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Arbeitskleidung

Unsere Arbeitskleidung erfüllt viele Funktionen: Durch das Aussehen kennzeichnet sie uns als Mitarbeiter/in eines Hauses oder auch einer Abteilung erkennen. Die Arbeitskleidung schützt die private Bekleidung vor Verschmutzungen und sollte bequem zu tragen sein, damit sie bei Arbeitsprozessen nicht behindert. Aber natürlich muss die Bekleidung auch hygienisch einwandfrei und sauber sein, wie es Kapitel VIII "Persönliche Hygiene" der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 gefordert wird: "Personen, die in einem Bereich arbeiten, in dem mit Lebensmitteln umgegangen wird, müssen ein hohes Maß an persönlicher Sauberkeit halten; sie müssen geeignete und saubere Arbeitskleidung und erforderlichenfalls Schutzkleidung tragen."

Was gehört zur Arbeitskleidung

Abbildung 1: Was gehört zur Arbeitskleidung?

Die Anforderungen an die Arbeitsbekleidung im Lebensmittelbetrieb werden in der DIN 10524:2012 festgelegt. Wie die Bekleidung ausgestattet sein sollte, hängt auch von dem hygienischen Risiko ab. Es werden drei Risikoklassen (RK) unterschieden:

Geringes Hygienerisiko (RK1)
Werden die Lebensmittel durch Verpackungen hinreichend geschützt oder in einer weiteren Stufe vom Hersteller oder dem Verbraucher weiter verarbeitet, so liegt nur ein geringes Hygienerisiko vor (Umgang mit nicht leicht verderblichen Lebensmitteln oder Zutaten). In diesem Fall kann die Schutzfunktion der Arbeitskleidung dem Lebensmittel gegenüber gering sein.
Hohes Hygienerisiko (RK2)
Wird mit unverpackten, leicht verderblichen Lebensmitteln und Zutaten umgegangen und liegt ein hohes Hygienerisiko vor, so muss die Schutzfunktion hoch sein, insbesondere dann, wenn die Lebensmittel nicht weiter verarbeitet werden und sich Mikroorganismen darin oder daran vermehren können (z. B. bei der Abgabe unverpackter Lebensmittel).
Höchstes Hygienerisiko (RK3)
Vom höchsten Hygienerisiko wird gesprochen, wenn mit unverpackten verzehrfähigen, sehr leicht verderblichen Lebensmitteln umgegangen wird. In diesem Fall muss eine sehr hohe Schutzfunktion sichergestellt sein, da die Lebensmittel technologisch nicht stabilisiert werden und Mikroorganismen einschließlich Krankheitserreger sich vermehren können.

Der Oberstoff der Arbeitskleidung sollte so beschaffen sein, dass er eine ausreichende Barriere für Keime darstellt. Als Material kommt ein → Polyester/→ Baumwoll-Gewebe oder Maschenware (→ Textile Flächen) mit einem Gewicht zwischen 150 g/qm und 400 g/qm infrage. In hygienisch sensiblen Bereichen (RK2 und RK3) müssen helle Farben (weiß oder pastellfarben) zum Einsatz kommen, farbige Besätze sind allerdings möglich. Bei dunkleren Farben muss gewährleistet sein, dass auf ihnen Verschmutzungen leicht zu erkennen sind. Damit keine Gegenstände aus Taschen auf die Lebensmittel fallen können, dürfen bei der Risikoklasse 2 und 3 die Taschen nur innen liegen. Zum Verschließen der Oberbekleidung ist eine verdeckte Druckknopfleiste zweckmäßig. Weniger geeignet sind offenliegende Knöpfe, weil sich abfallende Knöpfe als Fremdkörper in Lebensmitteln wiederfinden können. Empfohlen werden lange Arme, die am besten durch Druckknöpfe in der Weite zu verstellen sind. Der Kragen sollte möglichst hoch geschlossen sein, aber nicht beim Atmen behindern.

Handschuhe

Da auch von sehr kleinen Verletzungen an den Händen Risiken ausgehen können, sollten die Handschuhe flüssigkeitsdicht sein und eine ausreichende Barrierewirkung besitzen. Die Festigkeit der Handschuhe muss an die vorgesehenen Arbeiten angepasst werden.

