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Listeria monocytogenes

Listerien sind Information grampositive stäbchenförmige → Bakterien, die weltweit verbreitet sind. Sie kommen in der Erde, auf Pflanzen und in Abwässern vor, aber auch in verdorbenem Silofutter und im Kot von Tieren. Nur wenige der zu den Listerien gehörenden Bakterienarten können beim Menschen Krankheiten auslösen. Listeria monocytogenes gehört zu den für den Menschen gefährlichen Krankheitserregern. Sie können eine Listeriose auslösen, eine Krankheit, die in Deutschland in den Jahren 2001 - 2009 zwischen 217 bis 513-mal jährlich dem Robert Koch-Institut gemeldet wurde. Viele Tiere und etwa 1-10 % der Menschen haben Listeria monocytogenes im Darm und scheiden den Erreger über den Stuhl aus. Die Übertragung auf Lebensmittel findet z. B. beim Melken oder beim Schlachten statt. Lebensmittelunternehmer in den EU-Staaten sind verpflichtet, Produkte regelmäßig nach dem Vorkommen von Listeria monocytogenes zu untersuchen.
Listerien können sich in einem Temperaturbereich zwischen -0,4 bis +45 °C vermehren. Bei niedrigen Temperaturen verringert sich allerdings die Teilungsgeschwindigkeit. In sauren Lebensmitteln oder solchen mit geringem Wassergehalt, viel → Salz oder Konservierungsstoffen nimmt die Teilungsgeschwindigkeit ebenfalls ab oder ist gar nicht mehr möglich. Dagegen können sie sich auch noch bei einem geringen Sauerstoffangebot wie zum Beispiel in Vakuumverpackungen vermehren.

Infektionsweg

Durch den Verzehr von infizierten Lebensmitten können Listerien auf den Menschen übertragen werden. Das Vorkommen von Listerien kann man weder am Geruch noch am Aussehen der Waren erkennen. Listeria monocytogenes treten in rohem Fleisch oder Geflügel oder deren Erzeugnissen (z. B. Rohwurstsorten wie Zwiebelmettwurst oder Teewurst), in Rohmilch und deren Produkten, in Muscheln und Meeresfrüchten auf. Listerien kommen auch auf pflanzlichen Produkten wie Salat und frischem Gemüse vor, das durch Erde oder tierischem Dünger verunreinigt werden kann. Werden bei der Produktion von Lebensmitteln keine ausreichenden Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingehalten, so können Listerien auch auf Käse (Weich- und Frischkäse) und Käserinde, in Feinkostsalaten und Fischerzeugnissen (wie Lachs) auftreten. So wurde zum Beispiel im April 2011 vor dem Verzehr einer bestimmten Charge belgischem Schnittkäse gewarnt.
Ein weiterer Übertragungsweg ist der direkte Kontakt mit infizierten Tieren oder belastetem Erdboden.

Inkubationszeit

Die Inkubationszeit beträgt 3-70 Tage, meist sind es 3 Wochen.

Krankheitsverlauf

Gesunde Menschen erkranken meist nicht, oder es treten grippeähnliche Symptome mit Fieber, Muskelschmerzen unter Umständen Erbrechen und Durchfall auf. Bei Senioren und abwehrgeschwächte Personen kann dagegen die Krankheit wesentlich dramatischer verlaufen und unter Umständen auch zum Tode führen. Schwangeren haben ein deutlich erhöhtes Risiko an einer Listeriose zu erkranken. Es besteht die Gefahr, das die Krankheit über die Plazenta auf den Embryo übertragen wird. Die Infektion des Fötus kann zu schweren Schädigungen des Neugeborenen zum Abort, zur Früh- oder Todgeburt führen. Gefährlich sind auch Infektionen von Neugeborenen.
Unter Umständen können infizierte Personen den Erreger noch mehrere Monate lang mit dem Stuhl ausscheiden.

Prävention

Durch das Erhitzen der Speisen für mindestens 2 Minuten auf 70 °C können Listerien abgetötet werden.
Lebensmittel auch im Kühlhaus/Kühlschrank immer abdecken oder in geschlossenen Behältern lagern.
Rohes Gemüse muss getrennt von anderen Lebensmitteln (im Privathaushalt im Gemüsefach) gelagert werden.
Personalhygiene beachten.
Obst, Gemüse und Blattsalat vor der Verarbeitung oder dem Verzehr sorgfältig waschen.
Gebrauchte Arbeitsmittel wie Messer und Geräte gründlich reinigen, keine rohen und gegarten Speisen beispielsweise mit ein und demselben Messer verarbeiten.
Getrennte Arbeitsflächen/Arbeitsbereiche für die Verarbeitung von rohem Gemüse, Fleisch und verzehrfertigen Speisen.
Temperatur in Kühleinrichtungen auf maximal +7 °C besser unter +5 °C einstellen. Die Kühlhäuser, bzw. Kühlschränke müssen in regelmäßigen Abständen gereinigt werden.
Da weder die Kühlschranklagerung noch eine Vakuumverpackung vor einer weiteren Vermehrung der Listerien schützen, sollten Lebensmittel, insbesondere vakuumverpackte zügig nach dem Einkauf und weit vor dem Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums verzehrt werden.

Gefährdete Personen sollten:

Auf das Verzehren von rohen tierischen Lebensmitteln (z. B. Gehacktes) verzichten, ebenso auf geräucherte oder marinierte Fischerzeugnisse.
Keine Rohmilch oder Rohmilcherzeugnisse essen und die Rinde von Käse immer entfernen.
Keinen vorgeschnittenen verpackten Salat verzehren.
Rohmilch vor dem Verzehr abkochen.

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Listeriose und Schwangerschaft: Merkblatt zur Vermeidung einer Listeriose in der Schwangerschaft, Rubrecht-Karl-Universität 2003, zuletzt besucht am 15.4.2011
Sie verlassen die Internetseite Verbrauchertipps: Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien, Bundesinstitut für Risikobewertung März 2008, zuletzt besucht am 15.4.2011
Sie verlassen die Internetseite Dr. Gabriele Engelhardt: Listerien in Lebensmitteln, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Februar 2004, zuletzt besucht am 15.4.2011
Sie verlassen die Internetseite H. Hof: Listeriose - Was Ärzte über Infektionsrisiken und Erkrankung wissen sollten, Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 1999
Sie verlassen die Internetseite Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland - Listeriose 2001 bis 2009, Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, 30. August 2010 / Nr. 34, zuletzt aufgerufen am 16.5.2012
Sie verlassen die Internetseite Listeriose, RKI-Ratgeber für Ärzte, Stand: 26.04.2010, zuletzt aufgerufen am 16.5.2012
Sie verlassen die Internetseite Gefährliche Listerien gefunden - Ministerium warnt vor belgischem Schnittkäse, RP-Online 03.04.2011, zuletzt aufgerufen am 15.4.2011

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung: 02.06.2016