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Pulver versus Flüssig­waschmittel

Sowohl Pulver- wie auch Flüssig­waschmittel haben ihre Stärken, aber eben auch einige Schwächen.

Flüssigwaschmittel

Pulver- und FlüssigwaschmittelFlüssigwaschmittel haben den Vorteil, dass sie keine Waschmittelrückstände auf den Textilien hinterlassen, die insbesondere bei dunkler Bekleidung unangenehm auffallen. Es handelt sich dabei um Bleichmittel, Zeolithe (Enthärter) und Hilfsstoffe, die in Flüssigwaschmitteln nicht vorkommen. Auf → Gore-Tex können Rückstände die Funktionsfähigkeit der Membran einschränken. Nachteil der flüssigen Waschmittel ist, dass sie → Konservierungsmittel enthalten müssen, um sie haltbar zu machen. Konservierungsmittel können nicht nur die Umwelt belasten, sondern auch Allergien auslösen. Zum Schutz der Menschen, die auf verschiedene Inhaltsstoffe allergisch reagieren, müssen laut Detergenzienverordnung Konservierungsmittel, unabhängig von ihrer Konzentration, auf den Waschmitteln deklariert werden (Sie verlassen die Internetseite Wesentliche gesetzliche Bestimmungen, Bayerisches Landesamt für Umwelt).
Der Umstand, dass Flüssig­waschmittel keine Bleichmittel beinhalten, führt dazu, dass nicht nur bleichbare Flecken (→ Schmutzarten) wie Obst, Kaffee, Rotwein, Tee und Gemüseflecken schlechter herausgewaschen werden, sondern weiße Wäsche mit der Zeit mehr oder weniger vergraut. Einigen Flüssig­waschmitteln, insbesondere solchen für weiße Wäsche, werden optische Aufheller zugesetzt.

Ist Flüssig­waschmittel in sogenannten „Liquid Caps“ (auch Geltabs) portioniert, sollten Vorsichts­maßnahmen getroffen werden. Das Waschmittel in den Caps gibt es in vielen schönen bunten Farben, die auf Kinder sehr anziehend wirken. Der Inhalt dieser Caps kann jedoch die Gesundheit gefährden. Im Jahr 2015 ließen sich in den USA die Augen­verletzungen von 480 Kindern im Alter von 3-4 Jahren auf solche Caps zurückführen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, in der Zahlen der US-Verbraucher­schutzkommission Sie verlassen die Internetseite National Electronic Injury Surveillance System (NEISS) ausgewertet wurden. Das Sie verlassen die Internetseite Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnte bereits im März 2014 vor dem portionierten Waschmittel, weil Kinder die farbigen Kissen mit Süßigkeiten verwechseln könnten. Da die Folie so konstruiert ist, dass sie sich beim Waschen auflöst, funktioniert dies auch mit Speichel. Solche Waschmittel­packungen sollten nach Gebrauch sofort wieder verschlossen und immer außer Reichweite von Kindern und z. B. dementen Personen aufbewahrt werden. Ebenso empfiehlt das BfR keine einzelnen Kissen griffbereit liegen zu lassen.

Zukünftig werden Flüssig­waschmittel konzentrierter

Wie aus einer Nachricht der Stiftung Warentest hervorgeht, werden viele Hersteller von flüssigen Color- und Vollwaschmitteln die Rezeptur ändern. Die Waschmittel sollen bis März 2018 deutlich konzentrierter werden, sodass für eine Waschladung mit 4,5 kg Wäsche nicht mehr 75 Milliliter, sondern nur noch 55 Milliliter benötigt werden. Ziel ist es sowohl Inhaltstoffe, als auch Transport­kosten und die Menge an Verpackungs­material zu senken [1].

Pulverwaschmittel

Pulverwaschmittel (ebenso wie Megaperls und Tabs) brauchen keine Konservierungsstoffe. Vollwaschmittel in Pulverform enthalten Bleichmittel, die bleichbare Flecken entfernen, für weiße Wäsche sorgen und bei höheren Temperaturen auch gegen Keime wirken. Bei ansteckenden Krankheiten, Allergien oder im Haus lebenden Pflegebedürftigen sollte zumindest die Leib- und Bettwäsche, Küchenwäsche, Putztücher und Handtücher bei mindestens 60 °C mit einem Vollwaschmittel gewaschen werden → siehe auch Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC).
Gegen Waschmittelrückstände hilft nur eine genaue Dosierung, um die Waschmaschine nicht zu überladen. Ansonsten muss die Wäsche mit einem zusätzlichen Spülgang gespült werden. Die Stiftung Warentest hat im Februar 2012 zwei Vollwaschmittel gegen 19 Flüssigwaschmittel antreten lassen. Das Qualitätsurteil bei den beiden Vollwaschmitteln war gut, wohingegen nur die besten Flüssigwaschmittel mit befriedigend abschnitten. Die Gewässerbelastung der Flüssigwaschmittel war höher als bei den beiden Pulverwaschmitteln.

Zusammenfassung

Für weiße und stark verschmutzte Wäsche oder Wäsche, bei der es auf Hygiene ankommt, sollte ein Pulver-Vollwaschmittel eingesetzt werden. Flüssige Colorwaschmittel ohne Bleichmittel und optische Aufheller erhalten die Farben und hinterlassen keine sichtbaren Waschmittelrückstände auf der Bekleidung. Dafür sind ihnen aber Konservierungsstoffe hinzugesetzt. Menschen, die allergisch auf die Konservierungsstoffe reagieren, sollten diese Waschmittel meiden. Auch pulverförmige Colorwaschmittel erhalten die Farben, müssen allerdings genau dosiert werden → siehe auch Waschmittel.

Quellen

[1] Sie verlassen die Internetseite Stiftung Warentest (2017): Flüssig­wasch­mittel: Künftig konzentrierter. Zugriff 23.08.2017
Sie verlassen die Internetseite Spiegel-Online (Hrsg.) (2017): US-Studie warnt vor Waschmittel-Pads. Zugriff 03.08.2017
Sie verlassen die Internetseite JAMA Ophthalmology (Hrsg.) (2017): Detergent Pod–Related Eye Injuries Among Preschool-Aged Children. Zugriff 03.08.2017
Sie verlassen die Internetseite Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2014): Neue Flüssigwaschmittel können Vergiftungsunfälle bei Kindern verursachen. Zugriff 03.08.2017
Sie verlassen die Internetseite TEST Waschmittel: Pulver ist besser, STIFTUNG WARENTEST 02/2012
Sie verlassen die Internetseite TEST Vollwaschmittel: Pulver sind besser, STIFTUNG WARENTEST 04/2009
Sie verlassen die Internetseite Waschmittel: Pulver ist besser, STIFTUNG WARENTEST 08/2002
Sie verlassen die Internetseite Bayerisches Landesamt für Umwelt: Wesentliche gesetzliche Bestimmungen. Zuletzt besucht am 25.08.2017

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  25.08.2017