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Für das Waschen von Textilien werden Wasser und Waschmittel gebraucht. Wasser benetzt die Wäsche und löst einen großen Teil der Wäscheverschmutzungen. Ausnahme ist die chemische Reinigung, bei der die Textilien mit nichtwässrigen Lösungsmitteln gereinigt werden.
Mit Wasser können Textilien bei Temperaturen von bis zu 95 °C gewaschen werden, da es einen Siedepunkt von 100 °C hat. Allerdings müssen einige Eigenschaften von Wasser für den Waschprozess optimiert werden. So wird beispielsweise die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt. Aber was ist Oberflächenspannung? Vielleicht ist der Versuch bekannt, eine Stecknadel auf Wasser schwimmen zu lassen. Dann sieht es so aus, als hätte sich an der Oberfläche eine Haut gebildet. Diese Eigenschaft verhindert aber, dass Wasser Textilien (oder bei Reinigungsmitteln Oberflächen) vollständig benetzen kann. Seife setzt die Oberflächenspannung herab. Wenn man dem Wasser etwas Spülmittel zugibt, so sinkt die Stecknadel zu Boden.
Abbildung 1: Stecknadel schwimmt auf dem Wasser
Abbildung 2: Stecknadel sinkt zu Boden
Bei unserem Trinkwasser handelt es sich nicht um chemisch reines Wasser (H2O), es enthält unter anderem gebundenen Kohlenstoff, verschiedene Mineralien und Spurenelemente. Für den Waschprozess besonders wichtig ist die Wasserhärte. Wasserhärte ist ein Maß für den Gehalt an Calcium- und Magnesiumsalzen (Härtebildner). Je mehr dieser Salze das Wasser enthält, desto härter ist das Wasser. Je härter das eingesetzte Wasser ist, desto eher besteht die Gefahr, dass die Heizstäbe der Waschmaschine verkalken. Hartes Wasser stört auch den Waschprozess. Man unterscheidet drei Härtebereiche:
Informationen darüber, wie hart das Wasser in seiner Gemeinde ist,
erhält man bei den Wasserwerken.
Beispiel:
Stadtwerke Essen > Jahresanalyse des Trinkwassers.
Bereits um 2500 vor Christus wurden Anweisungen über das Waschen von Wolle mit Pottasche niedergeschrieben. Seife wurde um 600 vor Christus im alten Ägypten erwähnt. Gewaschen wurde mit verschiedensten waschwirksamen Substanzen: Holz- und Pflanzenasche, Soda, Urin und Seife. 1907 kam Persil von der Firma Henkel und 1909 Ozonit von Dr. Thompson heraus, beides 'selbsttätige' Waschmittel. Seitdem haben sich Waschmittel immer weiterentwickelt.
Vollwaschmittel bestehen aus folgenden Inhaltsstoffen:
Tenside sind waschaktive Substanzen. Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und sorgen so für eine gute Benetzung des Stoffes. Zusätzlich bilden Tenside die Brücke zwischen Fett und Wasser. Fett alleine würde sich nicht in Wasser lösen. Tenside bestehen aus einem hydrophilen (wasserliebenden) und einem hydrophoben (wasserabstoßenden) Teil (Abbildung 5 und 6). Durch diese Eigenschaften schließen sie den Schmutz in Mizellen (Abbildung 3) ein und halten ihn schwebend im Wasser, sodass er herausgespült werden kann.
Abbildung 3: Tenside schließen sich zu einer Mizelle zusammen
Der hydrophile Teil eines Tensides kann sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Hat der hydrophile Teil eine negative Ladung, so spricht man von anionischen Tensiden, bei einer positiven Ladung von kationischen Tensiden. Nichtionische Tenside besitzen keine Ladung. Fettalkoholsulfate sind Beispiele für anionische Tenside (Abbildung 4). Nichtionische Tenside entfernen gut Fett- und Ölverschmutzungen. Außerdem verhindern sie das Vergrauen von synthetischen Fasern.
