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Wann sollte beim Kochen das Salz ins Wasser gegeben werden?

Meist wird gesagt, dass das Salz erst ins Wasser gegeben werden sollte, wenn es siedet. Aber braucht gesalzenes Wasser wirklich länger zum Kochen als ungesalzenes?

Die Theorie

Bei der Klärung der Frage müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden: der Siedepunkt und die spezifische Wärmekapazität. Der Siedepunkt von Salzwasser ist höher als von Süßwasser. In der Wikipedia lässt sich nachlesen, dass eine gesättigte Salzwasserlösung einen Siedepunkt von 108 °C hat. Nun enthält eine gesättigte Lösung 356 g Natriumchlorid (→ Salz) pro Liter, eine Konzentration, bei der wohl niemand auf die Idee käme, Nudeln zu kochen, wenn sie hinterher noch genießbar sein sollen.
Die spezifische Wärmekapazität zeigt, wie viel Energie benötigt wird, um 1 kg eines Stoffes um 1 °C zu erwärmen. Die spezifische Wärmekapazität (c) von → Wasser bei 20 °C beträgt 4,183 kJ/(kg K). Dieser Wert ist relativ hoch; das heißt, es wird viel Energie gebraucht, um Wasser zum Kochen zu bringen. Die spezifische Wärmekapazität von Salzwasser ist aber bei niedrigeren Salzkonzentrationen (bis 190 g pro Liter = 19 %) bis zu 0,13 % geringer als bei reinem Wasser (Quelle: Sie verlassen die Internetseite http://de.wikipedia.org/wiki/Salzwasser). In der Rubrik "Stimmt's?" von ZEIT ONLINE WISSEN wird für eine Temperatur von 20 °C eine Konzentration von 16 % angegeben, bis zu der die spezifische Wärmekapazität von Salzwasser geringer ist als von reinem Wasser (Quelle: ZEIT ONLINE: Sie verlassen die Internetseite http://www.zeit.de/2001/15/200115_stimmts_salzwass_xml). Jetzt könnte man annehmen, dass sich die beiden Effekte (Erhöhung der Siedetemperatur und Verringerung der spezifischen Wärmekapazität) gegenseitig aufheben. Aber auch wenn der Siedepunkt von Salzwasser höher ist, muss die höhere Siedetemperatur ja auch erreicht werden, wenn das Salz später hinzugefügt wird. Kocht also Salzwasser wegen der verringerten spezifischen Wärmekapazität früher?

Praktischer Versuch

Es wird die Zeit gestoppt, die benötigt wird, um jeweils 3 Liter Süßwasser und gesalzenes Wasser zum Sieden zu bringen. Um möglichst viele Fehlerquellen auszuschließen, wurden für beide Messungen derselbe Topf und dieselbe Herdplatte benutzt, auch die Raumtemperatur und der Luftdruck waren gleich. Die Anfangstemperatur des Wassers betrug 16,6 °C. Die Zeit wurde genommen, als das Wasser zu sprudeln begann. Um die Zeit für Süßwasser zu ermitteln, wurden in einen Topf 3 Liter reines → Wasser gefüllt, mit einem Glasdeckel abgedeckt, die Herdplatte auf Stufe 9 gestellt und zeitgleich die Stoppuhr gestartet. Nach 14 Minuten und 18 Sekunden siedete das Wasser. Nachdem die Herdplatte vollständig abgekühlt war, wurden bei der zweiten Runde wieder 3 Liter Wasser in den Topf gefüllt und mit 10 g (2 TL) Salz versetzt. In diesem Fall betrug die Zeit 14 Minuten und 13 Sekunden. Die Zeitdifferenz von 5 Sekunden ist so gering, dass sie im Alltag vernachlässigt werden kann und könnte, da der Siedepunkt mit bloßem Auge ermittelt wurde, auch ein Messfehler sein. Das heißt, bei den zum Kochen üblichen Salzkonzentrationen ist es egal, zu welchem Zeitpunkt das Salz dem Wasser hinzugefügt wird.
Deutlich wichtiger ist es den Topf mit einem Deckel zu schließen, denn ohne Deckel dauerte es über 1 Minute länger (15:50 Minuten) bis das Wasser siedete.

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Christoph Drösser: Stimmt's? Auf dem Siedepunkt, ZEIT ONLINE WISSEN, aufgerufen am 7.11.2012
Sie verlassen die Internetseite Wikipedia: Salzwasser, aufgerufen am 7.11.2012, 17:23 Uhr
Sie verlassen die Internetseite Spezifische Wärmekapazität, Physik-Web 09. Klasse G9 - Rupprecht-Gymnasium, aufgerufen am 7.11.2012
Sie verlassen die Internetseite Wikibooks: Tabellensammlung Chemie/ spezifische Wärmekapazitäten, aufgerufen am 7.11.2012, 17:27 Uhr

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  15.05.2016