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Umweltbewusst waschen

Umweltbewusstes Waschen entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Hier sind einige Tipps, wie Sie die Umwelt schonen können, die aber nur teilweise auf öffentliche Einrichtungen übertragen werden können.

Seltener waschen: Überlegen Sie, ob das Wäschestück wirklich gewaschen werden muss. Auch in Tagungshäusern und Hotels geht man dazu über, die Gäste zu bitten, Hand- und Badetücher mehrmals zu benutzen.
Flecken vorbehandeln: Behandeln Sie Flecken vor, oder weichen Sie stark verschmutzte Wäschestücke ein (→ Flecken entfernen).
Waschmittel: Verwenden Sie immer das geeignete → Waschmittel. Farbige Textilien sollten mit Colorwaschmittel gewaschen werden, sie enthalten keine Bleichmittel und schonen so die Farben der Textilien. Die nicht benötigten Bleichmittel gelangen so auch nicht in das Abwasser. Die Rezepturen der Flüssigwaschmittel haben sich im Laufe der Jahre verändert. Inzwischen, so schrieb die Stiftung Warentest im Juli 2019, sind die Umwelteigenschaften der enthaltenen Tenside vergleichbar gut wie jene in pulverförmigen Waschmitteln. Diese Aussage wurde in einem Test aus dem Jahr 2025 bestätigt, indem die Umwelteigenschaften von sechs getesteten Flüssigwaschmittel in vier Fällen mit gut, einmal mit befriedigend und einmal mit ausreichend bewertet wurden. Allerdings werden Flüssigwaschmitteln nach wie vor wegen des Wassergehaltes Konservierungsmittel zugesetzt. Gelkissen hingegen kommen aufgrund der hoch dosierten Inhaltsstoffe in der Regel ohne Konservierungsmittel aus [1, 10]. Ökotest kam im Juli 2020 zu dem Ergebnis, dass in vielen flüssigen Voll- bzw. Universalwaschmittel kritische Inhaltsstoffe sind. In 11 von 19 Produkten fanden sich Borverbindungen und in vier Waschmitteln war der Konservierungsstoff Methylisothiazolinon (MIT) enthalten. Der Konservierungsstoff kann allergen wirken und Borverbindungen werden verdächtigt in großen Mengen die Fruchtbarkeit zu schädigen [5].
Deutlich umweltschonender als herkömmliche Waschmittel sind Baukastensysteme, weil bei ihnen alle Waschmittelbestandteile einzeln dosiert werden können.
Europäisches UmweltzeichenBevorzugen Sie Waschmittel mit dem EU-Umweltzeichen oder dem Blauen Engel. Im Sie verlassen die Internetseite Katalog zum europäischen Umweltzeichen finden Sie Anbieter, deren Produkte das Umweltzeichen tragen. Waschmittel mit dem Blauen Engel entdecken Sie auf der Internetseite unter „Produkte“ → Sie verlassen die Internetseite Umweltfreundliche Waschmittel (DE-UZ 202).
Weitere Zertifikate sind: Sie verlassen die Internetseite Nature Care Product (NCP) eine Produktzertifizierung für Naturprodukte und die Sie verlassen die Internetseite CSE-Zertifizierung. CSE steht für Certified Sustainable Economics (deutsch Zertifiziertes nachhaltiges Wirtschaften) und ist ein Nachhaltigkeitssiegel für Unternehmen und Organisationen.
Genau dosieren: Dosieren Sie die → Waschmittel genau und passen Sie die Waschmittelmenge an den Verschmutzungsgrad und die → Wasserhärte an.
Wasserenthärter: Das „Forum Waschen“ empfiehlt erst ab einer Wasserhärte von 30 °dH einen separaten Wasserenthärter einzusetzen. Ist der Wasserenthärter ausreichend dosiert, so kann dann das Waschmittel abhängig vom Hersteller für den Wasserhärtebereich „weich“ oder „mittel“ dosiert werden. Bis zu einer Wasserhärte von 30 °dH ist der im Waschmittel enthaltene Wasserenthärter ausreichend.

Härtebereich Wasserhärte [mmol/l] (1) Härtegrad [°dH] (2)
weich kleiner 1,5 kleiner 8,4
mittel 1,5 ─ 2,5 8,4 ─ 14
hart größer 2,5 größer 14