Abbildung 4: Schema von Fettalkoholsulfat (anionisches Tensid)
Abbildung 5: Schema eines anionischen Tensides
Abbildung 6: Schema eines kationischen Tensides
Meist werden Tenside aus Erdöl hergestellt; das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB arbeitet an einem Verfahren, um Biotenside aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren zu können. Biotenside haben zusätzlich den Vorteil, dass sie biologisch abbaubar und aus heimischen nachwachsenden Roh- und Reststoffen hergestellt werden können. Produziert werden sie von Mikroorganismen, die mit einem Nährmedium Zucker und Pflanzenöl ernährt werden. Damit die Produktion effizient verläuft, muss auf kontrollierte Bedingungen im Bioreaktor geachtet werden. Im Januar 2026 konnte die erfolgreiche Herstellung einer größeren Menge an Glykolipid-Biotenside mit den gewünschten Eigenschaften vermeldet werden. Daran anschließend haben Interessierte die Möglichkeit die Tenside in Waschmitteln, Haushaltsreinigern und weiteren Produkten zu testen (
Biotenside: Eine nachhaltige Alternative für Reinigungs- und Körperpflegemittel, Fraunhofer IGB Presseinformation 07.01.2026).
Wie oben beschrieben kann Wasser mehr oder weniger Calcium- und
Magnesium-Ionen enthalten. Diese Ionen binden Tenside und machen sie so
unwirksam. Aus diesem Grund enthalten Waschmittel Enthärter, die mit
unterschiedlichen Mechanismen die Calcium- und Magnesium-Ionen aus dem
Wasser entfernen bzw. unwirksam machen.
Zur Enthärtung des Wassers werden z. B. Zeolithe und Seife
verwendet. Zeolithe sind kristalline Stoffe, die Wasser durch
Ionenaustausch enthärten. Im Wasser vorhandene Calcium- und
Magnesium-Ionen werden durch Natrium-Ionen ausgetauscht.
Seife reagiert mit den im Wasser enthaltenen Calcium- und
Magnesium-Ionen zu schwer löslicher Kalkseife, die sich unten absetzt
und dann mit der →
freien Flotte nach außen gespült wird. Ebenfalls eine enthärtende
Wirkung besitzen Polycarboxylate, die mit Zeolith und
Soda kombiniert werden. Polycarboxylate haben mehrere Wirkungen: Sie
verhindern das Kristallwachstum von schwer löslichen Erdalkalimetallen,
zu denen auch Magnesium (Mg) und Calcium (Ca) gehören. Durch diese
Wirkung vermindern Polycarboxylate, den Niederschlag von Kristallen auf
der Wäsche und den Heizstäben der → Waschmaschine. Darüber hinaus wirken Polycarboxylate als sogenannte Komplexbildner, die mit Metallionen wie
Ca2+ stabile Komplexe bilden und
Polycarboxylate sind wirksame Vergrauungsinhibitoren. Da Polycarboxylate
nur schlecht biologisch abbaubar sind, wird nach besseren Alternativen
gesucht.
Ferner kann Nitrilotriessigsäure (NTA) zur
Wasserenthärtung genutzt werden. NTA ist ebenfalls ein Komplexbildner.
Zwar ist NTA ökologisch unbedenklich, steht jedoch im Verdacht eine
karzinogene Wirkung zu besitzen. Deshalb ist NTA in Deutschland nicht
mehr im Einsatz. Phosphonate sind ebenfalls
Komplexbildner werden jedoch meist als Stabilisator von empfindlichen
Inhaltsstoffen wie Bleichmittel und Enzym eingesetzt. Hier erhöhen sie
durch die Bindung von Metall-Ionen wie Eisen-, Kupfer- und Mangan-Ionen
die Lagerfähigkeit von Bleichmitteln.
Am 22. März 2026 trat die neue Detergenzienverordnung (EU) 2026/405 in Kraft. Ebenso wie bei der Verordnung (EG) Nr. 648/2004, die mit der neuen Verordnung aufgehoben wurde, muss das Waschmittel für den Hauptwaschgang einer normalen Waschmaschinenfüllung weniger als 0,5 Gramm Phosphor enthalten. Bei Spülmittel und Geschirrspülmittel ist die Menge auf weniger als 0,3 Gramm begrenzt [4].
