Wissen Hauswirtschaft Impressum Sitemap Suche Kontakt
Wissen rund um die Hauswirtschaft
Lupe Suche

Sie befinden sich hier: Startseite > Ernährung > Vitamine > Vitamin D

Vitamin D (Calciferole)

Vitamin D gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und ist wichtig für die Regulation des Kalzium- und Phosphathaushaltes. Es fördert die Aufnahme von Kalzium im Darm und sorgt für eine vermehrte Bereitstellung von Kalzium und Phosphor für den Knochenaufbau. Dementsprechend wichtig ist das Vitamin nicht nur für den Aufbau der Knochen, sondern auch für die Zahnentwicklung. Besonders wichtig ist die ausreichende Versorgung mit Vitamin D bei jungen Menschen, denn 90 % der maximalen Knochenmasse werden bis zum 18.-20. Lebensjahr aufgebaut. Es werden verschiedene Calciferole unterschieden, wichtig sind das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und Vitamin D3 (Colecalciferol).

Stoffwechsel

In der Haut wird durch UV-Strahlen aus dem aus Pflanzen stammenden Provitamin D2 (Ergosterol auch Ergosterin) oder tierischem Provitamin D3 (7-Dehydrocholesterol) Vitamin D2 und Vitamin D3 gebildet. An Information Chylomikronen gebunden wird Vitamin D zur Leber transportiert. In der Leber und der Niere werden sie zu dem aktiven Calcitriol umgewandelt. Gespeichert wird Vitamin D insbesondere in der Leber.

Vorkommen in Nahrungsmitteln

Natürlich kommt Vitamin D in Lebertran, Fisch (insbesondere Hering), Pilzen, Leber, Milch und Milchprodukten vor. Um 20 μg Vitamin D über die Nahrung aufzunehmen, muss man beispielsweise 80 g Hering, 1000 g Leber oder 2 Liter Sahne zu sich nehmen. In Norwegen und Japan wird ein großer Teil des Vitamin-D-Bedarfs durch den Fischkonsum gedeckt. Aufgrund des fehlenden Fisch- oder Fleischkonsums ist die Vitamin-D-Zufuhr bei Vegetariern und Veganern besonders gering.
Muttermilch enthält zwischen 0,3-1,5 μg/Liter. Im Säuglingsalter, wo das Skelettsystem stark wächst, wird auch bei gestillten Kindern eine zusätzliche Vitamin-D Gabe empfohlen.

Vitamin-D-Gehalt von einigen Lebensmitteln

Lebensmittel Vitamin-D-Gehalt in μg/100 g
Lebertran 300
Hering 27
Lachs 22
Aal 22
Sardinen 10
Avocado 5
Margarine 3
Butter 1
Sahne 1

Quelle: Karl-Hein Bässler, Ines Golly, Dieter Loew, Klaus Pietrzik: Vitamin-Lexikon 2002

Anreicherung von Lebensmitteln

In den USA und Kanada werden Grundnahrungsmittel wie Milch und Margarine mit Vitamin D angereichert. In anderen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien, Irland und Australien ist der Zusatz von Vitamin D in einigen Grundnahrungsmitteln wie Margarine und Frühstückscerealien erlaubt. In Europa und den meisten Ländern der Welt ist der Zusatz von Vitamin D begrenzt oder eingeschränkt. In Deutschland darf Calciferol in geringen Mengen diätetischen Lebensmitteln und Margarine sowie Mischfetterzeugnissen zugesetzt werden (Sie verlassen die Internetseite Diätverordnung).

Bedarf (Sie verlassen die Internetseite D-A-CH-Referenzwerte)Deutschland-Schweiz-Österreich

Vitamin D bei fehlender endogener Synthese

Säuglinge (0- unter 12 Monate) 10 µg/Tag (Schätzwert)
Kinder (1 Jahr bis unter 15 Jahre) 20 µg/Tag
Jugendliche und Erwachsene
(15 Jahre bis unter 65 Jahren)
20 µg/Tag
Erwachsene ab 65 Jahren 20 µg/Tag
Schwangere Frau 20 µg/Tag
Stillende Frau 20 µg/Tag

