGE, ÖGE, SGE/SVE: Pantothensäure
Sie verlassen die Internetseite MedlinePlus Trusted Health Information for You: Pantothenic acid and biotin, A service of the U.S. National Library of Medicine and from the National Institutes of HealthNational Institutes of Health, letzte Änderung 14.2.2011
Sie verlassen die Internetseite MedlinePlus Trusted Health Information for You: Pantothenic acid (Vitamin B5) , A service of the U.S. National Library of Medicine and from the National Institutes of Health, geprüft am 11.11.2011
Sie verlassen die Internetseite Food and Nutrition Board, Institute of Medicine. Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline (2000).
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2011, 262. Auflage, 2010
Karl-Hein Bässler, Ines Golly, Dieter Loew, Klaus Pietrzik: Vitamin-Lexikon 2002
Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa, Doris Fritsche: Unsere Lebensmittel, 2005
Encyclopaedia Britannica 2010

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  15.05.2016