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Hände trocknen

Handtuchspender
Abbildung 1: Handtuchspender mit Papierrolle

Hände sollten nicht nur gründlich gewaschen, sondern hinterher auch gründlich getrocknet werden. Es gibt verschiedene Systeme dafür:

Punkt Handtuchspender mit Papierhandtüchern (Einzelblatt oder Rolle),
Punkt Handtuchspender mit Baumwollhandtuchrollen,
Punkt Warmluft-Händetrockner,
Punkt Trocknen mit Raumluft bei hoher Luftgeschwindigkeit.

Diese unterschiedlichen Möglichkeiten, die Hände zu trocknen, können unter verschiedenen Gesichtspunkten miteinander verglichen werden:

1) Effektivität,
2) Hygiene,
3) Umweltschutz,
4) Wirtschaftlichkeit.

Die Universität von Westminster (London) hat im November 2008 eine Untersuchung veröffentlicht, in der drei verschiedene Trocknungsmethoden miteinander verglichen wurden (Sie verlassen die Internetseite zur Untersuchung):

Punkt Papiertücher (ein- und zweilagig, Recycling-Papier, Zellstoff-Papierhandtücher aus Frischfaser),
Punkt Warmlufttrockner: Sie verlassen die Internetseite Electric-Aire™ Modell LE48 (World Dryer Corporation) und
Punkt Trockner mit hoher Luftgeschwindigkeit: Dyson Airblade™ Modell AB01 (ist nicht mehr im Handel).

Warmluft-Trockner
Abbildung 2: Warmluft-Trockner

Effektivität

Bei der Handhygiene kommt es darauf an, dass die Hände vollständig trocken werden, denn eine feuchte Umgebung fördert auch die Vermehrung von Bakterien. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Trocknungsvorgang nicht zu lange dauert, weil er sonst von den Menschen vorzeitig abgebrochen wird.
Sowohl bei den verschiedenen Papiertüchern wie auch mit dem Dyson Airblade™ waren nach 10 Sekunden die Hände durchschnittlich zu 90 % trocken. Weniger effektiv war der Warmlufttrockner, der für das gleiche Ergebnis 47 Sekunden benötigte.

Hygiene

Die Studie der Universität von Westminster kommt zu dem Schluss, dass Papierhandtücher vom hygienischen Standpunkt her die beste Lösung sind, weil die Keimzahl an den Händen deutlich reduziert wird. Mit dem Warmluft-Händetrockner hingegen wurde die Keimzahl an den Fingerspitzen um durchschnittlich 194 %, an den Handflächen sogar um 254 % erhöht, beim Dyson Airblade™ waren es immer noch 42 % an den Fingerspitzen und 15 % an den Handflächen.
Beim Dyson Airblade™ strömt die Luft mit einer Geschwindigkeit von 640 km/h aus den Düsen heraus. Diese Geschwindigkeit bewirkt einerseits die hohe Effektivität des Trocknungsvorgangs, bedeutet aber auch, dass vorhandene Bakterien weit im Raum verteilt werden. In der Studie der Universität von Westminster wurden noch im Abstand von 2 m Entfernung vom Gerät Keime gefunden.
Auch die Keimzahlen am Gerät (Dyson Airblade™) selbst wurden ermittelt. Es wurden sowohl an der Innenseite des Gerätes, der Austrittsöffnung für die Luft, wie am Boden der Trockenkammer Bakterien gefunden, wobei die Keimzahl am Boden besonders hoch war. Gerade dieser Bereich ist besonders häufig feucht, weil das Wasser durch den Luftstrom von den Händen quasi abgestreift wird und sich dann am Boden sammelt. Da die Temperaturen in öffentlichen Toiletten häufig relativ hoch sind, bildet das einen idealen Nährboden für Bakterienwachstum.

