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Noroviren

Die genetische Information der Noroviren ist sehr variabel, deshalb werden fünf Genogruppen unterschieden, von denen zwei keine Menschen infizieren (sie sind nicht humanpathogen). Noroviren sind weltweit verbreitet und sind zu einem Großteil für die nicht durch Bakterien verursachten Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritiden) verantwortlich. Alleine in Großbritannien erkranken jedes Jahr zwischen 600.000 und einer Millionen Menschen an dem Virus. Bei den verschiedenen Personengruppen sind insbesondere Kinder unter fünf Jahren und ältere Menschen über 70 Jahren betroffen. In Gemeinschaftseinrichtungen, Krankenhäusern und Altenheimen sind sie die häufigste Ursache für Magen-Darm-Infektionen (Gastroenteritis). Eine Häufung an Noroviren-Infektionen tritt in den Wintermonaten auf.

Infektionsweg

Ausgeschieden werden Noroviren mit dem Erbrochenen und beim Stuhlgang. Danach gelangen die Viren von den kontaminierten Flächen an die Hände und über den Mund in den Körper. Sie können aber auch direkt von Mensch zu Mensch oder über Lebensmittel (beispielsweise Salate, Muscheln oder Krabben) oder verunreinigte Getränke übertragen werden. Für das Auslösen einer Infektion reichen bereits 10-100 Viruspartikel.

Inkubationszeit

Sie wird mit 6 bis 50 Stunden angegeben.

Krankheitsverlauf

In der Regel verursachen Noroviren eine Magen-Darm-Infektion mit starken Durchfällen und Erbrechen. Zusätzlich können Bauchschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Mattigkeit auftreten. Teilweise kommt es zu leichtem Fieber. Jeder Durchfall bewirkt starke Mineralstoffverluste und kann zu innerer Austrocknung führen. Nach der akuten Erkrankung, die meist zwischen 12 und 48 Stunden andauert, wird das Virus noch weitere 7 bis 14 Tage, in Ausnahmefällen bis zu mehreren Wochen im Stuhl ausgeschieden.

Prävention

Personalhygiene beachten.
Insbesondere Gerichte mit Meeresfrüchten durchgaren.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, Tiefkühlbeeren für besonders empfindliche Personengruppen auf eine Kerntemperatur von 90 °C zu erhitzen. Dadurch können eventuell vorhandene Viren deaktiviert werden. Zu den empfindlichen Personengruppen zählen Säuglinge und Kleinkinder bis 5 Jahre, Senioren, Schwangere und Menschen mit geschwächten Abwehrkräften.
Auf eine gute Küchenhygiene achten.
Laut Robert Koch-Institut kann Geschirr bei 65 °C in einer Haushalts-Geschirrspülmaschine oder im Eintankgeschirrspülautomaten gespült werden [1].
Die Wäsche sollte im Kochwaschprogramm oder bei 60 °C mit einem desinfizierenden Waschmittel gewaschen werden [1].

Meldepflicht

[1] Sie verlassen die Internetseite Infektionsprävention in Heimen - Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut (RKI), Bundesgesundheitsbl 2005
Sie verlassen die Internetseite Ärzte müssen eine Infektion mit Noroviren nach §6 IfSG melden, wenn die erkrankte Person eine Tätigkeit im Sinne des § 42 IfSG ausübt.
Sie verlassen die Internetseite Meldepflicht nach §7 IfSG für Leiter von Laboratorien, wenn Noroviren direkt nachgeiwesen wurden.
Sie verlassen die Internetseite Tätigkeits- und Beschäftigungsverbot § 42 IfSG

Interessanter Link

Sie verlassen die Internetseite Noroviren: RKI-Ratgeber / Merkblätter für Ärzte

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Noroviren: RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten – Merkblätter für Ärzte, 2008
Sie verlassen die Internetseite Norovirus Erreger und Übertragung, schweizerische Eidgenossenschaft
Sie verlassen die Internetseite Norovirus infections, NHS choises, 2010
Sie verlassen die Internetseite Norovirus infections - Symptoms, NHS choises, 2010
Sie verlassen die Internetseite Tiefkühlbeeren vor dem Verzehr besser gut durchkochen. Presseinformation des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) 05/2013, 13.03.2013

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  02.06.2016