(1) Die Wasserhärte gibt den Anteil an gelöstem Kalk in einem Liter Wasser an. Die Einheit ist Millimol Calciumcarbonat (CaCO3) pro Liter Wasser.
(2) Der Härtegrad wird in Deutschland in Grad deutscher Härte angegeben, wobei 1 °dH ca. 0,18 Millimol CaCO3 pro Liter Wasser entspricht [9].
Verpackung vermeiden: Vermeiden Sie materialaufwendige Verpackungen; besser ist es, Nachfüllpackungen oder Großpackungen einzukaufen.
Waschmaschine mit hoher Energieeffizienzklasse kaufen: Achten Sie beim Einkauf der Waschmaschine auf eine hohe Energieeffizienzklasse; Nach der Umstellung der Energielabel ist die höchste Energieeffizienzklasse A (→ Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten).
In der Vergangenheit stelllte die Stiftung Warentest immer wieder fest, dass Waschmaschinen beim 60-Grad-Energiesparprogramm nicht die versprochenen Temperaturen erreichten. Im Heft 11/2018 lag die Temperatur durchschnittlich 18 Grad unter den geforderten 60 °C, bei einem Modell wurden nur 29 °C gemessen [2]. Grund dafür war wahrscheinlich die Art, wie die Energieeffizienzklasse ermittelt wurde. Mit dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2019/2023 vom 1. Oktober 2019 wurde für das Energiesparprogramm die neue Bezeichnung „eco 40-60“ eingeführt. Mit diesem Programm kann normal verschmutzte Baumwollwäsche gewaschen werden, die laut Kennzeichnung bei 40 °C oder 60 °C waschbar ist und zusammen in demselben Waschgang gereinigt werden kann [7]. Wer, um Ansteckungsgefahren zu minimieren, bei 60 °C waschen will, muss das Standard 60-Grad-Programm „Koch-/ Buntwäsche“ laufen lassen. Bei diesem Programm wird die notwendige Temperatur erreicht. Das bestätigen auch Messungen der Stiftung Warentest. Bei einem Test aus dem Jahr 2022 lag nur eine Waschmaschine mit 52,1 °C deutlich unter der angegeben Temperatur von 60 °C [6]. Noch sicherer sind Maschinen mit „Hygiene-Programm“ (→ Waschtemperatur).
Waschmaschine voll beladen: Waschen Sie möglichst nur voll beladene Maschinen. Das maximale Fassungsvermögen in kg für die einzelnen Waschprogramme können Sie der Bedienungsanleitung bzw. dem Handbuch entnehmen. Bei Haushaltswaschmaschine gilt als Faustregel, dass bei einer Koch-/Buntwäsche eine Handbreit in der Trommel Luft bleiben muss [11]. Auch eine Waschmaschine, die die Wassermenge (bei automatischer Dosierung auch die Waschmittelmenge) automatisch an die Wäschemenge anpasst, wäscht voll beladen am effektivsten.
Mit niedrigen Temperaturen waschen: Das „Forum Waschen“ empfiehlt Wäsche bei möglichst niedrigen Temperaturen zu waschen. Das Aufheizen des Wassers verbraucht viel Strom und damit auch CO2. Leidet kein Familienmitglied an einer ansteckenden Krankheit, wird die Wäsche bei Waschtemperaturen zwischen 20 und 40 °C ausreichend hygienisch sauber [8]. Dass in modernen Waschmaschinen die Wäsche auch bei geringen Waschtemperaturen sauber wird, lässt sich mit dem → Sinnerschen Kreis erklären. Die geringere Waschtemperatur wird mit einer längeren Waschdauer ausgeglichen. Aus diesem Grund brauchen moderne Waschmaschinen für einen Waschgang wesentlich länger als frühere Modelle. Damit sich Mikroorganismen nicht übermäßig in der Waschmaschine vermehren und das Gerät anfängt zu riechen, sollte ein- bis zweimal monatlich bei 60 °C und einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel (→ Waschmittel) gewaschen werden. Außerdem ist zu empfehlen, sowohl die Einfülltür wie auch die Dosierkammer für das Waschmittel der unbenutzten Waschmaschine offen stehen zu lassen, damit das Gerät soweit wie möglich trocknen kann [8]. Bei der Wahl der Waschtemperatur muss berücksichtigt werden, dass einige Bleichmittel erst bei höheren Temperaturen (ab 60 °C) wirken.
Mechanik nutzen: Neben der Waschtemperatur und dem Waschmittel sind noch die Mechanik der Waschmaschine und die Anzahl der Spülgänge wichtige Faktoren für die Verringerung der Keimzahl beim Waschen (Sie verlassen die Internetseite Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung Wäschewaschen. 2006).
Hygiene: Feuchte Geschirr- und Spültücher sowie Spülschwämme sind ein idealer Nährboden für Mikroorganismen. Hängen Sie die Tücher nach dem Gebrauch zum Trocknen auf bzw. legen Sie Spülschwämme so hin, dass sie durchtrocknen können. Wechseln Sie Geschirr- und Spültücher regelmäßig und waschen Sie sie bei mindestens 60 °C mit einem Vollwaschmittel → Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC).
In öffentlichen Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern muss die Verbreitung von krankheitsauslösenden Keimen verhindert werden, deshalb sind hier die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. (Siehe auch: Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt: Waschtemperaturen)
Schleuderdrehzahl: Möchten Sie anschließend die Wäsche im Trockner trocknen, so lassen Sie die Wäsche so hoch wie möglich schleudern. Umso weniger Restfeuchte die Wäsche enthält, desto weniger Strom wird beim Trocknen verbraucht. So bleibt bei einer Schleuderdrehzahl von 1.800 U/min eine Restfeuchte von 42-43 %, während es einer Schleuderdrehzahl von 1.000 U/min noch etwa 57 % sind [3]. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Waschmaschinen mit einer Schleuderzahl von 1.400 Umdrehungen pro Minute, weil höhere Drehzahlen die Lager der Trommel sehr stark beanspruchen. Mit einer Restfeuchte von ca. 50 % ist die Wäsche nicht deutlich feuchter, als bei höheren Drehzahlen. [4]. Wenn Sie die Wäsche auf der Wäscheleine trocknen lassen, wird die Umwelt jedoch am wenigsten belastet und es werden die meisten Kosten gespart.
Weichspüler weglassen: Verzichten Sie auf → Weichspüler. Wäsche im Trockner oder im Wind getrocknet ist auch ohne Weichspüler weich. Frotteetücher sollten nie mit Weichspüler gewaschen werden, weil die Tücher anschließend nicht mehr richtig trocknen. Sollten Sie besonderen Wert auf guten Duft legen, so versuchen Sie mal, ein Stück Seife mit dem Duft Ihrer Wahl in den Kleiderschrank zu legen.