Das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA) hat auf ihrer Internetseite wichtige Informationen zum Thema Chemikalienschutzhandschuhen veröffentlicht. Für die Praxis finden Sie auf den Seiten Hilfestellung bei der Auswahl von Chemikalienschutzhandschuhen, Informationen zur Kennzeichnung und Normung von Handschuhen und in den häufig gestellten Fragen (FAQ) wichtige Praxistipps.
Sie verlassen die Internetseite Schutzhandschuhe gegen chemische und biologische Einwirkungen

Arbeitsschuhe

In der Hauswirtschaft sind die Füße stark beansprucht: Viele Arbeiten werden im Stehen erledigt und oft werden am Tag viele Kilometer zurückgelegt, deshalb sollte auf bequemes Schuhwerk geachtet werden. Grundsätzlich verpflichtet das Sie verlassen die Internetseite Arbeitsschutzgesetz § 3 den Arbeitgeber dazu, "die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen." Björn Wedig von der BGW - der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege - hat in der Fachzeitschrift rhw management zum Thema Arbeitsschuhe in der Hauswirtschaft Stellung bezogen. Er weist darauf hin, dass es in einigen Bereichen sinnvoll ist, wenn der Arbeitgeber Sicherheitsschuhe zum persönlichen Schutz der dort Arbeitenden zur Verfügung stellt. Ist die Arbeit aber lediglich mit Alltagsrisiken verbunden, so sind die Schuhe, die am Arbeitsplatz getragen werden, reine Privatsache. Häufig werden Arbeitsschuhe von den Angestellten selbst gekauft. Björn Wedig empfiehlt als Arbeitsschuh einen geschlossenen Sportschuh oder gängigen Lederhalbschuh (Arbeits-)Schuhe: Pflege und Auswahl. rhw management 8/2011). Ein geschlossener Schuh gewährleistet einen sicheren Stand und gibt auch beim schnelleren Laufen Halt, weil er nicht unbeabsichtigt vom Fuß fallen kann. Eine großflächige Profilsohle aus einem rutschhemmenden Material wird empfohlen, damit man auch auf einem feuchten Boden weniger leicht ausrutscht oder stürzt. Die BGW hat auf ihrer Internetseite ein dreiseitiges Informationsblatt veröffentlicht, in dem Kriterien für sichere Arbeitsschuhe in der Pflege aufgezeigt werden, die auch für die Hauswirtschaft interessant sind (Sie verlassen die Internetseite Gut zu Fuß im Pflegeberuf – Kriterien für den sicheren Auftritt).

Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345:2011

SicherheitsschuheDie Norm EN ISO 20345 legt fest, welche Grundanforderungen und (freiwillige) Zusatzanforderungen Sicherheitsschuhe erfüllen müssen. Grundsätzlich werden zwei Klassen unterschieden: Zur Klasse I gehören Schuhe, die aus Leder oder einem anderen Material gefertigt sind, mit Ausnahme von Vollgummi- oder Gesamtpolymerschuhen, die zur Klasse II gezählt werden. Damit ein Schuh den Träger bei Unfällen vor Verletzungen schützt, ist entscheidend, dass er bestimmten Kriterien genügt. Zu den Grundanforderungen eines Sicherheitsschuhs gehören u. a. die Sohleneigenschaften und der Zehenschutz, die Dichtigkeit und die Rutschhemmung. Das Schuhoberteil muss über eine Mindesthöhe verfügen und eine definierte Reiß- und Biegefestigkeit aufweisen. Auch die Wasserdampfdurchlässigkeit ist genau festgelegt.

SB: Erfüllt ein Sicherheitsschuh alle Grundvoraussetzungen, so zählt er zur Kategorie SB.

Weitere Kategorien für die Schuhe der Klasse I (siehe oben) sind:

S1: Dieser Schuh erfüllt alle Grundvoraussetzungen; zusätzlich verfügt er über einen geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich und Kraftstoffbeständigkeit;
S2: Der Schuh entspricht allen Anforderungen der Kategorie S1. Zusätzlich lässt der Schuh nur eine definierte Menge Wasser durchdringen (Wasserdichtigkeit) und nimmt auch nur eine gewisse Menge Wasser auf (Wasseraufnahme);
S3: Der Schuh entspricht allen Anforderungen der Kategorie S2; zusätzlich bietet die Profilsohle Durchtrittssicherheit.

Für Schuhe der Klasse II (Vollgummi- oder Gesamtpolymerschuhe) gelten folgende Kategorien:

S4: Dieser Schuh erfüllt alle Grundvoraussetzungen. Zusätzlich verfügt er über einen geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich und Kraftstoffbeständigkeit;
S5: Der Schuh entspricht allen Anforderungen von S4. Zusätzlich verfügt er über eine Durchtrittssicherheit der Profilsohle.

Kopfbedeckung

Die Kopfbedeckung muss die Haare weitgehend bedecken, um zu vermeiden, dass Haare, Schuppen oder Schweiß auf die Lebensmittel gelangen. Der Stoff sollte so eng gewebt sein, dass keine Haare durchdringen können, deshalb sind Haarnetze in diesen Bereichen nicht zu empfehlen. Werden keine Einwegmaterialien verwendet, müssen sie wasch- und desinfizierbar sein.