Im März 2014 wurde eine Sie verlassen die Internetseite Vergleichsstudie der Universität von Helsinki im Auftrag der European Textile Services Association (ETSA) in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsverband Textil Service WIRTEX e.V. veröffentlicht. Gegenübergestellt wurden die vier Händetrocknungsmethoden: Baumwollhandtücher, Einweg-Papierhandtücher, Warmluft-Händetrockner (Sie verlassen die Internetseite Dan Air Dryer) und Luftstrom-Händetrockner (Dyson Airblade™) und hinsichtlich der Hygiene untersucht. Ergebnis war, dass sowohl Baumwoll- als auch Papierhandtücher die Anzahl der Bakterien auf den Händen deutlich reduzierten und damit die Anforderungen der europäischen Norm EN 1499 (2013) übertrafen. Der Warmluft-Händetrockner und der Luftstrom-Händetrockner lagen unter den Mindestanforderungen der Norm. Die Untersuchung der Geräte-Oberfläche ergab, dass die Bakterienzahl auf dem Baumwollhandtuchspender am geringsten war, gefolgt vom Warmluft-Händetrockner und dem Papierhandtuchspender. Die meisten Bakterien wurden am Luftstrom-Trockner gefunden, wobei die Keimzahl am Boden des Gerätes am Höchsten war.

Dyson-Airblade
Abbildung 3: Dyson Airblade
Foto: Secondarywaltz

Umweltschutz

Als besonders ökologisch nachteilig hat das Sie verlassen die Internetseite Bundesumweltamt die Verwendung von Zellstoff-Papierhandtüchern eingestuft, während es zwischen den anderen Systemen (Handtuchspender mit Papierhandtüchern aus Altpapier, Handtuchspender mit Baumwolltuchrollen sowie Warmlufthändetrockner) keine Reihenfolge aus ökologischer Sicht entwickelt hat.

Am 11.11.2011 berichtete der Sie verlassen die Internetseite Guardian, dass Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology eine Untersuchung über die Umweltverträglichkeit verschiedener Handtrocknungssysteme beendet haben. In der von Dyson beauftragten Studie ( Sie verlassen die Internetseite Life Cycle Assessment of Hand Drying Systems) wurden sieben übliche Handtrocknungsverfahren über den gesamten Zyklus von der "Wiege bis zur Bahre" - die benötigten Materialien, Transport, Produktion bis hin zur Abfallentsorgung - miteinander verglichen. Die Ökobilanzstudie umfasste folgende Produkte:

Punkt Dyson Sie verlassen die Internetseite Airblade™ Handtrockner mit Aluminiumgehäuse,
Punkt Dyson Airblade™ Handtrockner mit Kunststoffgehäuse,
Punkt Excel Sie verlassen die Internetseite XLERATOR® (Hochgeschwindigkeitsluftstrom kommt von oben),
Punkt Standard-Warmlufttrockner,
Punkt Handtuchspender mit Baumwollhandtuchrollen,
Punkt Papierhandtuchspender bestückt mit 100 % Frischfaser,
Punkt Papierhandtuchspender bestückt mit 100 % Recyclingpapier.

Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Papierhandtücher aus Recycling-Papier die Umwelt nur unwesentlich weniger verschmutzen als Papierhandtücher aus Frischfaser. Besonders viel Energie verbraucht das Material und die Herstellung von Papierhandtüchern, anschließend muss der Müll noch entsorgt werden. Die Lufttrocknungssysteme benötigen Energie für die Erzeugung des Luftstroms und/oder das Aufheizen der Luft. Der Standard-Warmlufttrockner hat mit 2400 W während der Nutzungsdauer von 28 Sekunden einen besonders hohen Energieverbrauch, während der XLERATOR® mit 1400 W und einer Nutzungsdauer von 18 Sekunden deutlich energiesparender ist. Noch besser ist der Airblade™, der zwar 1600 W verbraucht, aber für jeden Trocknungsvorgang nur durchschnittlich 10 Sekunden benötigt. Insgesamt ist die Ökobilanz des Dyson Airblade™ am Besten. Baumwollhandtuchrollen liegen im mittleren Bereich, sie können zwar durchschnittlich 103-mal verwendet werden, müssen aber zwischendurch gewaschen werden.