Bleichen heißt, unerwünschte Färbungen (farbige Flecken oder
Vergilbungen) zu entfernen. Beim Bleichen wird die Struktur der
Farbstoffe zerstört. Dadurch verlieren die Farbstoffe ihre farbgebenden
Eigenschaften und lösen sich leichter von den Fasern. Am Ende sind die
Verschmutzungen (hoffentlich) nicht mehr zu sehen. Seit einigen Jahren
hat die Sauerstoffbleiche die umweltbelastendere „Chlorbleiche“
abgelöst. In Deutschland werden u. a. als Bleichmittel Natriumperborat
oder Natriumpercarbonat verwendet. Bei höheren
Temperaturen (ab 60 °C) entsteht über Wasserstoffperoxid
bleichaktiver Sauerstoff. Für das Waschen bei Temperaturen unter
60 °C wird Waschmitteln Tetraacetylethylendiamin
(TAED) als Bleichaktivator zugesetzt. Da heutzutage vermehrt bei
niedrigen Temperaturen gewaschen wird, enthalten moderne Waschmittel
relativ hohe TAED Anteile. Bleichmittel haben den Nachteil alle Farben
zu bleichen, deshalb wird bei Color- und Feinwaschmitteln auf sie
verzichtet.
Zusätzlich besitzen Bleichmittel eine mikrobizide Wirkung, das heißt,
durch sie werden → Mikroorganismen abgetötet.
Enzyme sind Eiweiße, die Flecken aus Stärke, Eiweiß oder Fett durch die
Lösung ihrer chemischen Verbindungen in ihre "Bausteine" zerlegen. Die
Spaltprodukte werden von Tensiden gelöst und mit der → freien Flotte weggespült. Amylasen
spalten Stärke, Mannanase spaltet Polysaccharide, die
aus dem Einfachzucker Mannose aufgebaut sind, Lipasen
spalten Fette und Proteasen spalten Eiweiße (z. B.
Blut oder Milch). Cellulasen spalten Zellulose, so
werden raue Baumwolltextilien wieder glatt.
Seit 2012 werden Waschmitteln auch Pektinasen
hinzugesetzt. Pektinasen spalten Pektine in kleinere Einheiten, so dass
sie wasserlöslich werden. In der Natur kommen Pektine in allen höheren
Landpflanzen vor. Pektin ist beispielsweise in Früchten wie Apfel,
Quitte und Orange und Gemüse wie Tomaten und Möhren enthalten. In
Lebensmitteln wird Pektin (E 440) als Gelier- und Verdickungsmittel
eingesetzt (→ Lebensmittelzusatzstoffe).
Enzyme, so auch die in Waschmitteln, sind temperaturempfindlich, die
höchste Wirkung entfalten sie zwischen 40 °C und 60 °C.
Außerdem ist ihre Wirkung abhängig vom pH-Wert der Waschlauge.
Weiße Textilien vergilben mit der Zeit. Früher wurde deshalb die Wäsche zum Bleichen in die Sonne gelegt (Rasenbleiche) oder mit Wäscheblau behandelt. Durch den leichten Blaustich wirkte vergilbte Wäsche wieder weiß. In modernen Waschmitteln wandeln optische Aufheller nicht sichtbares UV-Licht in sichtbares blaues Licht um. Der Effekt ist derselbe wie beim Wäscheblau. Besonders schön sind optische Aufheller in der Diskothek unter Schwarzlicht zu sehen, dann leuchten weiße Textilien besonders intensiv.
Vielleicht haben Sie bei einer wenig beladenen Waschmaschine schon einmal erlebt, dass sich sehr viel Schaum gebildet hat und beim Schleudern aus der Waschmaschine austrat. Um eine übermäßige Schaumproduktion zu verhindern, werden Waschmitteln Schauminhibitoren zugesetzt. Diese haben eine ähnliche Wirkung wie Seife in der Badewanne, die den Badeschaum zusammenfallen lässt.
