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Vitamin B6 (Pyridoxin)

Pyridoxine wurden das erste Mal 1938 isoliert und konnten 1939 erstmals synthetisiert werden. Unter dem Begriff Vitamin B6 werden sechs wasserlösliche Wirkstoffe zusammengefasst: Pyridoxol, Pyridoxal und Pyridoxamin und deren 5'-Phosphorsäureester, die im Körper ineinander umgewandelt werden können. Vitamin B6 spielt in Form ihrer Information Coenzyme eine wichtige Rolle beim Auf- und Abbau von Aminosäuren. So ist es an der Bildung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin beteiligt.

Resorption und Stoffwechsel

Alle drei Formen werden in annähernd gleicher Menge und gleich schnell im Darm aufgenommen. Im Blutplasma ist der größte Teil der verschiedenen Vitamin B6-Formen an Information Albumin gebunden. Die gesamte Vitamin B6-Menge im Körper ist relativ gering.

Vorkommen

Vitamin B6 ist sowohl in tierischen wie auch in pflanzlichen Lebensmitteln sehr weit verbreitet. In pflanzlichen Lebensmitteln kommt überwiegend Pyridoxin vor, während in tierischen Lebensmitteln hauptsächlich Pyridoxal und Pyridoxamin vorkommen. Besonders hoch ist der Vitamin B6-Gehalt von Lachs, Sardinen und Makrelen. Beim Fleisch findet man es insbesondere in der Leber, aber auch in verschiedenen Gemüsesorten wie grüne Gemüsepaprika, Zucchini und → Kartoffeln ist der Vitamin-B6-Gehalt relativ hoch. Bei Getreide ist der Vitamingehalt von Vollkornprodukten weitaus höher als bei ausgemahlenen Mehlsorten, wie beispielsweise Haushaltsmehl (Type 405), denn die meisten Vitamine befinden sich im Randbereich des Korns und im Keimling, → Weizen.

Vitamin-B6-Gehalt von einigen Lebensmitteln

Lebens­mittel Vitamin-B6-Gehalt in mg pro 100 g
Weizen­kleie 2,2
Lachs 1,0
Walnuss (3) 0,87
Lachs, frisch (1) 0,82
Sardine 0,8
Rinder­leber 0,8
ungeschälter Reis (1) 0,67
Sonnen­blumen­kerne (3) 0,60
Linsen, Trocken­gewicht (2) 0,53
Schweine­fleisch 0,5
Zucchini 0,5
Weizen­mehl (Vollkorn) 0,5
Bananen 0,4
Roggen­vollkorn­mehl 0,3
Möhren (2) 0,3
grüne Gemüse­paprika 0,2
Kartoffeln 0,2
Weizen­mehl (Type 405) 0,2
Rosen­kohl (1) 0,17

Quellen: K.-H. Bässler, I. Golly, D. Loew, K. Pietrzik: Vitamin Lexikon, 2002
(1) Universität Hohenheim, Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft, Sie verlassen die Internetseite Vitamin B6
(2) I. Elmadfa, D. Fritsche: Unsere Lebensmittel, 2005
(3) Heseker, Heseker: Die Nährwerttabelle. DGE 2012

Bedarf

Sie verlassen die Internetseite D-A-CH-ReferenzwerteDeutschland-Schweiz-Österreich

Frau
vom 15. – 65. Lebensjahr: 1,2 mg/Tag
65 Jahre und älter: 1,2 mg/Tag
Schwangere Frau ab 4. Monat: 1,9 mg/Tag
Stillende Frau: 1,9 mg/Tag

Mann
vom 15. – 19. Lebensjahr: 1,6 mg/Tag
vom 19. – 25. Lebensjahr: 1,5 mg/Tag
vom 25. – 65. Lebensjahr: 1,5 mg/Tag
65 Jahre und älter: 1,4 mg/Tag

USAInstitute of Medicine, Food and Nutrition Board

Das US-amerikanische Institute of Medicine gibt folgende Verzehrempfehlungen (Recommended Dietary Allowances, RDAs) für Vitamin B6:

Säuglinge
7 – 12 Monate: 0,3 mg/Tag (ausreichende Zufuhr [Adequate Intake])

