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Umweltbewusst waschen

Umweltbewusstes Waschen entlastet nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Hier sind einige Tipps, wie Sie die Umwelt schonen können, die aber nur teilweise auf öffentliche Einrichtungen übertragen werden können.

Überlegen Sie, ob das Wäschestück wirklich gewaschen werden muss. Auch in Tagungshäusern und Hotels geht man dazu über, die Gäste zu bitten, Hand- und Badetücher mehrmals zu benutzen.
Dosieren Sie die → Waschmittel genau und passen Sie die Waschmittelmenge an den Verschmutzungsgrad und die → Wasserhärte an.
Verwenden Sie ab → Härtebereich 2 (mittel) einen separaten Wasserenthärter. Diese werden sowohl pulverförmig, als auch flüssig angeboten. Dosieren Sie den Wasserenthärter wie vom Hersteller empfohlen, dann ist die Waschmittelmenge für Härtebereich 1 (weich) ausreichend.
Verwenden Sie immer das geeignete → Waschmittel. Farbige Textilien sollten mit Colorwaschmittel gewaschen werden, sie enthalten keine Bleichmittel und erhalten so die Farben der Textilien. Die nicht benötigten Bleichmittel können dadurch auch nicht in das Abwasser gelangen. Noch umweltschonender sind Baukastensysteme, weil bei ihnen alle Waschmittelbestandteile einzeln dosiert werden können.
Flüssige Waschmittel enthalten meist mehr Tenside und müssen wegen des Wassergehaltes konserviert werden. Pulverförmige Waschmittel waschen umweltschonender als Flüssigwaschmittel.
Europäisches UmweltzeichenBevorzugen Sie Waschmittel mit dem EU-Umweltzeichen. Im Sie verlassen die Internetseite Katalog zum europäischen Umweltzeichen finden Sie Anbieter, deren Produkte das Umweltzeichen tragen.
Waschen Sie möglichst nur voll beladene Maschinen. Das maximale Fassungsvermögen in kg für die einzelnen Waschprogramme können Sie der Bedienungsanleitung bzw. dem Handbuch entnehmen. Auch eine Waschmaschine, die die Wassermenge (bei automatischer Dosierung auch die Waschmittelmenge) automatisch an die Wäschemenge anpasst, wäscht voll beladen am effektivsten.
Achten Sie beim Einkauf der Waschmaschine auf eine hohe Energieeffizienzklasse; inzwischen gibt es bereits Waschmaschinen mit der Energieeffizienzklasse A+++ (→ Energiekennzeichnung von Haushaltsgeräten).
Die Stiftung Warentest hat beim Waschmaschinentest in Heft 1/2013 festgestellt, dass Waschmaschinen im 60-Grad-Energiesparprogramm nicht 60 °C, sondern teilweise nur 44 °C oder 50 °C erreichen. Im Heft 11/2013 wurde mit 35,4 °C ein neuer Negativrekord gemessen und veröffentlicht. Grund dafür ist wahrscheinlich die Art, wie die Energieeffizienzklasse ermittelt wird: Es wird nur gefragt, wie viel Strom verbraucht wird, wenn das 60-Grad-Programm eingestellt ist, nicht aber, ob die gewählte Temperatur auch erreicht wird. Aus hygienischer Sicht ist dies ein Desaster. Waschmaschinenhersteller haben spezielle energiesparende Programme eingerichtet, um die höchste Effizienzklasse zu erreichen. Wer, um Ansteckungsgefahren zu minimieren, bei 60 °C waschen will, muss das Standard 60-Grad-Programm "Koch-Buntwäsche" laufen lassen. Erst dann werden die 60 °C auch erreicht. Noch sicherer sind Maschinen mit "Hygiene-Programm" (→ Waschtemperatur).
Waschen Sie die Wäsche bei einer möglichst niedrigen Temperatur. Das Aufheizen des Wassers verbraucht viel Strom und damit auch CO2. Im Privathaushalt muss auch Bett- und Leibwäsche nicht bei 95 °C gewaschen werden, denn bereits ab einer Temperatur von 60 °C werden Mikroorganismen abgetötet.
Das "Forum Waschen" empfiehlt Wäsche bei möglichst niedrigen Temperaturen zu waschen. Leidet kein Familienmitglied an einer ansteckenden Krankheit, wird die Wäsche bei Waschtemperaturen zwischen 30 und 40 °C ausreichend hygienisch sauber. Dass in modernen Waschmaschinen die Wäsche auch bei geringen Waschtemperaturen sauber wird, lässt sich mit dem → Sinnerschen Kreis erklären. Die geringere Waschtemperatur wird mit einer längeren Waschdauer ausgeglichen. Aus diesem Grund brauchen moderne Waschmaschinen für einen Waschgang wesentlich länger als frühere Modelle. Damit sich Mikroorganismen nicht übermäßig in der Waschmaschine vermehren und das Gerät anfängt zu riechen, sollte ein- bis zweimal monatlich bei 60 °C und einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel (→ Waschmittel) gewaschen werden. Außerdem ist zu empfehlen, sowohl die Einfülltür wie auch die Dosierkammer für das Waschmittel der unbenutzten Waschmaschine offen stehen zu lassen, damit das Gerät soweit wie möglich trocknen kann. Bei der Wahl der Waschtemperatur muss berücksichtigt werden, dass einige Bleichmittel erst bei höheren Temperaturen (ab 60 °C) wirken.
Neben der Waschtemperatur und dem Waschmittel sind noch die Mechanik der Waschmaschine und die Anzahl der Spülgänge wichtige Faktoren für die Verringerung der Keimzahl beim Waschen (Sie verlassen die Internetseite Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung Wäschewaschen. 2006).
Feuchte Geschirr- und Spültücher sowie Spülschwämme sind ein idealer Nährboden für Mikroorganismen. Hängen Sie die Tücher nach dem Gebrauch zum Trocknen auf bzw. legen Sie Spülschwämme so hin, dass sie durchtrocknen können. Wechseln Sie Geschirr- und Spültücher regelmäßig und waschen Sie sie bei mindestens 60 °C mit einem Vollwaschmittel → Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC).
In öffentlichen Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern muss die Verbreitung von krankheitsauslösenden Keimen verhindert werden, deshalb sind hier die gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen einzuhalten. (Siehe auch: Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt: Waschtemperaturen)
Möchten Sie anschließend die Wäsche im Trockner trocknen, so lassen Sie die Wäsche so hoch wie möglich schleudern. Umso weniger Restfeuchte die Wäsche enthält, desto weniger Strom wird beim Trocknen verbraucht. Laut der Verbraucherzentrale in Deutschland (Sie verlassen die Internetseite Waschmaschinen), bleibt bei einer Schleuderdrehzahl von 1800 U/min eine Restfeuchte von 42-43 %, während bei einer Schleuderdrehzahl von 1000 U/min noch eine Restfeuchte von 57 % bleibt. Wenn Sie die Wäsche auf der Wäscheleine trocknen lassen, wird die Umwelt jedoch am wenigsten belastet und es werden die meisten Kosten gespart.
Verzichten Sie auf → Weichspüler. Wäsche im Trockner oder im Wind getrocknet ist auch ohne Weichspüler weich. Frotteetücher sollten nie mit Weichspüler gewaschen werden, weil die Tücher anschließend nicht mehr richtig trocknen. Sollten Sie besonderen Wert auf guten Duft legen, so versuchen Sie mal, ein Stück Seife mit dem Duft Ihrer Wahl in den Kleiderschrank zu legen.
Vermeiden Sie materialaufwendige Verpackungen; besser ist es, Nachfüllpackungen oder Großpackungen einzukaufen.

Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Mit dem Online-Wasch-Rechner können die Kosten pro Waschgang und Jahr für Ihre Maschine errechnet werden.
Sie verlassen die Internetseite ÖkoRein ist eine Positivliste umwelt- und gesundheitsschonender Wasch- und Reinigungsmittel von "die umweltberatung". http://www.umweltberatung.at/oekorein-worum-gehts. "die umweltberatung" Wien ist eine Einrichtung von Die Wiener Volkshochschulen GmbH.

Quellen

Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2015): Umweltbewusst waschen und reinigen. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2015): Sparsam und umweltbewusst Waschen. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Umweltbundesamt (2011): Umweltbewusst reinigen - nachhaltig und hygienisch, Broschüre des Umweltbundesamtes. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Verbraucherzentralen in Deutschland (2015): Waschmaschinen. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Forum Waschen (2016): Wie Sie Ihre Wäsche "richtig" waschen, trocknen und bügeln. Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Forum Waschen (o. J.): Nachhaltiges Wäsche waschen und trocknen lohnt sich ....Zugriff am 15.2.2017
Sie verlassen die Internetseite Richtig Waschen (Washright): Eine europaweite Aktion zur Förderung der Nachhaltigkeit durch Ihr Waschverhalten
Sie verlassen die Internetseite Der Berg ruft: Waschmaschinentest, S. 65 - 68, test-Heft 1/2013
Sie verlassen die Internetseite I. Rüdenauer, Dr. U. Eberle, Dr. R. Grießhammer (2006): Ökobilanz und Lebenszykluskostenrechnung Wäschewaschen.
Vergleich des Waschens bei durchschnittlichen Waschtemperaturen mit Waschen bei niedrigeren Waschtemperaturen. Öko-Institut e.V. 16. August 2006
TEST Colorwaschmittel: Jacke wie Hose, ÖKO-TEST-Magazin 8/2009
TEST Colorwaschmittel, STIFTUNG WARENTEST 10/2010
Tricks für Sparmaschinen. STIFTUNG WARENTEST 11/2013, S. 66-71

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  20.04.2017