Sie verhindern, dass sich Schmutz nach dem Ablösen wieder auf die Fasern setzt und diese vergrauen lässt.
Sie erreichen, dass Wäsche nach dem Waschen frisch und angenehm riecht.
Allerdings können Duftstoffe auch Allergien auslösen, weshalb in der EU
26 häufig verwendete allergene Duftstoffe ab einem Gewichtsanteil von 0,01 % auf der Verpackung deklariert werden müssen (
Wesentliche gesetzliche Bestimmungen, Bayerisches Landesamt für Umwelt).
| Duftstoffe | Duft |
|---|---|
| Alpha-Isomethyl-Ionone | Veilchen |
| Amyl cinnamale | Jasmin |
| Benzyl salicylate | Süßlich, blumig |
| Butylphenyl Methylpropional (Lilial) | Lilienartig, Flieder |
| Citronellol | Blumig, rosig, zitrusartig |
| Eugenol | Nelken |
| Geraniol | Blumige Note |
| Limonene | Orange |
| Linalool | Blumig-frisch, Andeutung an Citrus und Gewürz |
Bei pulverförmigen Waschmitteln wird Natriumsulfat für den Erhalt der Rieselfähigkeit zugesetzt.
Bei Vollwaschmitteln muss mindestens die niedrigste angegebene Dosierung in die Waschmaschine gegeben werden, da sonst nicht genug Enthärter vorhanden ist, um für den Waschvorgang ausreichend weiches Wasser zu erhalten. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Wasserwerk nach dem Härtegrad Ihres Wassers. Bei genauer Dosierung sparen Sie Geld und unnötiges Waschmittel, das nur die Umwelt belastet.
In diesem Abschnitt erfahren Sie welche Informationen auf einer Waschmittelverpackung stehen und wie sich verschiedenen Waschmittel voneinander unterscheiden.
Abbildung 7: Vorderseite einer Waschmittelverpackung
1) Bezeichnung des Waschmittels
2) Anzahl der Waschladungen
Abbildung 8: Rückseite einer Waschmittelverpackung
3) Angabe der Inhaltsstoffe gemäß Detergenzienverordnung (Anhang V)
4) Sicherheitshinweise für den Umgang mit Waschmittel
5) Dosierung des Waschmittels für verschiedene Härtegrade bei angegebener Füllmenge
6) Hinweise zum Verschmutzungsgrad
7) Herstellerinformationen
8) Füllmenge der Packung / Flasche
Hinzu können Angaben zur Anpassung der Dosierung bei größeren Waschtrommeln, ein Markenname sowie Hinweise auf weitere Produkte kommen.
Sie enthalten alle oben beschriebenen Bestandteile. Sie sind für alle Waschtemperaturen (20 °C bis 95 °C) und die meisten Textilien geeignet. Da sie aber auch optische Aufheller und Bleichmittel enthalten, bleichen sie farbige Textilien aus, die Farben werden blasser. Besonders unerwünscht ist dieser Effekt bei schwarzer Bekleidung. Vollwaschmittel gibt es als Pulver, Granulate, Perlen, Flüssig, Gel, Tabs und Flüssigtabs.
Hier wird auf den Einsatz von Bleichmitteln und optischen Aufhellern verzichtet. Zusätzlich werden Farbübertragungsinhibitoren zugesetzt, die das Verfärben von Wäsche verhindern sollen. Aber auch Farbübertragungsinhibitoren verhindern nicht das Ausfärben von neuen oder stark gefärbten Textilien. Sie sollten erstmal separat gewaschen werden. Colorwaschmittel gibt es als Pulver, Granulate, Perlen, Flüssig, Gel, Tabs und Flüssigtabs.