Weitere Themen

Pulver versus Flüssigwaschmittel Weichspüler

Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Mit dem Online-Wasch-Rechner können die Kosten pro Waschgang und Jahr für Ihre Maschine errechnet werden. Zugriff am 24.03.2026
Sie verlassen die Internetseite ÖkoRein ist eine Positivliste umwelt- und gesundheitsschonender Wasch- und Reinigungsmittel von „die umweltberatung“. https://www.umweltberatung.at/oekorein-worum-gehts. „die umweltberatung“ Wien ist eine Einrichtung von Die Wiener Volkshochschulen GmbH. Zugriff am 20.05.2025

Quellen

[1] Sie verlassen die Internetseite Stiftung Warentest (2019): Flüssige und Überflüssige, S. 62-66, test-Heft 7/2019
[2] Sie verlassen die Internetseite Stiftung Warentest (2018): SUV im Badezimmer, S. 64-67, test-Heft 11/2018
[3] Sie verlassen die Internetseite HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V.: Fachwissen Wäschetrockner. Zugriff am 24.03.2026
[4] Sie verlassen die Internetseite Verbraucherzentrale (Hrsg.) (2026): Beim Kauf einer Waschmaschine an den Stromverbrauch denken. Zugriff am 24.03.2026
[5] Ökotest (2020): Nicht ganz sauber. S. 132-139, Heft Juli 2020.
[6] Stiftung Warentest (2022): Saubere Leistung. S. 62-67, test-Heft 10/2022
[7] Sie verlassen die Internetseite Verordnung (EU) 2019/2023 der Kommission vom 1. Oktober 2019 zur Festlegung von Ökodesign-Anforderungen an Haushaltswaschmaschinen und Haushaltswaschtrockner gemäß der Richtlinie 2009/125/EG des Europäischen Parlaments und des Rates, zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1275/2008 der Kommission und zur Aufhebung der Verordnung (EU) Nr. 1015/2010 der Kommission. Zugriff am 05.10.2022
[8] Sie verlassen die Internetseite Forum Waschen: Nachhaltiges Wäschewaschen und Trocknen lohnt sich .... Zugriff am 24.03.2026
[9] Sie verlassen die Internetseite Forum Waschen: Fragen und Antworten zum Wäschewaschen und Trocknen. Zugriff am 24.03.2026
[10] Sie verlassen die Internetseite Stiftung Warentest (2025): Weiß zum Sparpreis. Zugriff am 25.03.2026
[11] Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2024): Klimabewusstes Wäschewaschen entlastet die Umwelt und spart Kosten. Zugriff am 25.03.2026
Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2015): Sparsam und umweltbewusst Waschen. Zugriff am 24.03.2026
Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2011): Umweltbewusst reinigen - nachhaltig und hygienisch, Broschüre des Umweltbundesamtes. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite I. Rüdenauer, Dr. U. Eberle, Dr. R. Grießhammer (2006): Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung Wäschewaschen.
Vergleich des Waschens bei durchschnittlichen Waschtemperaturen mit Waschen bei niedrigeren Waschtemperaturen. Öko-Institut e.V. 16. August 2006
TEST Colorwaschmittel: Jacke wie Hose, ÖKO-TEST-Magazin 8/2009
Tricks für Sparmaschinen. STIFTUNG WARENTEST S. 66-71, Heft 11/2013.

Ausführliche Quellenangaben