1 µg = 40 Internationale Einheiten (IE);
1 IE = 0,025 µg

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Jahr 2012 die empfohlene Aufnahmemenge von Vitamin D für Kinder und Erwachsenen vervierfacht, von bislang täglich 5 μg auf 20 μg (800 IE). Der Schritt wurde laut Süddeutscher Zeitung mit einer Studie begründet, die belegt, dass sich das Risiko für Knochenbrüche bei Senioren um 20 bis 30 Prozent reduzierte, wenn sie Vitamin-Präparate einnahmen. Auch die Symptome des gefürchteten Muskelschwundes haben sich verzögert oder gingen sogar zurück.
Bei den in Deutschland üblichen Ernährungsgewohnheiten wird Vitamin D nur in geringen Mengen mit der Nahrung aufgenommen. Schätzungsweise erreichen Kinder tägliche Aufnahmemengen von 1-2 μg, bei Jugendlichen und Erwachsenen sind es ca. 2-4 μg/Tag. Die Differenz zwischen der geschätzten Zufuhr an Vitamin D über die Nahrung und dem täglichen Bedarf muss durch die endogene Synthese gedeckt werden. Dafür sind regelmäßige Aufenthalte im Freien ausreichend, denn der überwiegende Teil des benötigten Vitamin D wird in der Haut durch UV-Strahlen gebildet.

Zusätzliche Vitamin-D-Gaben werden bei gestillten wie bei nicht gestillten Säuglingen ab der 1. Lebenswoche bis zum ersten Lebensjahr empfohlen. Die Sie verlassen die Internetseite Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin rät, die Prophylaxe während des zweiten Lebensjahres fortzuführen, wenn die Haut wenig dem Sonnenlicht ausgesetzt wird (beispielsweise in den Wintermonaten).

Empfohlene Sonnenlichtbestrahlung der Haut

Für Kinder und Jugendliche mit Sie verlassen die Internetseite Hauttyp 2 und Sie verlassen die Internetseite Hauttyp 3 bezeichnet die Sie verlassen die Internetseite Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin eine Aufenthaltsdauer zwischen 5 bis 30 Minuten, zweimal wöchentlich in den Monaten April bis September zwischen 10 und 15 Uhr mit unbedecktem Kopf sowie freien Armen und Beinen für ausreichend. Den Eltern sollten Kinder- und Jugendärzte empfehlen, sich täglich mit den Kindern eine Stunde im Freien zu bewegen.

Das Sie verlassen die Internetseite Max Rubner-Institut, zusammen mit dem Sie verlassen die Internetseite BfR und der Sie verlassen die Internetseite DGE empfehlen täglich etwa ein Viertel der Körperoberfläche (Gesicht, Hände und Teile von Armen und Beinen) zwischen 5 und 25 Minuten von der Sonne bescheinen zu lassen. Die Dauer ist von vielen Faktoren abhängig wie beispielsweise Hauttyp, Jahreszeit, Witterung und Breitengrad (Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, 2014).

In Deutschland sind 30,2 % der Erwachsenen mangelhaft mit Vitamin-D versorgt. Bei Frauen steigt dieser Anteil mit dem Alter an. Da die Vitamin-D-Produktion in der Haut von der Sonneneinstrahlung abhängt, ist nach einem Winter mit weniger Sonnenschein die Versorgung mit Vitamin D schlechter, als im Sommer. Die Pigmentierung der Haut und die Verwendung von Sonnenschutzmitteln haben ebenfalls eine Einfluss auf die Vitamin-D-Versorgung. Ein Vitamin-D-Mangel kann bei Personen auftreten, die nur selten das Haus verlassen, oder sich nur mit bedeckter Haut nach draußen gehen [1]. Auch in Regionen mit geringer Sonnenscheindauer, wie im Winter nördlich des Polarkreises, müssen unter Umständen zusätzlich Vitamin D mit der Nahrung oder als Nahrungsergänzung zu sich nehmen.
Zur Vorbeugung einer Osteoporose bei Männern ab dem 60. Lebensjahr und Frauen nach den Wechseljahren (postmenopausale Frauen) rät der DVO Dachverband Osteologie in der Sie verlassen die Internetseite Leitlinie Osteoporose 2014, neben → Kalzium auch auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, → Folsäure und → Vitamin B12 zu achten. Wird die Haut der betreffenden Personen nur noch selten vom Sonnenlicht beschienen, besteht die Möglichkeit, den Bedarf mit Vitamin-D-Präparaten zu decken. Vor der Einnahme solcher Präparate wird geraten, einen Arzt aufzusuchen, in dessen Praxis eine entsprechende Untersuchung durchgeführt und ein Vitamin-Mangel festgestellt werden kann (aid PresseInfo Ausgabe Nr. 03/12 vom 18.01.2012).