Gegen Waschmittelrückstände an der Bekleidung hilft:
Waschmittel für schwarze und dunkle Bekleidung enthalten meist:
Vergleicht man die Inhaltsstoffe mit einem flüssigen Feinwaschmittel
für Farbiges, so lassen sich bei einigen Produkten keine Unterschiede
bei den waschaktiven Substanzen feststellen. Andere flüssige
Colorwaschmittel haben einen höheren Anteil an anionischen Tensiden (
Vergleich der deklarierten Inhaltsstoffe einiger Waschmittel für Farbiges und Schwarzes).
Die Stiftung Warentest hatte schon 2001 Waschmittel für Schwarzes getestet und sie mit einem flüssigen Feinwaschmittel für Buntes verglichen. Das Colorwaschmittel schonte die Farben genauso wie das Waschmittel für Schwarzes und wusch auch ebenso gut (
Waschmittel für Dunkles: Zu viel schwarze Magie).
Sie enthalten ebenfalls keine Bleichmittel und optischen Aufheller und sind an niedrige Waschtemperaturen (bis 40 °C) angepasst. Einige Feinwaschmittel kommen ohne Zellulase aus. Der Zusatz von Zellulase sollte bei allen Zellulosefasern (→ Viskose, Modal) vermieden werden, da diese Gewebe von den Enzymen angegriffen werden. Feinwaschmittel gibt es als Pulver und flüssig.
Vor einigen Jahren wurde für das Waschen von → Gore-Tex-Jacken noch Feinwaschmittel empfohlen. Inzwischen gibt es auch für diese Gewebe
Spezialwaschmittel. Die deklarierten Inhaltsstoffe lassen keine
Besonderheit gegenüber einem herkömmlichen Feinwaschmittel erkennen. Ich
habe deshalb an die Firma Henkel geschrieben mit der Bitte, mir den
Unterschied zu erklären, hier die Antwort:
"Unser Spezialwaschmittel Perwoll für Sport- und Funktionstextilien hat
im Gegensatz zu seiner klassischen Variante als Feinwaschmittel (Perwoll
Pflege für Feines) zusätzlich Inhaltsstoffe, die geruchsintensive
Substanzen wie sie in Sportbekleidung häufig vorkommen (z. B.
Stickstoff, Schwefel) binden oder sie in Hohlräumen einlagern. Dadurch
riechen diese Substanzen anschließend nicht mehr."
→ Wolle und → Seide sind tierische Fasern, die zu einem großen Teil aus Protein (Eiweiß) bestehen. Wollwaschmittel enthalten deshalb keine Proteasen (→ siehe Enzyme), die diese Naturfasern angreifen würden. Auch hier wird, wie bei Feinwaschmitteln, auf den Einsatz von Bleichmitteln und optischen Aufhellern verzichtet. Im Unterschied zu anderen Waschmitteln ist hier die Waschlauge pH-neutral. Wollwaschmittel bilden ein Schaumpolster, das die Gewebe vor zu starker mechanischer Beanspruchung schützen soll. Wollwaschmittel sind auch für → Daunen geeignet. Wollwaschmittel gibt es als Pulver und flüssig.
Anti-Pilling Waschmittel sollen das Pilling reduzieren und die Oberfläche des Gewebes glätten. Bei zwei Produkten ist Cellulase als Inhaltsstoff angegeben. In diesen Fällen sind die Produkte für pflanzliche Fasern wie Baumwolle und Leinen geeignet. Enthalten die Produkte außerdem Proteasen, können tierische Fasern wie Wolle und Seide geschädigt werden. Denn tierische Fasern bestehen aus eiweißhaltigen Verbindungen (Protein), die durch dieses Enzyme gespalten werden (→ siehe Enzyme).
Gardinen bestehen sehr häufig aus → synthetischen Chemiefasern, die nur bei niedrigen Temperaturen gewaschen werden sollten. Da übliche Bleichmittel erst bei höheren Temperaturen wirken enthalten diese Waschmittel TAED, Vergrauungsinhibitoren und optische Aufheller. Der Schaum sorgt für eine schonende Reinigung der Gewebe. Gardinenwaschmittel gibt es als Pulver und flüssig.