Kinder
1 – 3 Jahre: 0,5 mg/Tag
4 – 8 Jahre: 0,6 mg/Tag
9 – 13 Jahre: 1,0 mg/Tag

Mädchen/Frauen
14 – 18 Jahre: 1,2 mg/Tag
19 – 50 Jahre: 1,3 mg/Tag
51 Jahre und älter: 1,5 mg/Tag
Schwangere Frau: 1,9 mg/Tag
Stillende Frau: 2,0 mg/Tag

Jungen/Männer
14 – 18 Jahre: 1,3 mg/Tag
19 – 50 Jahre: 1,3 mg/Tag
51 Jahre und älter: 1,7 mg/Tag

Vereinigtes KönigreichNational Health Service (NHS)

Der britische National Health Service (NHS) empfiehlt für Männer eine tägliche Vitamin-B6-Aufnahmemenge von 1,4 mg und für Frauen 1,2 mg.

Stabilität

Obwohl die drei Wirkstoffe, die gleiche Wirkung im Organismus haben, so unterscheiden sie sich doch in ihrer Stabilität gegenüber Hitze. Während Pyridoxine relativ hitzestabil ist, sind Pyridoxal und Pyridoxamin relativ empfindlich Hitze gegenüber. Lebensmittel sollten vor Licht, insbesondere UV-Strahlen geschützt und möglichst luftdicht gelagert werden. In wässrigen und sauren Lösungen ist Vitamin B6 stabil, während sie in neutralen bzw. alkalischen Lösungen schnell zerfallen. Durchschnittlich treten bei schonender Zubereitung Vitaminverluste von 20 % auf.

Mangelerscheinungen

Zu einem Vitamin-B6-Mangel kann es durch die Einnahme der Pille (hormonelle Empfängnisverhütung) oder einiger Medikamente kommen. Alkoholabhängigkeit oder ein erhöhter Bedarf während der Schwangerschaft, der Stillzeit oder Dialyse sind ebenfalls mögliche Ursachen für eine Unterversorgung mit dem B-Vitamin. Entzündungen im Mund und an den Lippen oder eine Entzündung der Lederhaut (Dermatitis) im Bereich der Augen und Nase sind einige der Symptome, die bei einem Vitamin-B6-Mangel auftreten könnten. Außerdem werden Schlafstörungen (Insomnie) und Reizbarkeit genannt. Im Säuglingsalter kann Vitamin-B6-Mangel Krämpfe auslösen.

Hypervitaminose

Eine langandauernde Einnahme von sehr hohen Dosen (mehr als 200 mg Vitamin B6) täglich führt unter Umständen dazu, dass das Gefühl in Armen und Beinen verloren geht und der Tast- und Temperatursinn beeinträchtigt ist. Diese Erkrankung des peripheren Nervensystems (periphere, sensorische Neuropathie) kann sich auch in Gang- und Reflexstörungen äußern. Wird die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel gestoppt, verschwinden in der Regel auch die Symptome.

Europäische Obergrenzen für Vitamin B6

Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für 16 Vitamine und Mineralstoffe Höchstmengen, die sogenannten "Tolerable Upper Intake Level" festgelegt. Für Vitamin B6 ist die Höchstmenge für einen Erwachsenen 25 mg (Sie verlassen die Internetseite http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-54633.html).

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, D-A-CH-Referenzwerte der DGE, ÖGE, SGE/SVE: Vitamin B6 (Pyridoxin)
Sie verlassen die Internetseite Food and Nutrition Board, Institute of Medicine. Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline (2000).
Sie verlassen die Internetseite Universität Hohenheim, Institut für Biologische Chemie und Ernährungswissenschaft, Vitamin B6
Sie verlassen die Internetseite Europäische Obergrenzen für Vitamine und Mineralstoffe, 01.02.2006
Sie verlassen die Internetseite NHS Choices: Vitamins and minerals - B vitamins and folic acid, letzte Überprüfung 18.02.2015
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2014. 265. Auflage, 2013
K.-H. Bässler, I. Golly, D. Loew, K. Pietrzik: Vitamin Lexikon, 2002
Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa, Doris Fritsche: Unsere Lebensmittel, 2005
Encyclopaedia Britannica 2010

Ausführliche Quellenangaben



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