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Aspergillus niger

Schema eines Konidienträgers mit Konidiosporen von Aspergillus
Abbildung 1: Schema eines Konidienträgers mit Konidiosporen.

Aspergillus niger gehört zur Gattung Aspergillus und ist im Deutschen unter dem Namen Schwarzschimmel bekannt. Charakteristisch sind die schwarz bis schwarz-braunen Konidiosporen, die an den Konidienträgern ausgebildet werden (siehe Abbildung 1). Der Schwarzschimmel ist weltweit auch in extremen Klimazonen, wie Wüsten, Salzmarschen und Mangrovenschlamm vorzufinden. A. niger hat ein weites Spektrum für das Wachstum, so liegt das Temperaturminimum zwischen 6 °C und 8 °C und das Maximum bei 45 °C bis 47 °C und das Temperaturoptimum zwischen 35 °C und 37 °C; dieses Optimum macht es ihm möglich im menschlichen Körper zu überleben (→ Schimmelpilz).

Schimmelpilzbefall mit Aspergillus-Arten findet sich bei Getreide und Backwaren, Obst und Gemüse sowie Käse- und Joghurtprodukten. Neben Lebensmitteln können sie auch Papier und Tapeten zerstören, hinterlassen Korrosionsspuren auf Metallen und greifen kalkhaltige Gesteine wie Marmor sowie Leder, Textilien aus Pflanzenfasern und Farbanstriche an. Aspergillus niger führt auch zur Verätzung und Trübung von Plexiglas und Verminderung der Reißfestigkeit und Elastizität von Kunststoff und Gummi.
Genutzt wird Aspergillus niger zur Produktion von Zitronen- und Gluconsäure, die u. a. zur Konservierung und als Säuerungsmittel eingesetzt werden. Schwarzschimmel kann aber auch Mykotoxine wie Information Koji- und Information Oxalsäure bilden.
Die Sporen stehen im Zusammenhang mit ganz unterschiedlichen Krankheiten, sie verursachen Infektionen wie → Aspergillose oder pilzbedingte allergische Nasennebenhöhlenentzündung (ASF-Syndrom).

Infektionsweg

Sporen der Aspergillus-Arten, so auch von Aspergillus niger, finden sich überall in der Luft. Sie werden eingeatmet und gelangen so in die Lunge. In selteneren Fällen dringen die Sporen zuerst in die Nasennebenhöhlen, die Ohren oder auf die Haut. Sporen können ebenso mit Lebensmitteln aufgenommen werden, z. B. über luftgetrocknete Nahrungsmittel.

Inkubationszeit

keine Angaben

Krankheitsverlauf

Aspergillose bezeichnet ein weites Feld an Infektionskrankheiten, die durch die Gattung Aspergillus hervorgerufen werden. Betroffen werden kann so ziemlich jedes Organ im Körper.

Allergische bronchopulmonale Aspergillose (ABPA): ist eine allergische Reaktion auf die Pilzsporen. Es handelt sich um die mildeste Form der Aspergillose und befällt Menschen mit Asthma und zystischer Fibrose (Mukoviszidose). Symptome sind Husten und eine Verschlechterung der asthmatischen Symptome.
Aspergilloma: Hier tritt Aspergillus in die Lunge ein und formt einen dichten Pilzknoten. Von dieser Krankheit sind nur Menschen betroffen, die bereits an einer Lungenerkrankung wie beispielsweise Tuberkulose leiden. Ein Symptom für Aspergilloma ist Husten mit blutigem Auswurf.
Chronische nekrotisierende Aspergillose (CNA): Es handelt sich um eine sich langsam verbreitende, chronische Infektion der Lunge durch Aspergillus-Pilze. Gewöhnlich sind von dieser Krankheit nur Menschen betroffen, die bereits an einer Lungenerkrankung leiden oder durch Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder Alkoholismus ein geschwächtes Immunsystem besitzen.
Invasive Lungen-Aspergillose (IPA): Oft auch nur invasive Aspergillose (IA) genannt. Von dieser Form der Aspergillose sind Menschen betroffen, die durch Krankheit oder die Einnahme von Immunsuppressiva ein mehrfach geschwächtes Immunsystem haben, z. B. Menschen im Endstadium einer HIV-Erkrankung oder einer hoch dosierten Chemotherapie. Es handelt sich hier um die schwerste Form der Aspergillose. Von der Lunge ausgehend kann der ganze Körper betroffen sein. Die Infektion kann über das Blut auf den Kopf, das Herz und die Niere sowie andere Organe übergehen. Die Krankheit kann tödlich sein.
Über die Häufigkeit der Erkrankungen liegen einige Zahlen aus Großbritannien aus dem Jahr 2009 vor. So waren von ABPA 0,25-0,8 % der Menschen mit Asthma und 7 % der Mukoviszidose-Patienten betroffen. An IPA erkranken Schätzungen zufolge 5-13 % der Personen, die eine Knochentransplantation hatten, 5-25 % der Personen mit einer Herz- oder Lungentransplantation und 10-20 % mit einer hoch dosierten Bestrahlung gegen Leukämie.

Prävention

Es ist nicht möglich Schimmelpilz-Sporen auszuweichen, weil sie überall vorhanden sind. In einigen Fällen kann es helfen, staubige Umgebungen und Aktivitäten in staubiger Umgebung zu meiden.
Das Tragen eine N95-Maske kann ebenfalls helfen, genauso wie Feinfilter für den Staubsauger.

Allgemeine Prävention bei Schimmelpilz

Um Lebensmittel vor Schimmelbefall zu schützen, sollten sie kühl und trocken gelagert werden.
Lebensmittel mit sichtbarem Schimmelbefall dürfen nicht mehr verzehrt werden. Da die Hyphen eines Schimmelpilzes farblos sind, kann man davon ausgehen, dass der Schimmelpilz viel weiter reicht, als man mit bloßem Auge erkennen kann.
Fallen bei Lebensmitteln unangenehme Gerüche oder Verfärbungen auf, zum Beispiel beim Schälen von Nüssen, sollten diese nicht mehr gegessen werden.
Arbeitsgeräte nach dem Schneiden von beispielsweise Edelschimmelkäse gründlich reinigen.

Quellen:

Sie verlassen die Internetseite Aspergillosis, NHS Choices, 2009
Sie verlassen die Internetseite Aspergillosis (Aspergillus), Centers for Disease Control and Prevention, 2008
Sie verlassen die Internetseite Jean-Paul Latgé, Aspergillus fumigatus and Aspergillosis, Clinical Microbiology Reviews, April 1999
Sie verlassen die Internetseite Schimmelpilzgifte in Lebensmitteln, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), 2005
Kück, Nowrousian, Hoff, Engh, Schimmelpilze: Lebensweise, Nutzen, Schaden, Bekämpfung. Berlin, Heidelberg 2009
W. Mücke, Ch. Lemmen: Schimmelpilze Vorkommen, Gesundheitsgefahren Schutzmaßnahmen, 2004

Ausführliche Quellenangaben



Startseite | Impressum |  Letzte Aktualisierung: 18.02.2011