Wäsche kann thermisch, chemo-thermisch (60 °C Waschtemperatur und
desinfizierendes Waschmittel) oder chemisch (40 °C Waschtemperatur und desinfizierendes Waschmittel) desinfiziert werden. Für die
thermische Desinfektion empfiehlt das Robert Koch-Institut bei einer Waschtemperatur von 90 °C eine Einwirkzeit von 10 min, bei einem → Flottenverhältnis von 1:4 bis 1:5. Die Eignung des Waschmittels sollte durch ein Gutachten belegt sein. Für die chemo-thermische Desinfektion werden Desinfektionswaschmittel angeboten, die für verschiedene Wirkungsbereiche und Temperaturen geeignet sind. Die Wirkungsbereiche werden mit Großbuchstaben gekennzeichnet und bezeichnen die Erreger, die durch das Waschverfahren abgetötet beziehungsweise inaktiviert werden können. Desinfektionswaschmittel gibt es für den Wirkungsbereich A (vegetative Bakterien einschließlich Mykobakterien, Pilze sowie deren Sporen) und B (Viren) [3]. Damit eine zuverlässige Desinfektion durchgeführt werden kann, muss nicht nur die Dosierung des Waschmittels eingehalten werden, sondern auch die Desinfektionstemperatur, die Einwirkzeit und das → Flottenverhältnis. Sowohl das Robert Koch-Institut (
https://www.rki.de/) als auch der Verbund für angewandte Hygiene e. V. (
https://vah-online.de/) veröffentlichen Listen mit geeigneten Desinfektionswaschmitteln und den dazugehörigen Parametern. Laut Verbund für angewandte Hygiene (VAH) ist Wäsche erfolgreich desinfiziert, wenn die Keimzahl um mehr als 7 log-Stufen reduziert ist [1]. Die Reduktion der Keimzahl um eine log-Stufe bedeutet, dass nur noch 1/10 oder 90 % der Keimzahl vorhanden ist. Von ursprünglich 100 Keimen, blieben danach nur noch 10 übrig. Bei einer Reduktion um 7 log-Stufen würden von anfänglich 10.000.000 Keimen 1 Keim überleben [2].
Im Privathaushalt ist es in der Regel nicht notwendig, die Wäsche zu desinfizieren. Auch ist die Wirksamkeit von Desinfektionswaschmitteln in Haushaltswaschmaschinen nicht unbedingt gegeben. Der Verbund für angewandte Hygiene e. V. weist darauf hin, dass es in Haushaltswaschmaschinen teilweise einen großen Unterschied zwischen der eingestellten und der erreichten Temperatur gibt (siehe Hinweis zum Thema 60-Grad-Programm bei Haushaltswaschmaschinen). Um sicher zu sein, muss das Desinfektionsergebnis mit biologischen Indikatoren überprüft werden.
Bei den Baukastensystemen sind die Komponenten einzeln erhältlich und lassen sich individuell dosieren. So kann der Anteil an Enthärter erhöht werden, ohne auch die Dosierung der waschaktiven Substanzen zu erhöhen. Meist gibt es ein Basiswaschmittel mit waschaktiven Substanzen (Tensiden), Wasserenthärter und Bleichmittel. Außerdem erhält man separat Enzyme und Duftstoffe. Es handelt sich hierbei um eine sehr umweltverträgliche Form des Waschens, allerdings sind die Baukastensysteme nicht überall erhältlich und die Dosierung mühsamer als bei einem Vollwaschmittel.
Einen neuen Weg geht die "Kampagne für intelligentes Waschen". Sie hat
drei verschiedene Waschmittel für die drei Wasserhärtegrade (weich,
mittel, hart) herausgebracht. So sollen nach Aussage der Hersteller im
Vergleich zu einem herkömmlichen Waschpulver bis zu 41 % Tenside
gespart werden können
https://www.waschkampagne.de/.
Es ist nicht immer nachvollziehbar, worin der Vorteil eines dieser Spezialwaschmittel liegen soll.