Risiken

UV-Strahlen können das Risiko von Hautkrebs erhöhen, es gibt deshalb Überlegungen, ob der Vitamin-D-Bedarf vermehrt über die Nahrung gedeckt werden kann.

Mangelerscheinungen

Vitamin-D-Mangel kann bei Kindern und Jugendlichen zu Rachitis führen. Die entsprechende Krankheit bei Erwachsenen ist die Sie verlassen die Internetseite Osteomalazie. Der Skelettaufbau wird gestört und es kommt zu starken Deformierungen der Knochen. Durch einen Vitamin-D-Mangel im Kindesalter wird die Knochenmineralisierung verringert, es kommt zu einem reduzierten Wachstum und es wächst die Gefahr von Knochenbrüchen.
Im Erwachsenenalter führt ein Vitamin-D-Mangel zu Osteoporose und einer Verringerung der Knochendichte.

Hypervitaminose D

Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin D ist gesundheitsschädlich. Im Pschyrembel wird die Grenze bei Mengen >25 μg Vitamin D gesetzt. Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, eine krankhaft erhöhte Urinausscheidung (Polyurie), Entkalkung der Knochen und eine erhöhte Kalziumkonzentration im Plasma.

Europäische Obergrenzen für Vitamin D

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für 16 Vitamine und Mineralstoffe Höchstmengen, die sogenannten "Tolerable Upper Intake Level" festgelegt. Für Vitamin D ist die Höchstmenge für einen Erwachsenen 0,05 mg (Sie verlassen die Internetseite http://www.innovations-report.de/html/berichte/medizin_gesundheit/bericht-54633.html).

Interressanter Link

Sie verlassen die Internetseite Netzwerk-Osteoporose e. V. - Organisation für Patientenkompetenz
Sie verlassen die Internetseite OSD Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e. V.

Quellen:

[1] Sie verlassen die Internetseite Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2016): Vitamin-D-Status in Deutschland. Journal of Health Monitoring 2016 1(2). Zugriff 14.9.2017
Sie verlassen die Internetseite Mona S. Calvo, Susan J. Whiting, Curtis N. Barton: Vitamin D Intake: A Global Perspective of Current Status, The American Society for Nutritional Sciences, February 2005
Sie verlassen die Internetseite Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: D-A-CH-Referenzwerte der DGE, ÖGE, SGE/SVE, Vitamin D (Calciferole)
Sie verlassen die Internetseite Diätverordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 28. April 2005 (BGBI. I S. 1161), die durch Artikel 22 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert worden ist.
Sie verlassen die Internetseite Böhles HJ, Fusch C, et al.: Vitamin D-Versorgung im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter, Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, 12.7.2011
Sie verlassen die Internetseite Europäische Obergrenzen für Vitamine und Mineralstoffe, 01.02.2006
Sie verlassen die Internetseite Osteoporose Leitlinie 2014. DVO Dachverband Osteologie e. V.
Sie verlassen die Internetseite Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. Gemeinsame FAQ des BfR, der DGE und des MRI vom 3. Dezember 2014
Hedda Thielking: Neuer Referenzwert für Vitamin D: Versorgung oft nicht ausreichend, aid PresseInfo, Ausgabe Nr. 03/12 vom 18.01.2012
Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2014. 265. Auflage, 2013
Karl-Hein Bässler, Ines Golly, Dieter Loew, Klaus Pietrzik: Vitamin-Lexikon 2002
H. K. Biesalski, J. Schrezenmeir, P. Weber, H. Weiß: Vitamine, Physiologie, Pathophysiologie, Therapie, 1997
Ursel Fuchs, Richard Fuchs: Vitaminbomben Nahrungsergänzung Functional Food, Versprechungen - Risiken - Nebenwirkungen, 2006
Gaby Hauber-Schwenk, Michael Schwenk: dtv-Atlas Ernährung, 2000
Kathrin Burger: Ein Dogma fällt, Süddeutschen Zeitung vom 21.01.2012

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  14.09.2017