Auswertung

In der Studie wurden das Treibhauspotenzial sowie die potenziellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, Ökosystemqualität, Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Bodennutzung untersucht. Die Ergebnisse aus dem vollständigen MIT-Bericht werden in einer Rangliste verdeutlicht (1 = geringe Auswirkung, 7 = stärkste Auswirkung).

Produkt
Treib­haus­potential
Ge­sund­heits­schutz
Öko­system-
Qualität
Ku­mu­lativer Energie­ver­brauch
Was­ser­ver­brauch
Boden­nutz­ung
Airblade™, Aluminium 1 1 1 1 3 1
Airblade™, Kunststoff 1 1 1 1 1 1
XLERATOR® 3 3 3 3 4 3
Warmluft-Hände­trockner 7 7 4 6 7 4
Stoff­hand­tuch­rollen 4 3 6 4 1 6
Papier­hand­tücher (neu) 5 5 7 7 5 7
Papier­hand­tücher (recy.) 5 5 4 5 5 5

Quelle: Kurzfassung der Studie in deutscher Sprache Sie verlassen die Internetseite Ökobilanz von Händetrocknungssystemen.

Wirtschaftlichkeit

Das Institut für Produktforschung und Information hat eine Sie verlassen die Internetseite Wirtschaftlichkeitsstudie zum Händetrocknen veröffentlicht. Sie haben die Kosten verschiedener Handtrocknungssysteme miteinander verglichen. Untersucht wurden Systeme mit Einzelblattpapier, Papierrollensysteme, textile Rollenhandtuchsysteme und Standard-Warmluft-Händetrockner.
Die Gesamtkosten im Anschaffungsjahr waren bei Einzelblattsystemen am höchsten, daran anschließend kamen die Papierrollensysteme, gefolgt von den textilen Rollenhandtuchsystemen. Am wirtschaftlichsten war ein Standard Warmluft-Händetrockner. Je mehr Trocknungsvorgänge pro Jahr stattfinden, desto deutlicher werden die Unterschiede.
Der Dyson-Trockner wurde in dieser Studie nicht berücksichtigt. Zwar verbrauchen der Dyson und viele Warmluft-Händetrockner vergleichbar viel Strom (Dyson 1600 W), durch die hohe Effektivität läuft der Dyson jedoch weniger lange als ein Standard-Warmluft-Händetrockner.

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite European Tissue Symposium (ETS): A comparative study of three different hand drying methods: paper towel, warm air dryer, jet air dryer, 2008
Sie verlassen die Internetseite European Tissue Symposium (ETS), Brussels: A comparative study of different hand drying methods: paper towel (PT), warm air dryer (WAD), jet air dryer (JAD), Summery, 2009
Sie verlassen die Internetseite ipi Institut für Produktforschung und Information GMbH: Wirtschaftlichkeitsstudie zum Händetrocknen, 2007
Sie verlassen die Internetseite Umwelt Bundesamt: Händetrocknung. In der Rubrik "Arbeitshilfen" gibt es Leitfäden zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung von Hygienepapieren und System Stoffhandtuchrollen sowie Handtuchspendern. Letzte Aktualisierung 20.08.2015
Sie verlassen die Internetseite Guardian, Paper towels least green way of drying hands, study finds, 11.11.2011
Sie verlassen die Internetseite Massachusetts Institute of Technology: Life Cycle Assessment of Hand Drying Systems, 19. September 2011
Sie verlassen die Internetseite Massachusetts Institute of Technology: Ökobilanz von Händetrocknungssystemen, Kurzfassung
Sie verlassen die Internetseite New comparative study on hand drying reveals: cotton and paper towels have advantages with respect to hygiene. ETSA - European Textile Services Association, Stand März 2014
Sie verlassen die Internetseite Pressemitteilung: Neue Vergleichsstudie über das Händetrocknen belegt: Baumwoll- und Papierhandtücher bieten Vorteile hinsichtlich der Hygiene. Textil Service WIRTEX e.V., aufgerufen 14.7.2014

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung:  02.06.2016