
Sie befinden sich hier: Startseite > Ernährung > Kohlenhydrate > Weizen
Weizen gehört zur Familie der Süßgräser und besitzt einen ährenförmigen Blütenstand. Weizen ist eine der ältesten Nutzpflanzen, die in allen fünf Erdteilen bekannt ist und in vielen Gebieten als Grundnahrungsmittel dient. Laut Erntebericht 2025 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft betrug die Erntemenge alleine in Deutschland beim Winterweizen 22,5 Millionen Tonnen und beim Sommerweizen 256.000 Tonnen [4].
Abbildung 1: Weizenähre (Foto: MahirAtes)
Angebaut werden Weichweizen (Triticum aestivum) und Hartweizen (Triticum durum). Darüber hinaus ist Dinkel (Triticum spelta) in Deutschland heimisch; der unreif geerntet Grünkern liefert. Vorfahren der heute angebauten Weizenarten sind Einkorn und Emmer [2].
Die Sortenvielfalt ist sehr groß, das Bundessortenamt gibt eine beschreibende Sortenliste heraus, in der unter anderem die Eigenschaften
der verschiedenen Getreidesorten, die Anfälligkeit für Schädlinge und die Größe der Anbaufläche aufgelistet werden (
Beschreibende Sortenliste: Getreide, Mais, Öl- und Faserpflanzen, Leguminosen, Rüben, Zwischenfrüchte).
Weizen gedeiht unter sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen. Es gibt Winter- und Sommerweizen, je nachdem, an welche klimatischen Verhältnisse die Sorten angepasst sind. Die Wachstumszeit des Sommerweizens ist deutlich kürzer (zwischen 120 und 145 Tage) als beim Winterweizen (zwischen 280 und 350 Tage) [1].
Wie das Schema des Getreidekorns zeigt sind Vitamine und Mineralstoffe vermehrt in der Schale und im Keimling vorhanden.
Abbildung 2: Schema eines Getreidekorns
Bei den Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte, die je nach Sorte und den klimatischen Bedingungen, unter denen der Weizen gewachsen ist, abweichen können.
Weizen enthält das sogenannte Klebeeiweiß (Gluten), durch das Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgelöst werden können. Menschen mit → Zöliakie (auch einheimische Sprue genannt) leiden an einer chronischen Entzündung des Darms und müssen sich glutenfrei ernähren [6].
Weichweizen wird in erster Linie vermahlen und zu Brot verbacken, während Hartweizen (Triticum durum) überwiegend zu Nudeln verarbeitet wird.
Weitere Produkte sind Getreideflocken, Grieß, Graupen, Grütze und Kleie. Auch zur Herstellung von Weizenbier, Kornbrandwein (Whiskey) und reinem Alkohol wird Weizen verwendet [1].
Für Vollkornprodukte wird nach der Reinigung das ganze Korn mit Keimling, Mehlkörper und Samenschale (Kleie) durchgemahlen. Es enthält einen hohen Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Beim Auszugsmehl wird nur der Stärkekörper vermahlen.
Die Typenzahl gibt an, wie viele Mineralstoffe in einem Mehl noch vorhanden sind, nachdem man es bei etwa 900 °C verglühen ließ. Die mineralischen Bestandteile bleiben als Asche übrig und können gewogen werden. Die Menge an Mineralstoffen in mg, die aus 100 g Mehl übrig bleiben, ergibt die Typenzahl. 100 g Weizenmehl Typ 405 enthalten beispielsweise 405 mg Mineralstoffe. Die DIN 10355 beschreibt die Anforderungen, Typen und Prüfung von Mahlerzeugnissen aus Getreide. Vollkornmahlerzeugnisse bekommen keine Typenzahl, sie enthalten alle Bestandteile der gereinigten Körner [3, 8].
Die am häufigsten gekauften Typen sind Type 405 (Haushaltsmehl) und Type 550. Letzteres eignet sich sehr gut zum Backen von Brötchen und Weizenbrot; für Brezeln sowie Hefe- und Blätterteige. Weizenmehl Type 550 kann aber ebenso für Mürbeteige verwendet werden. Daneben gibt es noch Type 812 für roggenhaltiges Kleingebäck, Type 1050 für Weizenmischbrote und Type 1600 für Roggenmischbrote, Roggenbrote und Lebkuchenteige [5].
Der Ausmahlungsgrad (auch Ausbeute genannt) gibt an, wie viel Prozent der ursprünglichen Getreidekörner von innen nach außen noch im Mehl enthalten sind. Bei Weizenmehl Type 405 mit einem Ausmahlungsgrad von 40 % würden aus 100 kg Getreidekörnern 40 kg Mehl gewonnen, das Mehl beinhaltet hauptsächlich den Mehlkörper. Bei Vollkornmehl mit einem Ausmahlungsgrad von 100 % ist das gesamte Korn einschließlich Schalenteile und Keimlinge vermahlen worden [3, 5].
planet schule: Von der Mühle zum Brot. Video für die Klassenstufen 5-10. Zugriff am 21.04.2026
[1]
Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH: Weizen. Zugriff am 07.05.2026
[2]
Verband Deutscher Mühlen e. V.: Getreidearten. Zugriff am 31.07.2019
[3]
Frießinger GmbH & Co. KG (Hrsg.) (2021): Mehl Type, Ausmahlungsgrad und die Zahlen auf der Mehltüte. Zugriff am 06.05.2026
[4]
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Hrsg.) (2025): Erntebericht 2025. Zugriff am 07.05.2026
[5] Josef Loderbauer: Das Konditoreibuch in Lernfeldern. Dr. Felix Büchner - Handwerk und Technik GmbH, 2023
[6] Pschyrembel Klinisches Wörterbuch. 268. Auflage. 2020
[7] Prof. Dr. Helmut Heseker; Beate Heseker: Die Nährwerttabelle. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V., 2024
[8]
Verband Deutscher Mühlen: Mehltypen. Zugriff am 06.05.2026
Wikipedia: Aufbau der Ähre. Zuletzt besucht am 30.07.2019
Bundessortenamt (Hrsg.): Beschreibende Sortenliste: Getreide, Mais, Öl- und Faserpflanzen, Leguminosen, Rüben und Zwischenfrüchte. Zugriff am 07.05.2026
Wikipedia: Mehltypen. Zuletzt besucht am 30.07.2019
Alfried Schmitz: Bier. Planet wissen. Stand vom 21.09.2018
Gaby Hauber-Schwenk, Michael Schwenk: dtv-Atlas Ernährung, 2000
Prof. Dr. A. Beythien und Ernst Dreßler (HG ), Mercks Warenlexikon. 1920
Encyclopaedia Britannica, 1974