Gesetz über die Umweltverträglichkeit von Wasch- und Reinigungsmitteln. Ausfertigungsdatum: 29.04.2007
Forum Waschen (2020): Kontaktallergien und Reizungen: Spielen Wasch- und Reinigungsmittel eine Rolle? Zugriff am 24.04.2026
Verordnung (EU) 2026/405 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2026 über Detergenzien und Tenside und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 648/2004. Zugriff am 25.04.2026
INCI (International Nomenclature of Cosmetic
Ingredients) - Datenbank auf Haut.de. Zugriff am 24.04.2026
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
(2014): Neue Flüssigwaschmittel können Vergiftungsunfälle bei Kindern verursachen. Zugriff am 24.04.2026
[1]
Verbund für angewandte Hygiene (VAH) (Hrsg.): Keimbelastung von Waschmaschinen und Waschgut. Zugriff am 24.10.2025
[2]
Niedersächsisches Landesgesundheitsamt (2021) (Hrsg.): Überprüfung der Desinfektionsleistung hygienerelevanter Geräte in Altenpflegeeinrichtungen. Zugriff am 07.06.2024
[3]
Robert Koch-Institut (2026): Liste der vom Robert Koch-Institut geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren. Zugriff am 24.04.2026
[4]
Verordnung (EU) 2026/405 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2026 über Detergenzien und Tenside und zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 648/2004. Zugriff am 25.04.2026
KATALYSE Institut e. V.: Phosphonate.
Zugriff am 20.4.2017
Bayerisches Landesamt für Umwelt (2017): UmweltWissen – Praxis. Wasch- und Reinigungsmittel.
Zugriff am 21.06.2018
Wikipedia-Eintrag: Nitrilotriessigsäure.
Zugriff am 9.2.2017 um 15:40 Uhr
Wikipedia-Eintrag: Pektine.
Zugriff am 20.4.2017 um 13:15 Uhr
Eignung von VAH-gelisteten chemothermischen Wäscheverfahren bei Einsatz in Haushaltswaschmaschinen, Mitteilung Nr. 7/2010 der Desinfektionsmittel-Kommission
Waschmittel
für Dunkles: Zu viel schwarze Magie, Stiftung Warentest 04/2001, zuletzt aufgerufen am 23.10.2011
Benzyl salicylate, The Good Scents Company, zuletzt besucht am 2.11.2011
Wikipedia-Eintrag: Wasserhärte.
Aufgerufen am 17.1.2014
Wikipedia-Eintrag: Eugenol. Aufgerufe am 2.11.2011
Wikipedia-Eintrag: Geraniol. Aufgerufen am 3.11.2011
Riechstoff-Lexikon: Linalool. Zugriff am 20.4.2017
BASF SE: Citronellol. Zuletzt besucht am 20.4.2017
Transparenz Gentechnik, die transGEN Datenbank:
Mannanase. Zugriff am 20.4.2017
Bayerisches Landesamt für Umwelt: Wesentliche gesetzliche Bestimmungen. Zugriff am 25.04.2026
Fraunhofer Mediendienst (2012): Umweltfreundlich putzen und waschen. Zugriff 8.2.2017
Prof. Blumes Bildungsserver für Chemie (2010):
Bleichmittel. Zugriff 8.2.2017
Monika Pohl, Jean Pütz: Wäsche waschen mit weißer Weste, Hobbytip Nr. 305
Henkel: Lovables Intensiv Anti-Pilling Repair. Zugriff am 20.8.2019
Henkel: Perwoll Care & Repair Advance. Zugriff am 20.8.2019
Lexikon von Seifenshop.de, aufgerufen am 2.11.2011 (Link nicht mehr verfügbar)
Günter Wagner: Waschmittel. Chemie, Umwelt, Nachhaltigkeit. 2017
Jean Pütz, Christine Niklas: Cremes und sanfte Seifen, Kosmetik zum
Selbermachen, natürlich und gesund, 1987
Prof. Dr. Volkmar Dietrich, Naturwissenschaften, Vom Waschen. 2000
TEST Colorwaschmittel: Jacke wie Hose, ÖKO-TEST-Magazin 8/2009
Persil Wäschepflege-Kompass, 06/2008