Schürzen

Schürzen müssen hinsichtlich der verwendeten Materialien und Konfektion den übrigen Bekleidungsstücken entsprechen. Auch bei den Schürzen sollten helle Farben bevorzugt werden. Dunklere Farben müssen so gewählt werden, dass Verschmutzungen leicht erkennbar sind. Werden Schürzen wiederverwendet, müssen sie waschbar und gegebenenfalls desinfizierbar sein.

Wechseln der Arbeitsbekleidung

Je nach Hygienerisiko werden unterschiedlich häufige Wechsel der Arbeitsbekleidung empfohlen. Bei einem geringen Hygienerisiko (RK1) muss die Arbeitsbekleidung mindestens wöchentlich oder bei Verschmutzungen gewechselt werden. Bei einem hohen Hygienerisiko (RK2) wird die Arbeitsbekleidung täglich gewechselt oder wenn sie verschmutzt ist. Das gleiche gilt für das höchste Hygienerisiko (RK3): Auch hier wird die Bekleidung mindestens täglich gewechselt, es sei denn, Verschmutzungen erfordern einen häufigeren Wechsel.

Wiederaufbereitung

Zur Wiederaufbereitung zählen das Waschen, Trocknen, gegebenenfalls Glätten und Reparieren der Textilien sowie alle weiteren Arbeitsschritte wie Sortieren, Endkontrolle, Verpacken und Bereitstellen. Die Wiederaufbereitung der Arbeitsbekleidung kann betriebsintern oder in einer externen Wäscherei durchgeführt werden, sollte aus hygienischen Gründen aber nicht im Privathaushalt erfolgen. Die Wäschereien müssen hohe hygienische Standards erfüllen. Zur Gewährleistung dieser Standards wurde in der Europäischen Union das Hygienemanagementsystem "Risk Analysis and Biocontamination Control System" (RABC-System) eingeführt, das mit der DIN EN 14065:2002 veröffentlicht wurde. Diese europäische Norm stellt sicher, dass die mikrobiologische Belastung von Textilien auf ein akzeptables Maß verringert wird. Betriebe, die das Gütesiegel RAL GZ 992/3 führen dürfen, erfüllen auch die Vorgaben des RABC-Systems. Nach DIN 10524:2012 sollte die Qualität der Wiederaufbereitung der DIN EN 14065 und/oder RAL GZ 992/3 entsprechen.
Die getrocknete Arbeitsbekleidung muss nach der Wiederaufbereitung keimarm sein und darf keine Krankheitserreger enthalten. Um das sicherzustellen, können Abklatschproben durchgeführt werden. Bei neun von zehn Proben darf die Keimzahl zehn Kolonien je Platte (20 qcm) nicht übersteigen.

Lagerung der Arbeitskleidung

Die Hygiene muss nicht nur beim Waschen, sondern auch beim Transport und der Lagerung gewährleistet sein. Arbeitskleidung sollte an einem trockenen, sauberen Ort, getrennt von der persönlichen Bekleidung gelagert werden. Hierfür ist beispielsweise ein Schrank, der durch eine Trennwand in zwei Fächer unterteilt wird, geeignet.


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Interessante Links

Sie verlassen die Internetseite Gütegemeinschaft sachgemäße Wäschepflege e.V.
Sie verlassen die Internetseite Kleidung und Schutzausrüstung für Pflegeberufe aus hygienischer Sicht. DGKH, Sektion Pflege, Aktualisierte Fassung Juli 2016

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Rose-Marie Riedl: Berufsbekleidung für Lebensmittel verarbeitende Betriebe Vorgaben für Tragekomfort und Hygiene nach DIN 10524, Pressemitteilung vom Informationsdienst Wissenschaft, 18.09.2008
Sie verlassen die Internetseite Dr. Lutz Vossebein: Textilhygiene, Praktische Arbeitsmedizin, 2008
Sie verlassen die Internetseite Arbeitsschutzgesetz: § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
Sie verlassen die Internetseite Gut zu Fuß im Pflegeberuf – Kriterien für den sicheren Auftritt. BGW – Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Fachgruppe Rücken der BGW
(Arbeits-)Schuhe: Pflege und Auswahl. Stand 15.07.2011 14:04, Zeitschrift rhw management 8/2011
Dipl.-Ing. Sabine Anton-Katzenbach: Hygiene- und Sicherheitskleidung LMHV, HACCP, RABC, RAL-GZ, DIN EN - alles klar mit Ihrer Berusfbekleidung?, GV Kompakt, 2011
DIN EN ISO 20345:2011 Persönliche Schutzausrüstung – Sicherheitsschuhe. DIN Deutsches Institut für Normung e. V., erschienen April 2012
DIN 10524:2012 Lebensmittelhygiene – Arbeitsbekleidung in Lebensmittelbetrieben. DIN Deutsches Institut für Normung e.V., erschienen April 2012
BS EN 14065:2002 Textiles – Laudry processed textiles – Biocontamination control system

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  09.09.2016